Exkursion der Glarner Abfallfachleute

Ende Oktober haben die Fachleute der Gemeinden in Sachen Abfallwesen eine eintägige Exkursion zum Thema Elektronikabfälle und Metallschrott durchgeführt, welche vom Glarner Verband für Sackgebühren finanziert und von der Abteilung Umweltschutz und Energie des Kantons organisiert wurde.



Exkursion der Glarner Abfallfachleute

In unserem Kanton werden jährlich über die öffentlichen Sammelstellen etwa 350 Tonnen Metallschrott und etwa 550 Tonnen Elektronikabfälle gesammelt und der Verwertung zugeführt.

Eine der grössten Abnehmerin des Glarner Metallschrottes, auch von Altautos, ist die Firma Thommen Recycling AG in Kaiseraugst vor den Toren der Stadt Basel. Diese über 75-jährige Firma, welche rund 80 Arbeitnehmer beschäftigt, verfügt über langjährige Kontakte zu den Glarner Altmetallfirmen. Das in Kaiseraugst angelieferte Altmetall wird kontrolliert und über eine grosse Schrottschere mit über 1000 Tonnen Druck oder in einem riesigen Schredder mit einer Leistung von über 2000 PS zerkleinert. Das zerkleinerte Metall wird in verschiedenen Arbeitsschritten separiert und für die Weiterleitung an Stahlwerke oder andere Metallverarbeiter bereitgestellt. Pro Jahr werden in diesem Betrieb über 120 000 Tonnen Altmetall aufbereitet.

Den Glarner Besuchern machte vor allem die Verwertung von Altautos grossen Eindruck. Die angelieferten Fahrzeuge werden sorgfältig von Nicht-Metallen befreit und kontrolliert, bevor sie in den Schredder gegeben werden. Praktisch im Minutentakt verschwindet so ein Fahrzeug im Schredder und ergibt ein bescheidenes Häufchen von kleinen Metallfetzen. Die Besucher waren beeindruckt von der Professionalität der Arbeitsweise und der Rücksicht auf die Nachbarschaft.

Am Nachmittag wurde die Firma Immark in Regensdorf ZH besichtigt. Diese Firma mit über 100 Arbeitnehmern ist die grösste Verarbeiterin von Elektro- und Elektronikschrott in der Schweiz. Waschmaschinen, Rasenmäher, Computer, Fernseher, Drucker und ähnliche Geräte werden hier in grossen Mengen zerkleinert und die Bestandteile in reiner Form der Verwertung zugeführt. Die Immark arbeitet mit Zerlegungsbetrieben, wie der Firma Projunip in Glarus zusammen, welche die Altgeräte in Handarbeit zerlegen. Anschliessend werden die Altgeräte mit mechanischen Mitteln noch weiter zerlegt und die Bestandteile mit modernsten technischen Methoden separiert. In einem Separiergerät können maschinell die verschiedensten Metalle wie Aluminium, Kupfer, Chrom und andere getrennt werden. Schlussendlich können über 90% der Materialien eines Elektrogerätes wieder in der Produktion eingesetzt werden. Auch hier waren die Glarner Besucher beeindruckt, wie eine ausgefeilte Technik und zuverlässige Handarbeit zusammen eine hohe Recyclingquote sicherstellen können.

Die Glarner Abfallfachleute wollten sich bei ihrem Besuch vergewissern, dass die bei den Sammelstellen angelieferten Güter auch professionell und seriös verarbeitet und verwertet werden. Der Besuch bei den beiden Firmen Thommen Recycling AG und Immark hat sie mehr als zufrieden gestellt. Beide Firmen haben langjährige Erfahrung im Umgang mit Recyclinggütern, beide verfügen über modernste Technologien und gewinnen aus dem Sammelgut ein Optimum an wiederverwertbaren Substanzen.