Fantasievoller Umgang mit Energie

33 angehende Umweltingenieure mit der Vertiefung «nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien» haben im Kanton Glarus insgesamt acht Projekte aus dem Bereich Energie und Abwasser untersucht. Am letzten Dienstag präsentierten sie drei Projekte im Feuerwehrlokal in Schwanden.



Wie sorgt man am effizientesten für Strom auf über 3000 m ü.M? Kann man Wärme sinnvoll in einen Container packen? Dies waren nur einige der komplexen Fragen, mit welchen sich die Studentinnen und Studenten der ZHAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften Wädenswil in den letzten Wochen beschäftigten. Die angehenden Umweltingenieure untersuchten in acht Projekten in Glarus Süd und Glarus Nord, wie man nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien sinnvoll einsetzen kann. Ihre Resultate präsentierten sie am letzten Dienstag zahlreichen Interessierten im Feuerwehrlokal in Schwanden.

Die KVA in Niederurnen produziert eine grosse Menge an Abwärme, die bisher nicht genutzt wird. Bereits im letzten Jahr wurde ein Fernwärmenetz geprüft, aber aus Kostengründen wieder verworfen. Die Studenten haben eine Lösungsidee mit mobilen Latentwärmespeichern auf Lastwagen geprüft. Hierbei wird die Wärme in einem Container gespeichert, per Lastwagen zum Kunden gebracht und dort in sein Heizungssystem eingespeist. «Wenn die KVA genügend Abnehmer in der Region finden kann, ist das ein profitabler Weg, die Abwärme zu nutzen», ist das Fazit der Gruppe.

An einen deutlich abgelegeneren Ort führte es eine andere Gruppe. Die Planurahütte SAC befindet sich auf 2947 m ü.M. und gehört der SAC Sektion Tödi. Sie wird im Jahr 2012 saniert. Im Hinblick auf diese Sanierung sollte ein Energiekonzept für einen möglichst ökologisch sinnvollen Betrieb der Hütte ausgearbeitet werden. Die Gruppe kam auf die Lösung durch Wind und Solarenergie sowie dem Einsatz einer Holzheizung zur Deckung der Spitzen bei schlechtem Wetter. Nicht nur in dieser Arbeit zeigte sich, dass es nicht sinnvoll ist, sich auf eine Energie- oder Wärmequelle zu beschränken. Erst durch die Kombination aus unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen und dem sinnvollen Einsatz herkömmlichen Äquivalenten, kann auch in der neuen Schauzigerei Obererbs Strom und Wärme effizient und beinahe völlig autark produziert werden. Eine weitere Gruppe erarbeitete hier ein Konzept für die Abwasserentsorgung. Daneben wurde ein Trinkwasserkraftwerk in Schwanden geprüft sowie sinnvolle Sanierungsmassnahmen für die ARA Engi. Fridolin Luchsinger, Departementsvorsteher Werke und Umwelt Glarus Süd, bedankte sich im Namen seiner Gemeinde für die Arbeit der Studentinnen und Studenten. Ebenfalls zeigte er sich beeindruckt über die ausgereiften und teilweise kreativen Ergebnisse der Projekte. «Sehr schnell geht es bald nur noch um schnelle Ergebnisse. Jetzt dürfen sie noch kreativ sein. Und Fantasie bringt manchmal die erstaunlichsten Resultate.» Ob und welche Projekte umgesetzt werden, wird die Zukunft zeigen.