Fatto in casa – Weine und kulinarisches Verwöhnen

Alle, die sich unlängst im Restaurant Trigonella in Ennenda einfanden, wussten, dass ein Verwöhnen der besonderen Art zu erwarten war; dass man sich nicht einfach hinsetzte und bei einem auf den jeweiligen Gang abgestimmten Wein zu tafeln begann.




Schliesslich war es bereits zum vierten Mal, dass Remo Padovan und Raimondo Rossini sowie Beat Schittenhelm mit Sandra Flury mit ihrem bestens harmonierenden «Trigonella»-Team einluden. Bei seiner Begrüssung merkte Raimondo Rossini mit berechtigter Genugtuung an, dass es nach erfolgter Bekanntmachung lediglich 24 Stunden gedauert habe, bis alle 50 Plätze vergeben worden seien.

Spürbare Vorfreude war geweckt. Dank einladendem Wetter hielt man sich zu Beginn im Freien auf, tauschte erste Gedanken aus, erblickte diesen oder jenen Bekannten und liess sich auf Kommendes gerne einstimmen.

Wenig später setzte man sich im Innern hin und spürte, dass Wein nicht einfach Wein und Essen nicht einfach den jeweiligen Hunger stillend bedeutet. Das ging nicht bloss aus den verschiedenen Einführungen zum jeweiligen Teil heraus. Man nahm gerne wahr, wieviel Kreativität, Können und Kenntnisse hinter diesem Vorbereiten und gar aufmerksamen Verwöhnen stecken. Man merkte, wie intensiv und professionell die Durchführung des ganzen Anlasses geplant worden war. Raimondo Rossini und Beat Schittenhelm zeigten bereitwillig, zumeist in willkommener Kürze auf, was zu welchem Teil unabdingbar gehört, woher die Produkte stammen, welche Geschichte dahintersteckt – es war, als ob sich ein gar interessantes Buch öffne.

Und der Erwerb irgendwelcher Weine, Käse, Früchtebrote, Pilze oder Aceto in einem Fachgeschäft «einfach so» zu erwerben, rückten für einmal in verständliche Ferne. «Schuld» an dieser, von vielen alltäglich gelebten Tatsache waren die Herren Rossini und Schittenhelm. Sie zeigten auf, dass stets mit allen Sinnen zu geniessen sei, dass Massvolles Sinn macht. Den Begriff «Herzblut» verwendete Raimondo Rossini recht häufig. Und bei seinem Ausführen merkte man, wie kenntnisreich und beseelt er zu argumentieren wusste. Er sprach über seinen, im Verlaufe von beinahe drei Jahrzehnten aufgebauten Kontakt zu Winzern in verschiedenen Gegenden Italiens, zu deren aufwändigen Arbeit, die für den jeweiligen Wein nicht selten Jahre beansprucht, bis er in den Verkauf gelangt, über die gegenseitige Wertschätzung und gelegentlichen Besuche, der Lust des Winzers, Neues auszuprobieren, das Lagern des Weins in den Fässern, den geeigneten Aufbewahrungsort und anderes. Und Beat Schittenhelm zeigte auf, wie es zur jeweiligen kulinarischen Kreation gekommen war.

Und dann begann das grosse Verwöhnen. Das «Trigonella»-Team bediente liebenswürdig, riesig aufmerksam. Dem «Lärmpegel» im vollbesetzten Restaurant war unschwer zu entnehmen, wie gut und ausdauernd sich alle unterhielten. Und wer sich vertiefend orientieren wollte, hörte ganz aufmerksam hin, wenn Raimondo Rossini über «Delizia e Vini» informierte, begab sich zum Stammtisch des Restaurants, der für einmal als geschickt zusammengestelltes Verkaufsangebot zu dienen hatte oder behändigte Flyer, die Geschäftspartner Remo Padovan ebenso ideenreich wie die Homepage «www.deliziaevini.ch» kreiert hatte.

Und wer sich für ein andermal verwöhnen lassen will, nehme gemäss Menüzusammenstellung zur Kenntnis, dass man mit «La focaccia di Sandra» mit «Olio extravergine die Oliva» und Vino Spumante Esther; dann mit «Ennendaner Heuschaumsüppchen mit «La Ripe» und Eigelb», «Vitello tonnato di Beato» und «Bianchello del Metauro, La Ripe DOC 2018», dann mit Heidelbeerrisotto mit geräuchertem Saiblingsfilet vom Fryberghof aus Hätzingen, Fasanenwürstchen, Käsespezialitäten und Früchtebrot und immer mit dem entsprechend ausgewählten, passenden Wein riesig verwöhnt wurde. Alles war gar klug portioniert, adrett auf den jeweiligen Teller gebracht und rasch serviert. Und schon hiess es: «Rächt än Guete, dä Herrschafte» und alle tafelten mit verständlicher Hingabe. Und es standen drei Aceti auf jedem Tisch. Damit ermunterten die Organisierenden zum Ausprobieren bei den verschiedenen Gerichten. Diese Beimischungen sind bei uns zu wenig bekannt.

Viel war über die geeignete Traube, das Lesen von Hand, die Verarbeitung des Weinmosts, das gelegentliche Lagern im Estrich des jeweiligen Gehöfts, einen 24 Jahre alten Aceto, gar begehrte Sorten und anderes zu vernehmen.
Und dass die noch junge mit viel Genuss verbundene Tradition, das sachkundige Beraten samt Hauslieferung und die Weinreisen weitergeführt werden, versteht sich wie fast von selbst.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass die eingeladenen Winzer – eigentlich als Überraschung für die Gäste gedacht – nicht persönlich anwesend sein konnten. Sie hätten viel Positives zur Kenntnis nehmen können.