Felsenfest vom Verkehrskonzept überzeugt

Martin Laupper, Bereichsleiter Verkehr, hat mit seinem Team den von vielen erwarteten Verkehrskollaps rund ums ESAF+ souverän gemeistert und ist dafür sehr stolz. Mut, Kenntnis der geografischen Beschaffenheit des Kantons aber auch der Einbezug der Bevölkerung – und sie ernst zu nehmen – waren einige der entscheidenden Momente.



Immer davon überzeugt, dass das Verkehrskonzept auch greift: Martin Laupper. (Bilder: zvg)
Immer davon überzeugt, dass das Verkehrskonzept auch greift: Martin Laupper. (Bilder: zvg)

Es ist wieder ruhig geworden rund ums ESAF2025 Glarnerland+. Äusserlich deutet fast nichts mehr auf das in allen Teilen grossartig gelungene Schwingfest hin.

Ruhig ist es aber auch um all diejenigen geworden, die in vorschnellen Äusserungen ein befürchtetes Verkehrschaos vor, während und nach dem Grossanlass in Mollis prophezeiten.

Einer, welcher bereits von Anfang an überzeugt von der Umsetzung war, ist Martin Laupper, Verantwortlicher für das ganze Verkehrskonzept.

Mit den Strukturen in der Gemeinde bestens vertraut

Martin Laupper sass nicht nur während 17 Jahren für die FDP im Landrat (bis 2021), sondern war auch erster Gemeindepräsident der neuen Gemeinde Glarus Nord (neun Jahre) und somit mit den Strukturen aber auch den Problemen bestens vertraut. Dazu gehörten u.a. nicht nur die Stichstrasse (Teilumfahrung Näfels), sondern auch die Querspange in Netstal, der Kauf des Flugplatzes in Mollis und die entsprechenden Massnahmen als neuen Wirtschaftsraum. Und so wundert es eigentlich nicht, dass die Anfrage zur Übernahme als Bereichsleiter Verkehr am ESAF erfolgte.

«Bei der Zusammenstellung meines zehnköpfigen Teams konnte ich einerseits auf Leute mit Kompetenz und langjähriger operativer Erfahrung und einem grossen Netzwerk zählen. Andererseits durfte ich mich aber auch glücklich schätzen, in einem hoch motivierten Kern-OK, aber auch mit Leuten wie z.B. Alt-Divisionär Hans-Ulrich Solenthaler (ehem. Ausbildungschef der Armee), den Chefplaner der PostAuto Schweiz AG, Region Ostschweiz, hochkarätigen Experten der SBB, dem CEO EUROBUS, exzellenten Verkehrsexperten in Verbindung mit der Hochschule Rapperswil (für die Basiskonzeption), erfahrenen Polizisten, dem ASTRA sowie mit Vertretern von Gemeinden und Kanton, zusammenarbeiten zu dürfen. Ganz abgesehen von den vielen weiteren, kompetenten und motivierten Personen, welche es in einer spannenden, sehr zeitintensiven Phase galt, zu führen, alles miteinander zu koordinieren und im Vorfeld sogar so in der «Praxis» zu testen, dass die Bevölkerung eigentlich gar nichts davon mitbekam. 

Vertrauen hart erarbeitet

Die Verkehrsachse durchs Glarnerland, ein in allen Teilen durchdachtes Konzept und die rigorose Durchsetzung (mit ESAF-exklusiven Autobahn- Ein- und Ausfahrten Niederurnen und Weesen) war schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg und führte zu keiner Zeit zu einem Verkehrskollaps.

«Der Glaube an die Machbarkeit des Konzeptes (das Glarnerland praktisch hermetisch abriegeln) wurde anfänglich immer und immer wieder in Frage gestellt. Die Polizei stand dem Vorhaben ebenso skeptisch gegenüber wie die SBB, wo die Gespräche aufgrund der Erfahrungen aus Pratteln, den kostenintensiven Bahnhofausbauten Weesen und Näfels-Mollis sowie die Nichtintegration der Billette anfangs nur mit Vorbehalt verliefen.

Bei x Stellen musste das Vertrauen in zähen Verhandlungen richtiggehend erarbeitet werden. Aber mit der Zeit konnten all die Involvierten mit Facts immer mehr überzeugt werden, was schliesslich u.a. auch zu einem Superangebot für den ÖV führte, dem Langsamverkehr gerecht wurde und auch die Anwohner rund ums Festgelände zufriedenstellte».

In diesem Zusammenhang winde ich nicht nur den auswärtigen Besuchern ein grosses Kränzchen, weil sie die Hinweise wie z.B. «früher kommen – später gehen» ernst genommen haben, sondern besonders auch der Glarner Bevölkerung, den betroffenen Glarner Unternehmen, der Standortgemeinde Glarus Nord, welche das Ganze durch ihr Verhalten mitgetragen, mitgestaltet, mitgeholfen und positiv unterstützt haben».

Verkehr kein Grund, ein ESAF nicht zu übernehmen

«Wie wir erfolgreich bewiesen haben», so Martin Laupper, «sind Grossanlässe wie das ESAF auch aus verkehrstechnischer Sicht im Glarnerland möglich. Der Schlüssel für ein erfolgreiches Verkehrskonzept ist das Zusammenspiel von Analysen, Expertise, Gesprächen, Abklärungen, Rücksichtnahme auf die Bevölkerung, das Miteinander mit den Leuten auf verschiedensten Ämtern, insbesondere aber auch die Kommunikation und den Spürsinn, was läuft».  

In diesem Sinn ist Thun als nächster Austragungsort des ESAF im 2028 ebenfalls gefordert.