Ferien in der Schweiz!?

Sommerzeit ist Ferienzeit. Wie wärs mit Urlaub im Inland? Schweiz Tourismus verrät die 45 besten Tipps. Das Glarnerland ist wieder mal nicht dabei.

 




Es ist eine schöne Beilage, die mit einer Sonntagszeitung in die Stube flattert. «Grüezi und herzlich willkommen», schreibt Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus. «Schön, dass Sie bei uns in den Ferien sind. Denn wir leben und pflegen unsere Traditionen wie Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen leidenschaftlich anders, unsere Bergkulisse ist atemberaubend und Sie sind mittendrin. Lernen Sie die Vielfalt und Natürlichkeit der Schweiz kennen – wir verraten Ihnen hier die 45 besten Tipps fürs unvergessliche Erlebnisse.» Tönt doch gut!

Erwartungsvoll blättere ich in der Beilage. Welcher Tipp aus dem Glarnerland ist wohl drin? Nun ja, Wanderungen mit Barry sind dem Grossen Sankt Bernhard vorbehalten, da können wir nicht mithalten. Das Alpkäsen findet im Freiburgischen statt – dies hingegen könnten wir ebenso gut bieten. Ein Tal mit grosser Geschichte? Nebst dem erwähnten Onsernonetal könnte es auch das Sernftal sein. Schliesslich ist die Tektonikarena Sardona Unesco-Weltnaturerbe. Bei den nostalgischen Verkehrsmitteln wird’s schwierig. Eine Dampfbahn wie an der Furka fehlt bei uns natürlich. Aber die Sesseli auf den Gumen, die den Charakter und den Geist der historischen Gumenbahn aufnehmen, sind auch nicht ohne.

Ich blättere und blättere, um endlich zum unvergesslichen Erlebnis in unserem schönen Tal zu gelangen. Vergeblich! Konsterniert schweift mein Blick zum letzten Tipp, dem Bernina Express. Kein einziger der 45 Tipps stammt aus dem Glarnerland! Welche Enttäuschung!

Wie aber kann das sein? Wieso gehört unser Kanton nicht zu den touristischen Regionen im Ferienland Schweiz, die auf der zweitletzten Seite der Beilage auf einen Blick zu sehen sind? Sind wir einfach vergessen gegangen? Oder haben wir nichts an die Beilage gezahlt? Wenn Schweiz Tourismus solche Tipps veröffentlicht, müssten doch wirklich alle Kantone/Regionen erwähnt sein. Der Osten der Schweiz ist in der Beilage dünn gesät. Wären da nicht noch Tipps aus Graubünden, stünde er völlig abseits.

Ich finde das eine Frechheit. Schliesslich haben auch wir touristische Highlights. Die erwähnte Tektonikarena zum Beispiel, den Landesplattenberg, den Freulerpalast, den Glarner Industrieweg, die einzige Schabzigerfabrik der Welt und so weiter und so fort. Und zwar auf kleinstem Raum, gut erreichbar und ebenso unvergessliche Erlebnisse bietend wie die 45 erwähnten Tipps.

Fazit: Folgen Sie nicht blindlings den Empfehlungen von Schweiz Tourismus. Es gibt noch viele andere schöne Gegenden und Angebote, von denen Jürg Schmid und sein Team anscheinend keine Ahnung haben.

Ich wünsche Ihnen schöne Ferien – ob in der Schweiz oder im Ausland!