Am Freitag, 27. März, fanden gegen 70 Personen den Weg nach Betschwanden, Glarus Süd. Einzigartige Stimmung umrandete die Versammlung – sie fand im Zirkuszelt des Zirkus Mugg statt. Im mit zwei Sternen der Bio Cuisine ausgezeichneten Kochwagen wurde nebst dem Abendessen erstmals die «Vrenelisgärtli Spiis» produziert.
«Bei einem so hohen Anteil an Bio-Bauern im Kanton finden wir es angebracht, wenn wir mehr sichtbar werden», präsentiert Vorstandsmitglied von Bio Glarus und Bio Suisse Rahel Beglinger das neue Glarner Rezept. «Vrenelisgärtli Spiis» vereint Bio-Getreide, Milchprodukte Früchte und Gemüse aus dem Kanton. Zur Feuertaufe gab es auf jedem Tisch die «Spiis» erstmals zum Probieren, was die Gaumen erfreute.
UNO-Jahr der Weiden und Hirten
Im Anschluss führte der Präsident Richi Bamert zielstrebig durch die Versammlung, zu der er auch zahlreiche Gäste sowie Vertreter aus andern Kantonen begrüssen durfte.
Einstimmigkeit herrschte unter den 54 Stimmberechtigen für die Traktanden Jahresrechnung, Jahresbeiträge und Vorstandsentschädigung. «Wir suchen Betriebe für Tage der offenen Weiden im Rahmen des internationalen Jahres der Weiden, Weidewirtschaft und Hirten 2026», bittet Bamert beim Jahresprogramm um Meldung bei Interesse. Ebenfalls auf dem Programm; ein Grillabend, der am 25. Juli 2026 erstmals in Linthal bei Thomas und Karin Glarner stattfindet.
Stabiler Bio-Milchpreis
Den Dachverband Bio Suisse vertrat Co-Geschäftsführer Rolf Bernhard aus Bern. «Die Knospe hat aktuell einen sehr hohen Stellenwert auf dem Markt», führt er zur Lage der Schweizer Biolandschaft aus, bevor er zum Milchmarkt orientiert.
Er betont dabei die Wichtigkeit der Fachgruppe Milch und ihren Einfluss und die erfreuliche Tendenz der steigenden Nachfrage von Bio-Milchprodukten. «Der Bio-Milchpreis bleibt stabil und liegt auf hohem Niveau», betont er den engen Austausch mit den Bio-Milchabnehmern und der laufenden Beobachtung der Marktentwicklung.
Sperma-Sexing
Bei der Parolenfassung zuhanden der Frühlings-Delegiertenversammlung vom 15. April gab vor allem der bereits dreimal eingereichte und abgelehnte Antrag zur Zulassung von Spermasexing im Biolandbau zu reden. 12 Mitgliederorganisationen stellten nun erneut den Antrag, das Verbot aufzuheben. «Die Situation hat sich geändert, mit der Fütterungsrichtlinie wurde die Leiplanke gesetzt für eine standortgerechte Kuh. Dieses Zuchtziel ist mit gesextem Samen schneller zu erreichen, was die Wirtschaftlichkeit stark gewichtet», ermuntert Claudio Gregori, Co-Präsident der Mitgliederorganisation Bio Grischun, die Glarner für Zustimmung.
Dass der Schritt von längst im Bio verbreiteter künstlicher Besamung zu Spermasexing nicht mehr einschneidend ist, sahen die Mitglieder gleich und stimmten den Antrag zum Einsatz von gesextem Sperma im Biolandbau ab 2027 zu.
Auch die Ausarbeitung von Knospe-Richtlinien durch Bio Suisse auf Erholungs- und Grünflächen wurde befürwortet.
Zugang zur Landwirtschaft
Der Tatsache, dass sich Kinder immer mehr von der Landwirtschaft entfernen, möchte Bio Glarus mit der Idee offener Höfe entgegenwirken. «Wir möchten den Lehrpersonen eine Liste zustellen mit Betrieben in ihrer Nähe, auf denen sie die Möglichkeit finden, ihrer Klasse den Zugang zur Landwirtschaft zu ermöglichen», bittet Vorstandsmitglied Ramona Wildhaber die Biobauern zum Schluss, sich bei Interesse und Offenheit einzutragen.







