Figurentheater im Freulerpalast

Am Samstag gab es im Freulerpalast einen besonderen Augenschmaus: Das Figurentheater «Samt & Sonders» erntete mit seiner Märchen-Aufführung begeisterten Applaus.




«Zugabe!», rief ein kleiner Zuschauer begeistert in den Beifall hinein, den Irene Rutishauser und Patricia Sauter von «Samt & Sonders» nach der Aufführung erhielten. Rund 35 Kinder und ihre Begleitpersonen waren am Samstag in den Freulerpalast gekommen, um sich das Theater anzuschauen. Die beiden Figurenspielerinnen interpretierten Hans Christian Andersens Märchen «Des Kaisers neue Kleider» mit viel Humor und schauspielerischen Einlagen. Zusammen mit ihren Puppen bildeten sie eine witzige Schauspieltruppe. Rutishauser und Sauter mimten die zwei frechen Zofen Babette und Marie, die sich über ihre modervernarrte Majestät, den Kaiser, lustig machen. Doch bereitet es ihnen auch grosse Sorgen, dass der Herrscher, statt zu regieren, den Tag mit seinem Schneider vor dem Spiegel verbringt und sich ausschliesslich um seine Garderobe kümmert. Die beiden Zofen schmieden einen ganz perfiden Plan, um den etwas wunderlich gewordenen Monarchen an seine Pflichten zu erinnern. Dabei führen sie ihn gewaltig hinters Licht. In seinen vermeintlich neuesten Kleidern geht er an die Parade, wird von einem Kind aber als Nackedei entlarvt und erntet Hohn und Spott. Er lernt aber seine Lektion und verwandelt sich wieder in einen guten Herrscher, dem laut Babette das Regieren sogar Spass macht. Sauter und Rutishauser entwickelten die Geschichte aus raffiniert zu Bühnen umgebauten Koffern. Die Aufführung mit den Puppen wurde mit einem fantasievollen Bühnenbild ergänzt, das die Kinder in ihren Bann zog. Diese Kinder folgten den Szenen gebannt und lachten am Schluss gemeinsam mit dem Kaiser herzhaft über dessen Dummheit. Sie zollten auch den beiden Zofen Babette und Marie Anerkennung für deren raffiniert eingefädelte Intrige. Im Anschluss besuchten viele die Sonderausstellung «Käppi, Kutte, Krinoline: Kleidung als Statement» und reali- sierten, dass das Märchen einiges mit dem richtigen Leben zu tun hat. Die Sonderausstellung ist noch bis 30. November geöffnet.