Kunstausstellungen am Hauptsitz der Glarner Kantonalbank in Glarus haben Tradition und sind für Kunstschaffende eine Chance, ihre Werke einem interessierten Publikum vorzustellen. Wer nicht zum Freundeskreis der Künstler gehört, weiss nie, was ihn erwartet.
Mit Holz aufgewachsen
Die Künstlerin Jaqueline Orler ist im Sternbild des Stieres geboren, was auch gut ist für ihren Einsatz mit Holz. Wie Kurt Müller in seiner Laudatio betonte ist die in Näfels aufgewachsene Künstlerin mit Holz aufgewachsen. Ihr Vater arbeitet mit Holz und stellt Gegenstände aus diesem Werkstoff und er wisse deshalb sehr genau, was damit zu tun sei. Diese Begabung habe er an die Tochter Jaqueline weitergegeben. Bereits 1999 hat die Künstlerin an der Skulptura mit einer fast drei Meter hohen Schraube aus Holz Aufsehen erregt. Die Kunstbeauftragte der GLKB hat damals der Künstlerin einen Jungendförderpreis verliehen. Zehn Jahre später haben die Arbeiten von Jaqueline Orler weiter an Format gewonnen. Die Ausstellung in der GLKB in Glarus gibt einen interessanten Querschnitt durch das Werk der Künstlerin. „Holz hat ein kompliziertes Innenleben, was für die Skulpturbauer Vor- aber auch Nachteile hat. Die Kraft im Holz wird oft unterschätzt, denn der Baum wehrt sich in jedem Stadium“ erklärte Müller weiter.
Im wesentlichen Skulpturen
Wie Müller weiter ausführte, erarbeitet Orler im Wesentlichen Skulpturen und keine Plastiken. Skulpturen entstehen in einem substraktiven Verfahren, das heisst durch das Abtragen, Ausstechen oder Aushöhlen des Materials. Künstler gehen oft unterschiedlich an die Arbeit. Bei einem Auftrag sucht man sich das geeignete Rohobjekt um es zu bearbeiten. Bei der Inspiration dagegen sieht die Bildhauerin bei einem sich anbietenden Objekt bereits die Skulptur. Jaqueline Orler wählt meist das zweite Vorgehen, das geeignete Objekt ist da, sie verliert nicht viele Worte und fast wie von selbst entsteht die Skulptur. „Die Künstlerin ist eine sehr talentierte Frau. Ich wünsche mir, dass wir von ihrem Schaffen noch sehr viel zu Sehen bekommen.“ schloss Müller seine Laudatio um die vielen Gäste aufzufordern, die sehr unterschiedlichen Werke von Orler in den verschiedenen Räumen der Bank zu besichtigen.
Ausstellung vom 3 Juli bis 2. Oktober im Hauptsitz der Glarner Kantonalbank
Montag bis Freitag 08.00 bis 12.00 und 12.20 bis 17.00 Uhr - Donnerstag bis 18.00 Uhr






