Das Bündner-Glarner 2012 litt unter den nasskalten Temperaturen, der Radio-Grischa-Reporter befand es richtig: «An den Spielen des HCD am Spenglercup über Weihnachten ist es wärmer als heute im Sertigtal, auf immerhin 1861 Meter über Meer.» Arnold Forrer schien die Bündner Luft jedoch besser zu bekommen als letzte Woche jene auf der Königin der Berge – auf der Rigi, wo er einen rabenschwarzen Tag einzog. Er und sein Klubkamerad Jakob Roth sowie der Emmentaler Matthias Siegenthaler, der im Anschwingen mit seinem exellenten Kurz Unspunnensieger Daniel Bösch platt besiegte, waren es, die am Mittag gemeinsam mit drei Siegen die Ranglistenspitze zierten. Im vierten Gang kam es zum ganz grossen Zusammenschluss, ein Umgang der Bösch wieder an die Spitze aufrücken liess. Forrer und Siegenthaler boten einen faden gestellten Gang. Roth unterlag in einem reinen Toggenburger Duell gegen Bösch.
Sechs vorneweg
So führten vor dem Ausstich auf einmal sechs Schwinger mit je 38,50 Zähler. Der aufgerückte Daniel Bösch zusammen mit Urs Abderhalden, Heinz Habegger, Roman Hocholdinger, Tobias Riget sowie der Winterthurer Lukas Nigg. Forrer und Siegenthaler folgten einen Viertelpunkt dahinter. Während Bösch gegen den Berner Heinz Habegger keine Zehn herausschwang, gewannen Forrer (gegen Lukas Nigg) und Siegenthaler (gegen Roman Hocholdinger) ihren fünften Gang mit der Maximalnote, womit nach fünf Gängen wiederum vier Schwinger punktgleich waren. Bösch, Forrer, Siegenthaler und Urs Aderhalden. Das Kampfgericht entschied zu Recht zum zweiten Male zum Endduell Forrer –Siegenthaler, speziell der Berner hatte ein enormes Pensum zu bewältigen. Gegen alle drei punktgleichen Gegner nach fünf Umgängen stand er schon einmal im Ring. Forrer besiegte zwar im Anschwingen mit Edi Philipp ebenfalls einen «Bösen». In den Duellen mit Marco Pedrazzi sowie gegen Lukas Nigg war er jedoch nicht überfordert.
Taktisch angegangen
Im Schlussgang riskierten im zweiten Aufeinandertreffen der beiden Schwinger lange keiner etwas, ehe Siegenthaler in der achten Minute mit Kurz angriff und sein Schicksal somit besiegelte. Forrer konterte eiskalt mit «Gammen/ rechts» und siegte zum dritten Male an einem Bündner-Glarner, nach 2001 in Chur sowie 2009 in Silvaplana. Ein zweites Unentschieden hätten sich die beiden jedoch nicht leisten können, davon hätte Bösch profitiert. Der gewann im sechsten Gang im Duell der ebenfalls gleichauf Führenden, gegen Urs Aderhalden. Hinter dem Seestädter Ruedi Eugster und dem Schaffhauser Pascal Gurtner findet sich Siegenthaler mit dem härtesten Notenblatt aller, auf Rang vier wieder. Ebenfalls in die Spitze gelangte Urban Götte, derweil Jakob Roth und Beat Clopath durch ein abschliessendes Remis etwas zurückfielen. Zu seinem ersten Kranz seit jenem am Eidgenössischen vor fast zwei Jahren in Frauenfeld kam der Churer Mike Peng, derweil Edi Philipp nach dem verpatzten Auftakt gegen Forrer im fünften Gang auch noch gegen den Benkner Hanspeter Kamer tauchte, und gar ohne Kranz heim musste. Andi Büsser fehlte infolge Viruserkrankung. Von den 20 abgegebenen Kränzen gingen neun an die St. Galler, fünf blieben im Bündnerland, je zwei sicherten sich die Emmentaler Gäste sowie die Zürcher und je einen die Schaffhauser und der Glarner Verband. Leer aus gingen die Urner.
Einer von sechs
Sechs Glarner Schwinger schwangen im entscheidenden, letzten Gang noch ums begehrte Eichenlaub, nur ein Einziger packte seine Chance. Der «Chirezer» Florian Beglinger bezwang den Bündner Casper Marugg im Bodenkampf. Zuvor meisterte er bereits Raphael Stössel, Bernd Walser und Christoph Odermatt. Gegen Daniel Bösch im zweiten Durchgang und im fünften etwas überraschend gegen Bruno Näf musste er zweimal als Besiegter von dannen. Mit 56,50 Zählern war er letztlich der Sieger einer geschlagenen Mannschaft. Pech hatte Roger Rychen, der sich gegen Ursin Battaglia einen wahren Abnützungskampf lieferte, mehrmals dem Sieg nahe stand, doch letztlich als gleich stark, beide den Kranz verpassten. Bruder Ueli nach einem Gestellten und einem Nuller im Anschwingen, mit drei Vollerfolgen nach vorne gedrescht, war um den Kranz gegen Urban Götte trotz guter Gegenwehr auf verlorenem Posten.
Ausgangslage nicht genutzt
Andere müssen sich selber an der Nase nehmen, dass der Glarner Verband nicht zu mehr Kränzen kam. Peter Horner und Christian Elmer vergaben eine sehr gute Ausgangslage. Horner mit drei Siegen und einer Niederlage gegen Beat Clopath zu Buche, verlor im Ausstich beide Duelle. Erst gegen Pascal Gurtner und zuletzt völlig unerwartet auch noch gegen den Benkner mit Glarner Wurzeln, Ueli Kamer, durch einen Konter am Boden. Elmer mit drei Siegen und zwei Nuller gegen Urban Götte sowie Tobias Riget zu Buche stehend, konnte zuletzt den jungen Appenzeller jedoch für Rheintaler schwingenden Andreas Roth nicht besiegen. Alois Mächler schliesslich kämpfte auch um seinen ersten Schwingerkranz, war aber gegen Roman Hocholdinger überfordert. Reto Landolt fiel durch die Niederlage im fünften Gang gegen Reto Holdener aus der Entscheidung. Und der Jüngste im Bunde, der angehende Forstwart-Lehrling Thomas Riedi, kam immerhin zu zwei Siegeskreuzlein.
Gottesdienst bei der Linthschlucht







