Francesco Piu & Lakeetra Knowles mit Blues und Soul im Wortreich

Dass der musikalische Auftritt des sardischen Francesco Piu und der US-Amerikanerin Lakeetra Knowles in der stadtglarnerischen Kulturbuchhhandlung Wortreich grad mit dem sich über mehrere Tage dahinziehenden Stadtfests zusammenfiel, mit sommerlicher Hitze der höheren Wärmeeinheiten einherging, drückte auf die Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer. Bedauerlich wenige fanden sich ein, durften aber von einfach Grandiosem Kenntnis nehmen, mittanzend, applaudierend, mitsingend und swingend.



Francesco Piu & Lakeetra Knowles mit Blues und Soul im Wortreich (Bilder: peter meier)
Francesco Piu & Lakeetra Knowles mit Blues und Soul im Wortreich (Bilder: peter meier)

Francesco Piu, so Christa Pellicciotta in ihrer kurzen, herzlichen Begrüssung, weilte in wechselnden Besetzungen bereits zum dritten Mal in Glarus. Sie wies in gewohnter Art aufs vielseitige Programm ihrer Buchhandlunh mit Filmen, weiteren musikalischen Highlights und anderem hin, bevor es auf der kleinen Bühne im kleinen Hauptort so richtig losging, anfänglich mit dem charmanten Willkomm von Francesco Piu, mit unnachahmlich grossen, weiss eingefassten Augengläsern. Er freue sich wieder mal in Glarus zu sein. Vom Publikum erwarte er nicht blosses Dasitzen. Er ist vielseitig ausgestaltender Gitarrist, voller Eleganz, mit temporeichem und virtuosem Spiel. Er st zugleich Sänger und Songwriter. Seine Leidenschaft, das riesig einfühlende und gekonnte Ausgestalten und die musikalische Vielfalt an Gefühlen aller Art trug er gekonnt und mitreissend vor.
Gast war die stimmgewaltige Sängerin Lakeetra Knowles aus Littlle Rock, Arkansas. Sie gestaltete voller Leidenschaft und riesig charmant aus, lud zum Mittun derart intensiv ein, dass sich viele von ihren Sitzgelegenheiten erhoben und mittanzten, andere blieben sitzen, klatschten mit, sangen Vorgegebenes noch so gerne nach und erklatschten sich am Ende Zugaben.
Es war so munter, verbindend, beseelt, zuweilen enorm laut, sich dann wieder ins Stille, Verträumte verlierend. Es war eine Konzert voller Gefühle mit Geschichten aller Art, mit Schwärmereien, Klagendem, Flehendem, dann wieder willkommen Fröhlichem.
Alles war kunstvoll und kurzweilig ineinander verwoben. Es war ebenso packend wie faszinierend, riesig intensiv und zum Mitgestalten zuweilen richtiggehend einladend.
Man vernahm, wie Insiderwissen aus den Zuschauerreihen aufklang, wie gross die Anteilnahme beim Mitgestalten war. Man begriff, dass Lakeetra Knowles ihren Fächer sehr oft brauchte, um die grosse Hitze wegzuscheuchen, sich ein klein wenig Kühlung verschaffte.
Was inhaltlich alles ausgedrückt war, wissen nur echte Kenner, es sind Alltagsgeschichten, wie sie sich überall ereignen, Zuneigung, Heftigkeit, Hingabe, Liebe in sich bergen. Und wie alles ausgesungen, auf der Gitarre brillant, mächtig und mit markanten Zäsuren begleitet war, erfuhr man in faszinierender, ergreifender Vielfalt.

Und irgendwann war einfach alles vorbei, war wieder Alltag. An der Worteich-Bar wurde verweilt, andere studierten Titel auf CDs, wieder andere teilten mit, was für sie persönlich enorm bewegend war. Aber alle hatten sich von echt Erfüllendem zu verabschieden.