Frau sei Dank!

Gerade liegt der nationale Frauenstreik einen Monat zurück. Doch noch immer ist er bei Begegnungen oder am Stammtisch ein Thema – und das ist gut so. Es wird über Gleichstellung diskutiert und die Debatte über einen Vater- respektive Elternurlaub hat eine neue Dynamik erhalten – Frau sein Dank!




Auch an der Jahresversammlung der Gewerkschaft VPOD grischun/glarus war der Frauenstreik ein wichtiges Thema. Eindrücklich beispielsweise die Gleichstellungs-Plakate, welche in der Caféteria des Kantonsspitals Graubünden platziert werden durften. Daraus entstanden spannende Gespräche und Begegnungen; gleichzeitig konnten der sozialpartnerschaftliche Austausch und das gemeinsame Bestreben zugunsten der Spitalberufe, von der Pflege bis zur Verwaltung und zum Hausdienst unterstrichen werden. 

Diese Plakate umrahmten nun die VPOD-Jahresversammlung, deren Traktanden mit guten Inputs der Teilnehmenden und unbestrittenen Entscheiden behandelt werden konnten.

Wie wichtig Gleichstellung ist, unterstrich Tamara Gianera (Leiterin der Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann des Kantons Graubünden). Denn Gleichstellung beginnt nicht erst bei den «grossen politischen Themen», sondern bereits viel früher. Beispielsweise kann in Graubünden zwischen 138 möglichen Ausbildungen gewählt werden. Jedoch 50% der Mädchen wählen eine Lehrstelle aus 4 Berufen (KV, Pflege, Betreuung, Detailhandel) – bei den Buben wählen 50% immerhin aus 12 «beliebten» Berufen aus. So ist schon bei der Berufswahl auch ein «Seitenwechsel», der Blick in andere Berufsfelder wichtig. Zu beachten ist zudem, dass es eine beachtliche Abwanderung der Jungen aus dem Kanton gibt. Gegen diese Entwicklung, auch gegen den Fachkräftemangel, aktiv werden, hat auch mit Gleichstellungspolitik zu tun, beispielsweise mit der Aufwertung so genannt klassischer «Frauenberufe».

Abschliessend zur Jahresversammlung hält denn die Gewerkschaft VPOD grischun/glarus fest, dass es mit einem Frauenstreik allein nicht getan ist. Das Engagement der Frauen muss weitergehen und geht weiter. So fordert der VPOD grischun/glarus die Regierungen der Kantone Graubünden und Glarus auf, beim eigenen Personal eine Lohnanalyse vorzunehmen und dort wo angebracht die notwendigen Schritte zur beruflichen Gleichwertigkeit vorzunehmen. Dabei sind auch sind auch die Aufstiegschancen zu prüfen und fördern. Die Budgets im Bereich der Pflege und Betreuung sind zu erhöhen, sodass die Löhne auch den hohen Ansprüchen und komplexen Anforderungen dieser Berufsfelder gerecht werden. Und nicht zuletzt sollten Mittel zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf freigegeben werden.