FREDERICK und sein beschwerlicher Weg auf die Bühnen der Welt

Anlässlich einer bereichernden Matinee, organisiert von Gabi Ferndriger von der der Baeschlin Bücher AG, feierte am gestrigen Sonntagmorgen im vollbesetzten Soldenhoffsaal in Glarus eine begeisterte Zuhörerschaft den 50. Geburtstag des Glarner Schriftstellers Perikles Monioudis. Gleichzeitig rezitierte der vielfach ausgezeichnete und in Zürich wohnhafte Schriftsteller Passagen aus seinem neuesten Werk «FREDERICK».




Der spannende und unterhaltsame Roman schildert den Weg und das Leben des berühmten Stepptänzers, Choreografen, Sängers und Schauspielers Fred Astaire. Es ist ein Leben zwischen Höchstleistung und Hingabe. Perikles Monioudis erzählt in ausgefeiltem Hochdeutsch spannend von Astaires Weg aus der amerikanischen Provinz ins Londoner Westend, an den Broadway, nach Hollywood, wo ihn Filme mit Gingers Rogers, Rita Hayworth und Eleanor Powell zu einem Weltstar machten. Ein überraschender, faszinierender Roman über einen grossen Tänzer, das Schöne und seine Brüchigkeit.

Er wollte nichts anders als tanzen


Frederick Austerlitz alias Fred Astaire wurde im Jahr 1899 in Omaha (Nebraska) geboren. Er beherrschte mit seinem Wirken als Tänzer, Choreograf, Sänger und Schauspieler über 75 Jahre die Bühnen der Welt. 1987 starb er in Los Angeles. Sein Vater, aus Linz eingewandert und ein Trinker wie Möchtegern-Künstler, hatte seine eigenen Träume einer glanzvollen Laufbahn begraben müssen, aber den Kindern Adele und Frederick die Freude an Gesang und Tanz vermittelt. Früh trat das Geschwisterpaar in Vaudevilles auf, verliess aber bald mit Ann, der Mutter, das provinzielle Omaha, um in New York weiter ausgebildet zu werden. Hier wirkte die von strenger Arbeitsethik getriebene Ann als umsichtige Erzieherin. Frederick erbte ihre ausgeprägte Disziplin. Während die rastlose Adele gern den Zerstreuungen erlag und jeden Applaus genoss, litt er darunter, da er dem Erfolg misstraute.

Unaufdringliches Lehrstück


Die breit gefächerte Romanbiografie hat Perikles Monioudis zu einem unaufdringlichen Lehrstück geformt. In seinem Roman «FREDERICK» offenbart der Autor seiner Leserschaft schonungslos die Leidenschaft und den Preis, welcher Erfolg immerwährend fordert. Er zeigt aber auch, wie rasch Schönheit schwinden kann. Immer wieder taucht dabei eine geheimnisvolle, aber nicht unbedingt zwingende Figur auf, die sich einmischt und mehrere Deutungen zulässt: Ist es Fredericks innerer Zensor oder der Widersacher schlechthin? Dieser «Mann im hellen Anzug» rät zum Abbruch der Karriere «in der Blüte des Schaffens». Er taucht als der hässliche Alte auf und reizt den sechsjährigen Frederick zum Widerspruch. Er irrlichtert durch den Roman, ohne sich um chronologische Richtigkeit zu kümmern, entführt Frederick in Traumwelten und lässt ihn die Zukunft ahnen. Und noch etwas sorgt für eine anfänglich sperrige Lektüre: Der erwähnte Mann schreibt über Frederick ein Theaterstück, dessen Text sich in Monioudis' Roman einschleicht. Das Verwirrspiel ist perfekt. Der Roman ist erhältlich bei der Baeschlin Bücher AG an der Hauptstrasse 32 in Glarus.