Für einmal nicht nach Gauss

59 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Glarus konnten am letzten Donnerstag ihr Maturazeugnis in Empfang nehmen. Rektor Peter Aebli wies darauf hin, dass es in diesem Jahr entweder gute oder ziemlich knappe Resultate gab. Dies entgegen der Gauss’schen Normalverteilung.



Für einmal nicht nach Gauss

Die Mitte ist meistens am grössten vertreten, ein bisschen überspitzt ist dies die Erkenntnis von Carl Friedrich Gauss aus dem 18. Jahrhundert. Seine Glockenkurve oder auch Normalverteilung sagt aus, dass der Durchschnitt am meisten vertreten ist und die Peripherie deutlich seltener. Das Resultat der diesjährigen Maturitätsprüfung in Glarus sieht jedoch anders aus. «Es gibt eine Häufung der eher schwachen Resultate, aber auch eine solche, bei den ausgezeichneten», meinte dazu Rektor Peter Aebli. Vor allem die schwachen Leistungen erklärte er sich damit, dass viele Schüler eine Punktlandung gemacht haben. Also nur genau so viel geleistet hätten, um die Kriterien zu erfüllen. Es gäbe aber auch Schülerinnen und Schüler, die auf dem Niveau der Kantonsschule an ihre Leistungsgrenzen kämen. Dies zeigt auch die mit vier eher hohe Zahl an Nicht-Bestandenen. Weiter erwähnte Aebli, dass die Anforderungen in Glarus teilweise höher seien als an anderen Gymnasien. «Das Maturitätszeugnis der Kanti Glarus ist nicht einfach irgendein Maturitätszeugnis.»

Der Kinderarzt und Fachbuchautor Professor Remo Largo, erklärte in seinem Referat, dass das Leben nur selten eine geradlinige Autobahn sei. «Es ist voller Knotenpunkte und Richtungswechsel.» Schwierig macht es dabei auch, dass viele Bereiche berücksichtig werden sollten. Auf der einen Seite Selbstverwirklichung, auf der anderen finanzielle Sicherheit. Und natürlich auch das Thema Familie. Die Schweiz sei auf genügend Nachwuchs angewiesen. «Aber die Gesellschaft baut darauf, dass Frauen arbeiten.»Als abschliessenden Rat gab Largo den Maturandinnen und Maturanden folgende Worte auf den Weg:«Wichtig ist, etwas zu finden, das einem am ehesten entspricht.»
Anschliessend wurde den Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom von der neuen Erziehungsdirektorin Christine Bickel überreicht.