Garichti – Ruhe, Naturschönheiten, Farben, Wanderungen

Zuweilen ist es besser, unweit der vier eigenen Wände zu verweilen, sich der Ruhe und Schönheiten der Natur hinzugeben. Ein derartiges Ziel ist der Stausee Garichti samt attraktiver Angebotsfülle. «Oben» ist man schnell. Wer die kurvenreiche, zuweilen schmale und gut unterhaltene Bergstrasse nicht befahren will, nimmt ab Bahnhof Schwanden das Postauto bis zur Talstation der Seilbahn Mettmen. Wer die eigene Fitness zu testen gedenkt, wandert – der Möglichkeiten gibt es viele.




Und ist man einmal beim herrlich gelegenen Stausee angelangt, geht die sprichwörtliche «Qual der Wahl» so richtig los. Hitze und Talboden hat man hinter sich gelassen. Soll man sich zuerst kulinarisch verwöhnen lassen, den leicht mehr als eine halbe Stunde dauernden Weg um den Stausee unter die Füsse nehmen, sich mit der Artenvielfalt im Fryberg befassen – nachdem man die Hinweise am Infostand natürlich gründlichst studiert hat, die Moorlandschaft erkunden oder in die Höhe steigen?

Blumenrundgänge, Infos über Wildbienen und Hummeln, Erläuterungen eines Wildhüters, Wildbeobachtungen, gründliches Betrachten von Flechten und Moosen, das Kennenlernen von Laufkäfern oder Fledermäusen – alles ist auf sorgsam gestalteten Flyern zusammengefasst. Somit stünde den verschiedenen Entdeckungstouren im Fryberg eigentlich nichts mehr im Wege – wenn am 11. und 12. August die entsprechende Zeit und das Interesse vorhanden sind. Vertiefende Auskünfte sind bei Fridli Marti, Präsident der Naturforschenden Gesellschaft (Mail: marti@quadragmbh.ch) oder im Naturzentrum Glarnerland im Bahnhof Glarus (www.naturzentrum-glarnerland.ch) erhältlich. Es sind weiter Yoga, Kulinarik mit herrlich wilden, gut mundenden Spezialitäten, Heilfastenwoche, morgendliche Entdeckungstouren im ältesten Wildschutzgebiet Europas aufgeführt – langsam wird zielorientiertes Auswählen schwierig. Es geht im Winter in bescheidenerem Umfang weiter.

Ab dem Stausee Garichti auf 1 622 m ü.M. lässt sich in fast alle Himmelsrichtungen loswandern. Neben Anspruchsvollem, zeitlich Aufwendigem, lassen sich die Gemeinden im Sernftal, Obererbs, Ämpächli, Berglialp, Leglerhütte und andere Orte erreichen. Und bleibt man bei Flurnamen haften, fragt man sich zuweilen, woher all diese Bezeichnungen stammen und was sie bedeuten. Einiges – wie Matt, Güetli, Börtli, Stafel, Bödeli, Riet, Obmoos, Stalden, Laueli, Sunnenberg – lässt sich herausfinden. Leicht schwieriger wird es mit Mittlist, Ratzmatt, Milchspüelersee, Matzlenfurggel, Erbser Stock, Bischofalp und anderem. In solchen Begriffen ist nicht selten Ortsgeschichtliches versteckt.

Es macht durchaus Sinn, sich am ruhigen Stausee irgendwo niederzulassen, die Panoramakarte Glarus Süd hervorzukramen und sich dem Studium der so nahen, anmächeligen Welten zu widmen, erkennend, dass viele Ziele samt zuweilen fordernden Wegstrecken aufs Erreichen warten. Und dann kann es so richtig losgehen …