Gebirgskantone setzen weiterhin auf ihren Rohstoff Wasser

Im Zuge des Klimawandels und der rasant wachsenden Weltbevölkerung hat das Thema “Wasser” unbestritten globale Bedeutung erlangt. Den wasserreichen Gebirgskantonen erwachsen dadurch vielfältige Chancen und Risiken.



Die Gebiergskantone setzen weiterhin auf ihren Rohstpff Wasser (Bild: jhuber)
Die Gebiergskantone setzen weiterhin auf ihren Rohstpff Wasser (Bild: jhuber)

Vor diesem Hintergrund hat die Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) beschlossen, das im UNO Jahr des Süsswassers 2003 initiierte Projekt „Kompetenznetzwerk Wasser im Berggebiet“ vorerst bis Ende 2010 zu verlängern. Das Kompetenznetzwerk Wasser im Berggebiet ist von der RKGK als Pilotprojekt der Neuen Regionalpolitik des Staatsekretariats für Wirtschaft seco ins Leben gerufen worden, um zur Arbeitsplatzsicherung und der Schaffung von Wertschöpfung im Berggebiet beizutragen. In den vergangenen drei Jahren hat die am Eidgenössischen Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF in Davos angeschlossene Netzwerkleitung in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Institutionen eine Reihe verschiedenartiger Wasser-Projekte erfolgreich initiiert und umgesetzt sowie wertvolle Partnerschaften geknüpft.


Verlängerung bis 2010


„Aus der Erfahrung des seco mit vergleichbaren NRP-Projekten wissen wir, dass drei Jahre nicht ausreichen, um direkte Wertschöpfung generieren zu können“, so Pankraz Freitag, Landesstatthalter des Kantons Glarus und Präsident des Kompetenznetzwerks Wasser im Berggebiet. Die RKGK hat deshalb beschlossen, das Projekt vorerst bis Ende 2010 zu verlängern.

Landesstatthalter Freitag gibt sich überzeugt davon, mit dem Thema Wasser richtig zu liegen. Auch in der kleinräumigen Schweiz, wo insgesamt fast doppelt so viel Niederschlag fällt wie im europäischen Durchschnitt, sei das Wasser nicht überall im Überfluss vorhanden, und der Nutzungsdruck auf die begrenzte Ressource nehme auch hierzulande stetig zu.


Wert des Wassers


Meinungsumfrage bestätigt Relevanz des Themas „Wasser“ Eine kürzlich im Auftrag des Kompetenznetzwerks schweizweit durchgeführte Meinungsumfrage bestätigt die Einschätzung von Landesstatthalter Freitag: Fast siebzig Prozent der Befragten – regional bis zu achtzig Prozent – identifizieren Wasserknappheit in der Schweiz als sehr wichtigen oder wichtigen Problembereich. Durchschnittlich gar 87% empfinden die Gewässerverschmutzung als sehr wichtiges oder wichtiges Problem. Der Wert des Wassers für die Bevölkerung manifestiert sich auch in der Tatsache, dass über die Hälfte der Befragten den Preis für den Wasserbedarf eines Haushaltes deutlich überschätzt, bzw. Wasser weniger kostet als erwartet.

Dass laut Umfrage Herr und Frau Schweizer im Falle einer eingeschränkten Wasserverfügbarkeit das knappe Gut hauptsächlich für die Trinkwasserversorgung (82%) und für die Bewässerung in der Landwirtschaft (43%), also zur Ernährungssicherung, einsetzen würden, überrascht nicht. Nur 22% der Befragten denken hingegen bei limitiertem Wasservorkommen an die Stromgewinnung. Da fast 60 Prozent der landesweit erzeugten elektrischer Energie aus Wasserkraftanlagen stammen, lässt sich ein mangelndes Bewusstsein der Befragten für die substanziellen Leistungen des Berggebiets zu Gunsten der gesamtschweizerischen Bevölkerung vermuten.


Kompetenznetzwerk Wasser im Berggebiet


Kompetenznetzwerk als aktive WissensdrehscheibeIn seiner Funktion als aktive Wissensdrehscheibe arbeitet das Kompetenznetzwerk in den kommenden drei Jahren darauf hin, dieses Bewusstsein zu heben und eine fruchtbare, überregionale und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaft, Privatwirtschaft und öffentlicher Hand zu ermöglichen. Durch die Vermittlung wissensbasierter Lösungen für anstehende Probleme sowie die Förderung innovativer Projekte soll das Kompetenznetzwerk Wasser im Berggebiet zudem seinem Grundgedanken treu bleiben und zur Stärkung der Wertschöpfungsketten und der Arbeitsplatzsicherung im Berggebiet beitragen.