Geborgen im Lebenshaus der Schöpfung

Der Erntedankgottesdienst der Röm.-Kath. Kirchgemeinde Schänis-Maseltrangen und der Evang.-Ref. Kirchgemeinde Bilten-Schänis führte die Gäste am vergangenen Sonntag auf den reich geschmückten Hof von Ernst und Maya Schmid nach Bilten.




Pfarrer Martin Kuckelsberg und Kaplan Joseph Antipasado durften zahlreiche Gäste zum ökumenischen Erntedankgottesdienst in Bilten begrüssen. Feldfrüchte und Blumen, vorbereitet und bunt arrangiert von den Bäuerinnen und Landfrauen Bilten, bildeten den Rahmen dieser speziellen Feier unter (fast) freiem Himmel. Der Dank für den Segen der Ernte flocht sich wunderbar in den aktiven Gottesdienst ein, der vom Männerchor Schänis mit stimmigen Liedern ergänzt wurde.

Lasst die Kinder zu mir kommen

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen die Taufen von Lea Schmid und Pascal Schmid. Die beiden Tauffamilien wählten für ihre Taufsprüche Symbole von Gottes Stärke und Schutz: Der Fels und das Schild. Mit dem Wasser aus dem Hofbrunnen sollten die beiden Kinder, welche dem Babyalter bereits entwachsen sind, getauft werden. Pfarrer Martin Kuckelsberg lud die Gottesdienstbesucher ein, eine Menschenkette zu bilden und das Wasser von einem Becher zum anderen zu schütten, damit am Ende genug Taufwasser im Krug beim Altar bereit stünde. Die Freude über die aktive Teilnahme stand den «Wasserträgern» ins Gesicht geschrieben. Alleine die Täuflinge standen der ganzen Aktion etwas skeptisch gegenüber. Am Ende, mit Taufkerze und Kinderbibel in der Hand, konnten auch Lea und Pascal wieder entspannt lächeln und sich über den einmaligen Moment der Taufe freuen.

Bunt leuchtende Schätze – im Kleinen wie im Grossen

Kaplan Joseph Antipasado blickte in seinen Worten zurück auf eine Zeit, in der die Bauern in der Linthebene noch unter den schlechten Anbaubedingungen litten. Karge Ernten und Hungerzeiten gehörten vor der Linthmelioration zum Alltag der Menschen. «Heute leben wir jedoch in einer Überflussgesellschaft», so Antipasado. Es sei darum fraglich, ob wir jeden Quadratmeter übernutzen sollten. Vielmehr gelte es, ein intaktes Ökosystem zu erhalten, das in erster Linie den Tieren und Pflanzen nutzt, aber im Endeffekt auch uns Menschen zugute kommt. Bäche sollen wieder fliessen können. Tümpel und Feuchtgebiete sollen erhalten oder gar geschaffen werden. «Es liegt in unserer Verantwortung, dass wir auch unseren Mitgeschöpfen zu Land, in der Luft und eben auch zu Wasser, etwas vom Reichtum der Natur übrig lassen.»