Gedankenaustausch und Informatives

Die Treffen zwischen jenen Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten, die in der letzten Amtsperiode vor der Fusion noch im Amt waren und Politisierenden, die sich heute diesen und weiteren Forderungen stellen, gehören mittlerweile zu einer willkommenen Tradition. Zustande kommt das Begegnen dank Hansruedi Forrer aus Luchsingen und dem Obstaldner Fridolin Dürst.



Sie laden einmal pro Jahr ein und stellen das jeweilige Programm zusammen. Nach Quinten, Braunwald, Elm, Ennenda und dem Appenzellischen war diesmal der Kerenzerberg mit dem Sportzentrum und Obstalden mit dem alten, historisch und baulich bedeutsamen alten Pfarrhaus Ziel dieses stets vielseitigen und gemütlichen Verweilens.

Die Begrüssung erfolgte im Sportzentrum Filzbach. Ehrend gedacht wurde des unlängst verstorbenen Willy Kamm. Hansruedi Kamm hielt ganz kurz Rückschau auf Touristisches, Beschäftigungsangebote, Naturereignisse und die allgemeine Bedeutung des Kerenzen, der ab 1890 bis 1910 als Molkenkurort bekannt und gut besucht war. Eine Seidenweberei, kleinere Gewerbebetriebe und Landwirtschaft boten Beschäftigungen für jene, die an der damals wichtigen, stark befahrenen Verkehrsachse Zürich–Chur wohnhaft waren. Nicht immer ging es in der erhofften Weise vorwärts. Die in ihrer Art einzigartige Lage brachte es mit sich, dass Hotels entstanden. Nach Jahrzehnten wurden einige geschlossen, abgerissen oder einer anderen Nutzung zugeführt. Aus heutiger Sicht sind der Bau der Sesselbahn ins Habergschwänd Anfang der Sechzigerjahre samt Ausbau, die Inbetriebnahme der gemeinsamen Kläranlage anno 1969 und die im Jahre 1970 erfolgte Inbetriebnahme des Sportzentrums, das im Besitze des Zürcher Kantonalverbandes für Sport und gleichzeitig bedeutsamer Arbeitgeber ist.

Walter Hofmann, Leiter des grossen Sportzentrums, referierte kompetent, Bedeutsames aus Gegenwart und Ausbaupläne für die Zukunft hervorhebend. Im Jahre 1966 konnten 21 000 Quadratmeter Bauland erworben werden. Für den damaligen Zürcherischen Verband für Leibesübungen mit 35 angeschlossenen Sportverbänden und für Filzbach, das sich als Standort gegen Davos durchgesetzt hatte, begann eine heute noch willkommene, breit akzeptierte und mitunterstützte Zusammenarbeit.

Seit nunmehr 45 Jahren ist das Sportzentrum in Betrieb, hundert Millionen Franken wurden von den Zürchern investiert. Das Betriebssystem basiert mit dem eigentlichen Sportzentrum, dem Hotel und der Sportmedizin auf drei Säulen. Filzbach ist eine der fünf Basen von Swiss Olympic und damit von gesamtschweizerisch hoher Bedeutung für Spitzensportler. Es werden pro Jahr rund 35 Leiterkurse in verschiedensten Bereichen angeboten, das generiert Folgekurse und animiert nicht selten zu Ferienaufenthalten.
Ganz kurz erläuterte Walter Hofmann den Inhalt des Leistungsauftrags. Es ist ein Bekenntnis zum Jugend- und Breitensport.

Das Angebot soll ausgeweitet werden. Es steht neu eine Gesamtfläche von 130 000 Quadratmetern, also rund 18 Fussballfeldern, zur Verfügung. Unter anderem sind momentan Restaurant, Personalhäuser, das Hallenbad mit einem 25-m-Becken samt Hubboden, Einfach-, Zwei- und Dreifachturnhalle, Beachvolleyball-Feld, Sandtennis-Plätze, Finnenbahn, Schiessanlage, Leichtathletikanlage mit 400-m-Rundbahn, Stabhochsprung, Kugelstossen, Weitsprung, Kraftraum, Unterkunftstrakt mit maximal 200 Betten, Restaurant mit ebenso vielen Sitzplätzen für die erwähnten und weiteren Sportarten verfügbar. Einheimische können die Anlagen nach Absprache zum Teil mitbenutzen.

Hofmann äusserte sich zu Finanziellem. Die Aufenthaltskosten sind mit 60 Franken und Tag im Sportzentrum und 90 Franken im Hotel moderat. Die Auslastung liegt bei leicht mehr als 128 000 Logiernächten. 52 Mitarbeitende haben eine Beschäftigung, sie teilen sich in insgesamt 37 Vollzeitstellen. April bis Oktober sind momentane Spitzenmonate bezüglich Auslastung. Gegenüber Vorjahren hat es deutlich weniger Schullager. Die Finanzierung ist gesichert. Anders als Näfels ist die Infrastruktur viel breiter vorhanden. Wie das Gäsi und der Walensee als Zentrum für Wassersport einbezogen bleiben (bessere Verkehrsanbindung), ist im Moment nicht definitiv absehbar.

Ganz klar ist für die Verantwortlichen, dass das Sportzentrum ausgebaut werden muss, um breiter abgestützt wirtschaften zu können. Anhand eines Modells kam Walter Hofmann auf Geplantes zu reden. Zum zukünftigen Regenerationsbereich gehören zusätzliche Angebote, eine neue Dreifachturnhalle muss erstellt werden, die Indoorbereiche bleiben miteinander unterirdisch verbunden, der Unterkunftsbereich wird mit einem mehrstöckigen Bau zeitgerecht attraktiver. Am Projektwettbewerb beteiligten sich 56 Interessenten, 12 kamen in die engere Auswahl. Das Siegerprojekt trägt den Namen «Silhouette». Im günstigsten Fall sind die Baupläne bis 2020 umgesetzt. Das Projekt, das spürten die Verantwortlichen, wurde öffentlich vorgestellt und stiess auf hohe Akzeptanz. Es können inskünftig in 22 verschiedenen Sportarten Kurse angeboten werden.

Alle waren spürbar beeindruckt. Auf dem Weg nach Obstalden wurde über einiges diskutiert.

Ein «Marschhalt» an einem einzigartig schönen Aussichtsort gab Martin Laupper, Präsident von Glarus Nord, Gelegenheit, auf Spezifisches auf dem Kerenzen hinzuweisen. Weiterführend äusserte er sich dann im Hotel-Restaurant Sternen in Obstalden, wo man gar aufmerksam verwöhnt wurde. Glücklicherweise hielt sich er Regen in vornehmer und entgegenkommender Weise zurück, als die Wanderung nach Obstalden angegangen wurde.

Und ganz zum Schluss äusserte sich Peider C Jenny fundiert über das alte, historische Pfarrhaus in Obstalden, eine bauliche Perle. In zwei Zimmern befinden sich seltene Malereien. Die Gastfreundschaft des sachkundig argumentierenden Hausbesitzers war ebenso beeindruckend wie die Führung durch das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht. Die Teilnehmenden, unter ihnen auch Ständerat Dr. Thomas Hefti und This Vögeli, Präsident von Glarus Süd, erfuhren viel Wissenswertes, vorgängig zumeist Unbekanntes.