Geistreiche Persiflage einer Wilhelm-Busch-Geschichte

Die Rezitatorin und Cellistin Vera Bauer präsentierter dem Publikum die geniale Künstlerstory «Balduin Bählmann, der verhinderte Dichter» von Wilhelm Busch.




Nur mit ausdrucksstarken Worten, bissigen und sarkastischen Kommentaren sowie mit gelegentlichem Streichen des Violoncellos widmete sich die Künstlerin Vera Bauer am vergangenen Samstag im Hänggiturm in Schwanden der Geschichte «Balduin Bählmann, der verhinderte Dichter» von Wilhelm Busch. Bauer verwebte dabei die Story von Busch mit der Prosa von Arthur Schopenhauer. Mit witziger und zugleich tiefgründiger Vielschichtigkeit führt sie den Beamten, der nach Höherem strebt, durch all seine Abenteuer. Balduin Bählmann reist aufs Land, um dort die ersehnte kreative Einsamkeit zu finden. Doch brüllende Rindviecher, die Streiche der Dorfbuben und die zweifelhaften Avancen eines scheinbar reizenden Bauernmädchens stellen die dichterische Inspiration auf eine harte Probe. Bählmanns hochfliegende Erwartungen, seine gutmütige Naivität, die Tücke des Objekts und die Heimtücke der Mitmenschen, das alles vermag die Künstlerin in Worten und mit Celloklängen den aufmerksam Zuhörenden näher zu bringen. Es ist erstaunlich wie es der Rezitatorin gelingt, auch mit Mimik und Körpersprache amüsant und herausfordernd die grotesken Abenteuer des vom Pech verfolgten Möchtegernpoeten nachvollziehbar zu machen. Das nicht sehr zahlreich anwesende Publikum, an diesem Anlass vom Kulturverein Glarus Süd, honorierte die erstaunliche Leistung von Vera Bauer mit verdientem Applaus.