Geld ausgeben, wo man es verdient

Mit Sorge blickte der Präsident des Industrie- und Gewerbevereins Netstal (IGVN) Sepp Kubli auf den Einkaufstourismus, der nicht nur im Glarnerland, sondern in der ganzen Schweiz, den Geschäften das Leben schwer macht.



An der Hauptversammlung des Industrie und Gewerbevereins Netstal (IGVN) blickte der Präsident Sepp Kubli auf ein schwieriges Jahr für die Mitglieder zurück. Euroschwäche, Einkaufstourismus ins Ausland, aber auch die weiter steigende Nutzung von Internetportalen, waren Themen, die nicht nur Kubli wohl beschäftigt haben. «Nicht nur als Gewerbler frage ich mich, wo führt das hin?» Und wollen wir das? Denn die Kehrseite der Medaille ist, dass im Dorf die Geschäfte leer stehen, da sie bei diesem Konkurrenzkampf unterliegen. Nicht nur, dass damit der Begegnungspunkt Dorfzentrum verloren geht, es führe zudem zu einer Abwanderung des Geldes ins Ausland. «Man soll doch das Geld dort ausgeben, wo man es verdient, damit es einem selber wieder zugutekommt.» Dieser monitäre Kreislauf sei aber je länger je mehr nicht mehr selbstverständlich. «Vielleicht müssen wir die Konsumenten in unserer Gemeinde wieder vermehrt wachrütteln.» Nicht nur hier biete sich deshalb eine Zusammenarbeit mit Gewerbevereinen aus anderen Dörfern und Gemeinden an. «Wir leiden alle unter den gleichen Problemen», meinte dazu Urs Kern, Präsident des Gewerbevereins Ennenda. Ansonsten zeigte sich der Präsident des IGVN über die Aktivitäten seines Vereins sehr zufrieden. Die Chilbi, der Kreuzmarkt und der Klausumzug konnten wieder reibungslos durchgeführt werden und fanden grossen Anklang. Den Dank für die Gemeinden sprach anschliessend Gemeinderat Peter Schadegg aus. «Die Gewerbevereine sind unser Draht in die einzelnen Dörfer.» Der Abschluss der Versammlung bildete ein gemeinsames Nachtessen beim neusten Vereinsmitglied, dem Hotel-Restaurant Rhodannenberg im Klöntal.