Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten in Mühlehorn

Die Gemeindefusion gehört der Vergangenheit an, anders sieht es um die Zusammenkünfte der bis zu diesem Zeitpunkt amtierenden Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten aus. Hansruedi Forrer aus Luchsingen und Fridolin Dürst, Obstalden laden mit willkommener Regelmässigkeit – stets vor Beginn der jeweiligen Sommerferien – zu einem Treffen ein. Willkommen sind jeweils weitere Gäste. Bereits zum neunten Mal fanden sich gegen 25 Personen zusammen; Ziel war diesmal die von Christian und Roswitha Zimmermann geführte Hammerschmiede in Mühlehorn.




Es sei vorweggenommen; niemand hatte sein Kommen zu bereuen. Hansruedi Forrer begrüsste, Roswitha Zimmermann führte die spürbar erwartungsfreudigen Gäste Richtung Meerenbach und Hammerschmiede. Bald war man von verschiedensten, handgeschmiedeten Kunstwerken umgeben, damit erahnend, mit welch kreativem, formschönem Handwerk sich ein Kunstschmied beschäftigt. Man wurde zum oberschlächtigem Wasserrad geführt, vernahm gleichzeitig, wie hoch die ideale Temperatur fürs Schmieden sein müsse und begab sich dann für gut anderthalb Stunden in die eigentliche Schmiede.

Christian Zimmermanns Wissen ist faszinierend, so vieles umfassend, wovon Laien vielleicht mal kurz etwas vernommen haben. Mit sympathischer Beseeltheit zeigte er Wesentliches in beeindruckender Weise auf. Er sei vor einem Vierteljahrhundert in Mühlehorn sehr bereitwillig und mit viel Sympathie aufgenommen worden und man habe mitgeholfen, die im Jahre 1777 erstellte Schmiede wieder betriebsbereit zu machen. Erwähnt wurden Matthias Elmer und Willi Kamm.

Roswitha Zimmermann zeigte auf, wie der aus dem Gebiet des Mürtschenstocks gespiesene Meerenbach eine Kulturgrenze zwischen der alemannischen und romanischen Sprache bilde, dass der Name gemeinsames und gleichzeitig geteiltes Land bedeute.

In traditioneller Art- mit dem Hammerschlag auf den Amboss – wurden alle begrüsst und auf noch zu bewältigende Arbeitseinsätze hingewiesen. Man erfuhr die Unterschiede zwischen Holz- und Steinkohle, welche Metalle fürs Schmieden geeignet sind, dass sich der Abbau oberhalb von Schwändi nicht lohnte, welche Arbeiten der Schmied heute noch erledigt.

Früher habe es rund 70 verschiedene Schmiedearbeiten gegeben, heute seien es Reparaturen, Kunstobjekte, Hufeisen, Torgitter und anderes. Pfeilspitzen, Nägel aller Grössen, Schrottmesser, Transporthaken und anderes fanden Erwähnung. Es waren gut verständliche, enorm interessante Erläuterungen zu diesem einst «Götter-» oder «Himmelsmetall» genannten Eisen.

Nachdem man charakteristische Hämmer aus verschiedensten Ländern (Frankreich, Spanien, Belgien, USA, England, Schweiz, Deutschland) zu sehen bekommen hatte, kam es zur Arbeit im Dreierteam. Links- und Rechtshänder erfuhren, wie der jeweilige, recht schwere Hammer zu führen war. Christian und Roswitha Zimmermann schauten ganz genau hin, korrigierten, wenn es notwendig war – und bald einmal wuchs ein währschaft solider, langer Nagel, auf dessen Kopf Christian Zimmermann beinahe in Windeseile den Landespatron Fridolin hinzauberte. Den nahm Hansruedi Forrer mit – mit dem Versprechen, ihn im nächsten, zehnten Begegnungsjahr dabei zu haben.

Den Apéro nahm man im Ausstellungsraum des prachtvollen Hauses ein und wechselte später fürs gemeinsame Mittagessen ins Hotel Kerenzerberg, Filzbach.
Es ergaben sich beim sorgsam zubereiteten und servierten Essen gar viele Diskussionen über «Land und Lüüt» – so wird es im kommenden, zehnten Durchführungsjahr wieder sein.