Der Baustart des neuen Streckenabschnitts ist auf Anfang 2026 geplant. Die Bauzeit wird auf rund zwei Jahre geschätzt, wobei der Verlauf stark von der Witterung abhängt. Das Baugesuch lag vom 23. Juli bis 22. August 2025 öffentlich auf, wobei keine Einsprachen eingegangen sind. Der Baubewilligungsentscheid wird bis Ende 2025 erwartet.
Neue Linienführung «Chatzenrittwald» bestätigt
Der zerstörte Strassenabschnitt bei der Wagenrunse machte eine grundlegende Neuerschliessung unumgänglich.
Das Projekt sieht somit keinen Ausbau der Infrastruktur vor, sondern eine nachhaltige Wiederherstellung der ursprünglichen Situation. Der zerstörte Abschnitt wird durch einen neuen 950 Meter langen Strassenneubau ersetzt, der die bestehenden Strassen ober- und unterhalb der Wagenrunse wieder verbindet. Die neue Linienführung liegt ausserhalb des Rutschgebiets und gilt laut geologischen Gutachten als die sicherste Lösung. Im Gegensatz zur alten Strasse verläuft der neue Abschnitt nicht mehr über den Schlattboden im Westen, sondern östlich im Chatzenrittwald, komplett ausserhalb des Rutschgebiets. Zwischen den Wendeplatten entstehen jeweils zwei Ausweichstellen, deren Abstand sich am ursprünglichen Streckenabschnitt orientieren, sodass Autobusse und der Individualverkehr problemlos kreuzen können.
Geotechnische Untersuchungen und eine Zweitmeinung unabhängiger Fachgutachter bestätigen die Machbarkeit. Mit sorgfältiger Überwachung und geeigneten Sicherungsmassnahmen können die verbleibenden Restrisiken vertretbar reduziert werden.
Zentrale Bedeutung für die Region
Die geplante Neuerschliessung ist entscheidend, um das Niderental und das angrenzende Kärpfgebiet zuverlässig erreichbar zu halten. Sie ermöglicht die Bewirtschaftung der Waldungen und Landwirtschaftsflächen, sichert die Arbeitsgrundlage für Alpbetriebe und stellt sicher, dass das Gebiet seine wichtige Funktion für den Tourismus erfüllen kann. Gleichzeitig trägt eine stabile Strassenverbindung zur Standortattraktivität der gesamten Gemeinde Glarus Süd bei.
Die derzeitige provisorische Umfahrung über die Tannenbergstrasse ist mit hohem Aufwand verbunden und verursacht jährliche Betriebs- sowie Unterhaltskosten im sechsstelligen Bereich. Zudem befindet sich die Strasse nicht im Eigentum der Gemeinde, sondern der Korporation Haslen-Auen-Täli, weshalb unklar ist, wie lange eine Nutzung weiterhin gewährleistet wird. Die Neuerschliessung schafft eine verlässliche langfristige Lösung, welche die vielfältigen Interessen der Region für die nächsten Generationen sicherstellt. Seite 2
Mehrkosten wegen aufwendiger Bauwerke
Der Kostenvoranschlag liegt bei CHF 9,0 Mio. (+/– 10%). Gegenüber dem Vorprojekt, das noch mit CHF 6,0 Mio. (+/– 25%) gerechnet hatte, bedeutet dies eine deutliche Kostensteigerung.
Die höheren Kosten ergeben sich vor allem daraus, weil mit der Ausarbeitung des Bauprojekts die Linienführung sowie die berg- und talseitigen Böschungen präzise festgelegt werden konnten. Dadurch zeigte sich das genaue Ausmass der umfangreicheren Kunstbauten, Nagelwände und Bruchsteinmauern, welche dafür notwendig sind.
Zusätzlich werden nun auch Nebenarbeiten, die unabhängig vom Strassenneubau erforderlich gewesen wären, berücksichtigt. Dazu zählen die Quellableitung bei der Wagenrunse sowie die Sanierung der Bachverbauung im Chatzenrittwald.
Subventionsberechtigung bestätigt
Bund und Kanton haben bestätigt, dass die Neuerschliessung des Niderentals subventionsberechtigt ist. Über die Höhe der anrechenbaren Kosten laufen derzeit Verhandlungen mit dem Kanton und weiteren Beteiligten. Konkrete Richtwerte werden im Memorial zur Gemeindeversammlung im November veröffentlicht.
Die notwendigen Mittel für den Gemeindeanteil sind in der Investitionsrechnung 2026 sowie im Finanzplan 2027/28 eingestellt.




