Gemeinsame Informatiklösung

Die Gemeinden und der Kanton haben sich zu einem Schulterschluss im Bereich der Informationsverwaltung entschieden In Zukunft werden alle Beteiligten ihre Bedürfnisse an die Prozesse, die Datenhaltung und damit an die Informatik insgesamt aufeinander abstimmen. Mit diesem Entscheid wird einerseits ein hoher Standard gewährleistet, andererseits werden enorme Kosten gespart.



Die künftige Struktur der Informatik im neuen Glarnerland
Die künftige Struktur der Informatik im neuen Glarnerland

Die gemeinsame Informationsführung von Kanton und den drei neuen Gemeinden ist schweizweit eine Pionierleistung. Nirgendwo sonst in der Schweiz arbeiten die kommunale und kantonale Ebene in diesem Bereich so eng zusammen. Möglich wird dieser Schritt durch die Gemeindestrukturreform und die damit verbundene Neukonzeptionierung der Informatik auf kommunaler Ebene.

Optimale Lösung

Im Rahmen der Gemeindestrukturreform wird eine optimale und kostengünstige Informatik­lösung angestrebt. Die ursprüngliche Idee bestand aus einer Harmonisierung der Infor­matiklösungen in den drei neuen Gemeinden. Eine Analyse im Herbst 2009 zeigte jedoch überaus deutlich, dass sich auf allen Ebenen mittel- und langfristig deutlich mehr Synergie­potential ergibt, wenn auch der Kanton eingebunden wird. Deshalb haben sich der Regierungsrat und die neuen Gemeindebehörden umgehend für diesen Weg entschieden.

Das grösste Synergiepotential kann erreicht werden, wenn möglichst viele Partner eine gemeinsame Organisation für die Prozesse und die Informationsführung erarbeiten und betreiben. Das Prinzip ist einfach: Muss eine Sache nur einmal statt drei- oder viermal gemacht werden, können der Betrieb und die Weiterentwicklungen günstiger erbracht werden. Die neuen Gemeinden und der Kanton lösen somit künftige Herausforderungen in der Informatik gemeinsam, koordinieren die Weiterentwicklung und garantieren damit einen hohen Qualitätsstandard. Die Initialkosten werden zwar etwas höher sein, als ursprünglich geplant, jedoch werden die wiederkehrenden Kosten für die Gemeinden und den Kanton deutlich tiefer ausfallen.

Schrittweise Realisierung

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in den nächsten Monaten. Zunächst liegt der Fokus auf den drei neuen Gemeinden, die ab dem 1. Januar 2011 zwingend über eine funktionierende Informatik verfügen müssen. Schrittweise werden in der Folge der Kanton und nach Möglichkeit auch die Elektrizitätswerke, die Alters- und Pflegeheime sowie weitere Institutionen in die neue Konzeption überführt.

Um eine optimale Koordination und Umsetzung zu gewährleisten, wurde eine Arbeitsgruppe „Organisationsform“ geschaffen, in der zwei Regierungsratsmitglieder und die neuen Gemeinden jeweils mit den Gemeindepräsidenten oder Vizepräsidentin vertreten sind. Ein externer Spezialist für Organisations- und Informatikfragen begleitet das sehr anspruchsvolle und ambitionierte Vorhaben. Die Arbeitsgruppe wird in den kommenden Wochen ein Organigramm und Pflichtenhefte erarbeiten und die neue Organisationsstruktur planen und einführen. Parallel dazu laufen sämtliche Arbeiten der bisherigen Projektgruppe „C4 Ablauforganisation und Informatik“ im Rahmen der Gemeindestrukturreform weiter.

Dem mit der Gemeindestrukturreform verfolgten Ziel, durch effiziente Lösungen Geld zu sparen, ist man mit diesem Entscheid einen grossen Schritt näher gekommen. Die enge Zusammenarbeit von Kanton und Gemeinden kann zudem einen für die Schweiz weg­weisenden Charakter haben.

Mitglieder der neuen Arbeitsgruppe „Organisationsform Informatik“

Kanton:
Landammann Marianne Dürst, Departement Volkswirtschaft und Inneres, Projektleiterin Kanton GL2011
Landestatthalter Rolf Widmer, Departement Finanzen und Gesundheit

Gemeinden:
Martin Laupper, Gemeindepräsident Glarus Nord
Christian Marti, Gemeindepräsident Glarus
Simone Eisenbart, Vizepräsidentin Glarus Süd