Gesang, Poesie und riesig Beseeltes im Fabriktheater Schwanden

Die Verantwortlichen des Baeschlin-Literatursommers luden unlängst ins stilvoll renovierte Fabriktheater Schwanden zum Treffen mit dem Bündner Linard Bardill und Bruno Brandenberger am Kontrabass, damit zu einem bunten Strauss an Liedern und vielfältigen Gedanken ein. Gaby Ferndriger begrüsste, wies bei dieser Gelegenheit grad noch auf den letzten der vier Anlässe hin: Am 22. Oktober ist die Buchpremiere mit dem Bestsellerautor Andrej Kurkow aus Kiew wiederum in Schwanden angeboten.



Der Bünder Liedermacher Linard Bardill (Bilder: peter meier)
Der Bünder Liedermacher Linard Bardill (Bilder: peter meier)

Der Bünder Liedermacher Linard Bardill stellte mit seinem Ausführen und Singen viel Herzlichkeit und von Anteilnahme geprägte Kontakte zum Publikum her. Er philosophierte drauflos, einfühlend, wortreich und gekonnt. Träumereien, das Tun und Lassen der Tiere in der freien Natur, muntere Zwiegespräche unter den Vierbeinern, Winterschlaf, bedrohliche Unwetter, angstvoll blökende Schafe, das Hineinhören in die mannigfachen Signale der Natur, aufblühende Gefühle aller Art, Beschwingtheit und Tanz, das Erwachen der Farben und Düfte – Bardill schilderte und sang beseelt, bezog das spürbar anteilnehmende Publikum gekonnt ein, munterte gar charmant zum Mitsingen und Klatschen auf – zuweilen wähnte man sich in einem Familienkonzert der ganz besonderen Art.
Bardill agierte riesig munter, bezog in sein vielschichtiges Ausgestalten so vieles mit ein, was spürbare Freude an Musik und Textpassagen auslöste, viele Gefühle weckte. Er packte Ungeahntes an, äusserte sich zu mannigfaltigen Inhalten, war riesig gefühlvoll, liebenswürdig. Er gestaltete mit einer Leichtigkeit aus, die gefiel, auf verdiente Beachtung stiess, zum Mitvollziehen einlud.
Beinahe alle Gefühle dieser Welt waren in Melodien und schwungvolle Texte verpackt. Es war ein inhaltlicher Reichtum der ganz besonderen Art, nichts Tiefschürfendes, nichts Banales, es waren Gedanken, wie sie oft Erwähnung finden im gewohnten Alltag. Bardill erwies sich in solchen Momenten als aufmerksam Beobachtender, war liebenswürdiger Kommentator.
Seine Botschaften fanden Anteilnahme, wussten zu gefallen.
Nach der Pause fand sich der Kontrabassist Bruno Brandenberger ebenfalls auf der Bühne ein, er trug schwungvoll und gekonnt mit, war bereichernd und einfühlend.
«Kumm und tanz mit mier in de Morge» war Titel und Aufhänger dieses durchaus reichhaltigen, bunten Abends – der so rasch endete, dass man «Schade» und «Was, schuu» als bedauernde Kommentare hörte.
Eine Zugabe und muntere Gespräche waren Abschluss des bewegenden, harmonischen Begegnens, das ganz sicher auf verdient hohe Aufmerksamkeit gestossen ist.