Gibt es in Elm bald einen Campingplatz?

Unter dem Credo «Chancen multiplizieren sich, wenn man sie ergreift» wurde in Elm das neuste touristisches Projekt vorgestellt; ein Campingplatz.



(von li) Thomas Geiger vom TCS sowie Peter Rufibach und Romano Frei von der IG Campingplatz Elm
(von li) Thomas Geiger vom TCS sowie Peter Rufibach und Romano Frei von der IG Campingplatz Elm

Zur öffentlichen Orientierungsveranstaltung fanden sich am 18. August rund 60 Personen im Gemeindehaus Elm ein. «Wir sind heute wegen einer Chance hier», begrüsst Romano Frei von der IG Campingplatz die Anwesenden. Er betont die Wichtigkeit des Tourismus im Tal, auch in Verbindung mit KMUs: «Heute Abend gilt es Weichen zu stellen», ermuntert Frei die mehrheitlich einheimischen Anwesenden für einen «guten» Tourismus, dessen grössere Wertschöpfung er in Übernachtungsgästen sieht.

Seit fünf Jahren wird am Projekt gearbeitet, welches sich im vorgängigen Projekt «Belebung Dorfzentrum Elm» als höchste Chance für Realisierbarkeit herauskristallisierte.

Bis 100 Stellplätze

2023 wurde eine Machbarkeitsstudie betreffend Erschliessung, Naturgefahren und Kosten lanciert. Auf einer Fläche von 1,5 Hektaren sollen am Dorfeingang von Elm 80 bis 100 Stellplätze entstehen. Geschätzte Kosten; 4,8 Millionen.

Dass mit mehr Logiernächten mehr Gästetaxen und eine bessere Auslastung aller bestehenden Infrastrukturen angestrebt wird, soll auch die Attraktivität bestehender Betriebe steigern.

In der breit abgestützten Projektgruppe und vor allem der Zusammenarbeit mit dem TCS, sieht er Lösungen, während Hürden wie Zonenkonformität, Trägerschaft Bodeninfrastruktur, Baubewilligung und Finanzierung noch zu bewältigen sind.

TCS

Im 1896 gegründeten Touring Club Suisse fand die IG bereits einen erfahrenen Partner, der den Platz betreiben würde. «Die rein touristische Ausrichtung, also der Verzicht auf Dauercamper, schafft flexible Kapazitäten für Feriengäste», betont Thomas Geiger vom TCS das Potenzial, welches er für Elm sieht.

26 Campingplätze betreibt der TCS schweizweit, generiert rund 0,9 Mio Logiernächte jährlich und bietet für Elm dadurch mit breiter Erfahrung eine verlässliche Partnerschaft.

Politischer Prozess

Zunächst steht jedoch die Umzonung der aktuellen Landwirtschaftszone an. Mit dem Start der öffentlichen Auflage der Nutzungsplanung am 19. August ist dies für die beiden betroffenen Parzellen geplant.

Dies schaffe jedoch lediglich eine planungsrechtliche Voraussetzung, betont Gemeinderat Martin Baumgartner. «Wie es weitergeht, hängt vom Verlauf der Auflage und vom weiteren politischen Prozess ab», so Baumgartner mit dem Hinweis, dass beim erhofften Ausbleiben der (NUP)Einsprachen auch im Frühjahr 2027, nach der Zustellung des Memorials 1, allfällige Gegenanträge zuhanden der Gemeindeversammlung möglich sind.

«Die Genehmigung der Campingzone ist grundsätzlich nur das Fundament», erinnert Baumgartner anhand von Futuro an den Prozess mit Überbauungspläne, Genehmigungen, Baugesuch usw.

 

Positives Feedback

Die Anwesenden äusserten sich grundsätzlich positiv oder – aufgrund der sich häufenden wild Campierenden – gar mit «dringend nötig» zum geplanten Campingplatz.

Betreffend Realersatz für Landwirte, Gewässerraum und ökologischer Ausgleichsmassnahmen oder auch Mehrwertabgaben seitens Gemeinde erkundigte sich Landwirt Andre Siegenthaler zu Punkten, die zum aktuellen Projektstand noch nicht alle abschliessend beantwortet werden konnten.