Giger und Bösch teilten sich den Sieg

Weil im Schlussgang Samuel Giger und Marcel Mathis stellten, gab es beim letzten Bergfest der Saison zwei Sieger. Giger belegt Rang 1a, Daniel Bösch wurde Co-Sieger im Rang 1b. Für beide war es der dritte Schwägalp-Triumph. Die beiden Glarner Teilnehmer verpassten den Ausstich.




Nach fünf vorangegangenen Siegen konnte sich Samuel Giger mit 49,25 Punkten zu Buche stehend zuletzt im Schlussgang gegen Marcel Mathis einen Gestellten leisten. Der Festsieg war ihm dennoch gewiss. Entsprechend verhalten endete der Schlussgang nach zwölf Minuten ohne Entscheidung. «Eigentlich ging ich in das finale Duell, um zu gewinnen. Anderseits wusste ich um die Konterstärke Mathis und wollte nicht in einen Konter laufen», so Giger nach getaner Arbeit. «Zwar habe ich hier oben schon zwei Mal gewinnen können, doch jeder Triumph hat vor dieser Kulisse etwas Spezielles an sich», so der Festsieger weiter. Wiederum pilgerten 13 000 Zuschauer auf die Schwägalp.

15. Kranzfestsieg

Den Grundstein zum Erfolg legte Giger am Morgen mit Siegen über Reto Nötzli, Lario Kramer und Marcel Mathis. Nach dem Erfolg über Mathis war er der einzige Athlet, der zur Halbzeit lauter Siege vorwies. Zugleich besiegte er mit Mathis den wohl schwierigsten Gegner des Tages. Der Nidwaldner ist äusserst konterstark und schwierig zu berechnen mit seinen Haken- und Fussstich-Kombinationen. Im vierten und fünften Gang setzte Giger seinen Siegeszug gegen Lars Geisser und Mike Müllestein fort. Mit 49,25 Zählern stand er im Schlussgang, wo ein zweites Mal Mathis wartete. Für Giger war es der 15. Kranzfestsieg, der 5. an einem Bergfest und der 3. auf der Schwägalp nach 2016 und 2018.

23. Kranzfestsieg für Bösch

Weil Mathis, der im Schlussgang einen Sieg gebraucht hätte, um den Festsieg zu erlangen, Giger nicht in Gefahr brachte, gab es einen lachenden Dritten. Der gestellte Schlussgang half Daniel Bösch zu Giger aufzuschliessen. Daniel Bösch siegte wie Giger ebenfalls zum dritten Mal nach 2015 und 2017 am Fusse des Säntis. Insgesamt feierte der Toggenburger seinen bereits 23. Kranzfestsieg. Der Unspunnen-Sieger verlor zum Auftakt gegen Marcel Mathis, ehe er fünf Siege aneinanderreihte. Im letzten Gang bezwang er den aufstrebenden erst 18-jährigen Mythenverbändler Michael Gwerder. Von seinem Co-Sieg erfuhr der Toggenburger unter der Dusche. «Nein, damit rechnete ich nicht mehr», gestand Bösch bei der Siegerehrung.

Schwägalpschreck Mathis

Marcel Mathis, der Thurgauer Domenic Schneider und Mike Müllestein belegten den Ehrenplatz. Einmal mehr präsentierte sich Mathis in einer bestechenden Verfassung auf der Schwägalp. Im vergangenen Jahr mit überhartem Notenblatt durch Berner Gegnerschaft noch aus den Kranzrängen gehievt, startete er mit Siegen über Daniel Bösch und Marco Oettli optimal. Nach der einzigen Niederlage gegen Giger bezwang er Christian Bernold und anschliessend auch Michael Bless, den Appenzeller im ersten Zug. Im Schlussgang gelang es ihm aber nicht, Giger ernsthaft ins Wanken zu bringen. Domenic Schneider verlor einzig gegen Bösch im fünften Gang. Zuletzt besiegte er mit seiner explosiven Art den Freiburger Lario Kramer. Müllestein verdiente sich den Ehrenplatz dank eines Erfolges zuletzt gegen den Appenzeller Raphael Zwyssig.

Dezimierte Innerschweizer Garnitur mischte mit

Obwohl die Innerschweizer nicht mit ihrer ersten Garnitur antraten (u.a. fehlten Pirmin Reichmuth, Joel Wicki, Benji von Ah, Sven Schurtenberger, Christian Schuler, Andi Imhof und Andreas Ulrich), wirbelten sie ständig an der Spitze mit. Dies spricht nicht für die Breite des NOS-Verbandes. Aus NOS-Sicht bleibt zu hoffen, dass Armon Orlik in 14 Tagen in Zug wieder mittun kann. Der Maienfelder fiel nach dem 1. Gang verletzt aus. Er erlitt beim Einlaufen einen Zwick in den Rücken und konnte nicht weiterschwingen. Arnold Forrer, Fabian Kindlimann und Samir Leuppi traten erst gar nicht zum Wettkampf an. Das Mittelfeld der Gastgeber tat sich gegen die 25 Innerschweizer und 15 Südwestschweizer schwer. Eidgenossen wie Stefan Burkhalter, Beni Notz, Marcel Kuster, Raphael Zwyssig oder Mike Peng konnten nichts ausrichten bei der Vergabe um die Kränze. Dem langzeitverletzten Martin Hersche fehlt noch sichtlich die Wettkampfpraxis.

Speziell hervorzuheben bei den Zentralschweizern ist der junge Michael Gwerder, der beinahe die Schlussgangqualifikation geschafft hätte. In der Kranzbilanz siegten die Nordostschweizer mit sechs knapp vor den Innerschweizern mit fünf. Zwei Kränze gingen in die Südwestschweiz. Nebst dem bereits nach fünf Gängen kranzsicheren Lario Kramer holte sich auch der technisch beschlagene Johann Borcard Eichenlaub. Es wurden lediglich 13 Kränze abgegeben.  

Kein Glarner Tag

Für die beiden Glarner resultierte auf der Schwägalp kein Sieg. Sowohl Reto Landolt (Näfels) als auch Christian Pianta (Mollis) verpassten den Ausstich. Beiden glückte am Fusse des Säntis kein Sieg. Landolt verlor zu Beginn gegen den Appenzeller Patrick Schmid und anschliessend auch gegen den Obwaldner Ueli Rohrer. Gegen den Freiburger Florian Minder stellte er. Im entscheidenden vierten Gang hätte ein Sieg hermüssen, doch gegen den Schwyzer Markus Effinger bezog der Näfelser nochmals eine Niederlage. Christian Pianta stellte drei von vier Duellen gegen Benjamin Nock, Michael Zurfluh und Michael Ledermann. Doch mit Unentschieden kommt man im Schwingen bekanntlich nicht weit. Mit einer Niederlage gegen den Waadtländer Steve Duplan reichte es auch ihm nicht, um in den Ausstich zu gelangen.

Urnäsch AR. Schwägalp-Schwinget (90 Schwinger, 13 250 Zuschauer). Schlussgang: Samuel Giger (Ottoberg) gegen Marcel Mathis (Büren NW) nach zwölf Minuten gestellt. Rangliste: 1. Giger und Daniel Bösch (Zuzwil SG), je 58,00. 2. Mathis, Domenic Schneider (Friltschen) und Mike Müllestein (Steinen), je 57,25. 3. Marco Reichmuth (Cham) 57,00. 4. Michael Gwerder (Brunnen), Lario Kramer (Galmiz) und Michael Bless (Gais), je 56,75. 5. Johann Borcard (Villars-sous-Mont), Mario Schneider (Schönenberg an der Thur), Shane Dändliker (Feldbach) und Reto Nötzli (Pfäffikon SZ), je 56,50. (alle mit Kranz).