Glarner Bio-Produkte sind bei Konsumenten sehr beliebt

Netstal bot kürzlich im Restaurant Bären Gastrecht für rund 60 Mitglieder der Vereinigung BIO GLARUS. Rückblickend dürfen die Produzenten der 84 Glarner Bio-Betrieben trotz Wetterkapriolen Ende April auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken. Neben der konsequenten Einhaltung der vorgegebenen Richtlinien von BIO SUISSE auch ein Resultat der Eigenverantwortung in den einzelnen Betrieben. Vermehrt kommen nun die Konsumenten auf den Geschmack von einheimischen Bio-Produkten und erkennen deren ausgezeichnete Qualität.




«Liebe Glarner Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen, ihr seid super – macht weiter so!» Ein solch tolles Kompliment von keinem Geringerem als von Urs Brändli, Präsident des Dachverbandes BIO SUISSE, wird für die Betreiber der neu rund 90 Bio-Betrieben im Glarnerland zusätzliche Motivation sein, ihren Leitzielen und ökologischen Grundsätzen nachzukommen. Ein Schlagwort heisst «Kundennähe». Hier möchte man die Nähe der Konsumenten suchen und sie von den Vorteilen der Bio-Produktion überzeugen. Wenn man nachhaltig sein will, muss man die Kostenwahrheit auf den Tisch legen. Denn es darf nicht vergessen werden, welche Folgekosten beispielsweise durch den Einsatz von Pestiziden in der Gesellschaft oder Umwelt entstehen. Die Glarner Bio-Bauern wollen Anliegen aus der Bevölkerung aufgreifen und taten dies besonders bei ihrem ersten Auftritt an der Glarner Messe 2017.

Witterung machte den Bio-Bauern zu schaffen

Mit leichter Verspätung eröffnete der Präsident Richard Bamert die 26. Hauptversammlung von BIO GLARUS. Gewohnt ruhig, sachlich und umsichtig führte er durch die zehn Punkte umfassende Traktandenliste. In seinem ausführlichen Jahresbericht liess Präsident Bamert das vergangene Jahr 2017 nochmals Revue passieren. In der Regel sind Bio-Bauern wegen der Unbill der Witterung stärker gefordert. Der Frost Ende April führte zu Ertragsausfällen oder grossen Einbussen bei Obst- und Weinbauern. Es traf die Kulturen in einem empfindlichen Wachstumsstadium mit Blüten und kleinen Früchten. Dank dem warmen und trockenen Juni konnten sich die weniger stark betroffenen Kulturen wieder etwas erholen. Nichts anhaben konnte der Frost dem Getreide. Nicht nur die Menge war sehr hoch, auch die Qualität war gut. Auf den Alpen war der trockene und heisse Juni suboptimal für die Käselagerung und der nasskalte September forderte den einen oder anderen Älpler dann nochmals heraus. Mit Applaus genehmigten die Versammlungsteilnehmer den informativen Jahresrückblick ihres Präsidenten. Die weiteren Traktanden wurden im Eilzugstempo abgehandelt. Das ausführliche Protokoll von Sandra Hefti-Fischbacher und die sauber geführte Jahresrechnung 2017 von Kassier Hansjörg Jenny passierten problemlos die Hürde der Versammlung. Erst kurz vor Schluss kam es noch zu Diskussionen. Einige Glarner Bio-Bauern verfüttern ihren Wiederkäuern kein Kraftfutter mehr, da sie nicht Nahrungskonkurrenten für uns Menschen sein wollen. Da es in der Schweiz aber auch viel selbst produziertes Futtergetreide in Bio-Qualität gibt, unterstützt man den Vorschlag, Wiederkäuer im Bio-Landbau nur noch mit Schweizer Knospe-Futter zu füttern.

Der Bio-Milch und Fleischkonsum nahm weiter zu

Gemäss Aussage von Präsident Bamert stieg die Nachfrage nach Bio-Milchprodukten im Gegensatz zu konventionellen Milchprodukten im vergangenen Jahr weiter an. Der Produzentenpreis für Bio-Milch war seit September 2008 nie mehr so hoch wie Ende 2017. Der Hintergrund dafür liegt im Verhältnis des Angebots zur Nachfrage. Allerdings blieben die Bio-Milch-Produzenten vom steigenden Wettbewerbs- und Kostendruck auch nicht ganz verschont. Als Reaktion fusionierten die Biomilchpool GmbH mit der Genossenschaft Mooh. Nach dieser erfolgreichen Zusammenlegung treten die bisherigen Bio-Milch-Produzenten künftig unter der Einheitsmarke «Suisse Biomilch» auf. Bio-Fleisch ist bei den Konsumenten nach wie vor sehr beliebt. Dazu beigetragen hat bestimmt auch der gemässigte Umgang mit Antibiotika. Die Produzentenpreise für Bio-Schlachttiere blieben das ganze Jahr auf einem konstant guten Niveau.

Wer ist BIO SUISSE?

BIO SUISSE ist der Dachverband aller Schweizer Knospe-Betriebe und Eigentümerin der eingetragenen Marke Knospe. Die Träger sind die über 6140 Knospe-Bauern und Knospe-Gärtner, die in 32 Mitgliedorganisationen (MOs) organisiert sind. Auf diese 32 MOs fallen 100 Sitze. BIO SUISSE zählt sicherlich zu den basisdemokratisten Organisationen in der Schweiz. So führt und organisiert sie die Entwicklung der Knospe und des biologischen Landbaus in unserem Land. Der Dachverband ist seit seiner Gründung im Jahre 1981 zu einer renommierten und bewährten Bio-Organisation herangewachsen. Die Knospe, die Marke der Schweizer Bio-Produzenten und ihrer Bio-Produkte, garantiert die Einhaltung der BIO SUISSE-Richtlinien und damit einen sehr hohen Produktionsstandard über den gesamten Landwirtschaftsbetrieb sowie der vor- und nachgelagerten Sektoren. Neben den Produzenten sind über 885 lizenzierte Verarbeitungs- und Handelsbetriebe eingetragen.

Wer ist BIO GLARUS?

BIO GLARUS ist eine Vereinigung, bestehend aus biologisch produzierenden Bäuerinnen und Bauern sowie Konsumentinnen und Konsumenten aus dem Glarnerland. Seit 1995 ist sie Mitglied der Schweizerischen Dachorganisation BIO SUISSE und damit eine von den 32 Mitgliederorganisationen. Das Glarnerland ist in erster Linie ein Graswirtschaftsland. Trotzdem lassen sich auch in höheren Lagen andere Pflanzen anbauen. Mehrere Betriebszweige auf einem Betrieb verringern zwar nicht den Arbeitsaufwand, jedoch das Risiko. Der Anbau von gewissen Gemüsearten, Beeren, Kräutern, Blumen und Obstsorten ist zu fördern. Auch ist die Haltung anderer Nutztiere wie zum Beispiel Milchschafe oder Ziegen zu fördern. So ist es im Leitbild verankert. Da es in der Schweiz zu wenige biologisch produzierte Beeren gibt, wäre das Glarnerland prädestiniert dazu. Die Beerensaison könnte dadurch sogar verlängert werden. Ab diesem Jahr dürften es neu im Kanton Glarus schon über 90 Bauernbetriebe sein, welche ihren Hof nach den Richtlinien von BIO SUISSE bewirtschaften. Damit steht man Prozentual gesehen (25,5%), im Schweizerischen Vergleich wahrscheinlich bereits auf dem Podium.