Glarner Fischer machen sich Sorgen um den Fischbestand

Der kantonale Fischereiverband Glarus und mit ihm seine 623 Mitglieder machen sich nach wie vor grosse Sorgen um den Fischbestand in den Glarner Gewässer. Dies kam an der 115. ordentlichen Delegiertenversammlung im Hotel Stadthof in Glarus deutlich zum Ausdruck. Für ihre langjährigen, nachhaltigen Verdienste für das Fischereiwesen im Kanton Glarus erhielt das Fischereiaufseher-Ehepaar Hansruedi und Regina Weber-Lütschg die verdiente Ehrung.




Am vergangenen Freitagabend trafen sich die Delegierten des Kantonalen Fischereiverbandes Glarus im Saale des Hotels Stadthof in Glarus zur 115. ordentlichen Delegiertenversammlung.

Verbandspräsident Bruno Denzler konnte nebst den zahlreich anwesenden Delegierten die Gemeindepräsidentin von Glarus Andrea Trümby, Alex Kubli, Präsident des Glarner Jagdvereins sowie das scheidende Fischereiaufseher-Ehepaar Hansruedi und Regina Weber begrüssen.

Forellen-Verbot abgeschmettert


Verbandspräsident Denzler führte zügig und souverän durch die Verhandlungen. Das ausführliche Protokoll der letzten Delegiertenversammlung, verfasst von Rene Frei sowie die sauberen Buchführung von Kassier Hanspeter Lehmann für das Jahr 2007 fanden die uneingeschränkte Zustimmung der Delegierten. Im Weiteren wurde einer befristeten Beitragserhöhung zugestimmt. Ein Antrag des Fischervereins Schwanden gegen das Verbot, Regenbogenforellen in unsere Gewässern speziell der Linth einzusetzen, wurde mit Landammenmehr angenommen. Dieses Verbot, ausgesprochen von der Fischereiobrigkeit in Bern, sollte den Rückgang des Ertrages bei dem Fliessgewässer stoppen, zeigte bis dato aber eindeutig keinen Erfolg. Unter dem Traktandum „Wahlen“ wählten die Delegierten Rene Frei vom Fischerverein Niederurnen zum neuen KFV-Vorstandsmitglied.

Sorgen um den Fischbestand in Glarner Gewässer


„Wenn die letzten Bergbäche gefasst und die letzte Forelle gefangen ist, ja erst dann geht ein Aufschrei durch die Lande: „Warum konnte das geschehen“? Das sind die Anfangszeilen im ausführlichen Jahresbericht 2007 von Verbandspräsident Bruno Denzler.“ Und mit Recht machen sich die Glarner Fischer Sorgen um den Forellenbestand in den Glarner Gewässern. Die Erträge sind trotz Verbot, Regenbogenforellen einzusetzen, weiterhin zurückgegangen Die Nutzung der Wasserkraft und die Population der Fisch fressenden Vögel sind die Hauptursachen des stetig schwindenden Fischbestandes. „Wenn wir jetzt keine Gegensteuer geben, und uns alles, was von oben kommt, gefallen lassen, ist es um die Natur, zu der auch die Fischwaid gehört, schlecht bestellt. Es darf nicht sein, dass die letzten Refugien der Salmoniden durch den weiteren Verbau der Gewässer zerstört werden“ wehrt sich vehement Präsident Denzler. Die Grenze des Erträglichen hat auch die Population der Kormorane und Fischreiher erreicht. Zu denken in diesem Zusammenhang geben die zuständigen Vogelschutz-Verantwortlichen in Bern und Sempach, welche der Öffentlichkeit immer wieder falschen Zahlen vorgaukeln.

Jungfischer-Ausbildung gesichert


Ein wichtiges Anliegen des Fischereiverbandes Glarus ist die gezielte Ausbildung der Jungfischer. Seit 1998 haben Hans Menzi und Ruedi Hösli über 500 Jungfischer erfolgreich ausgebildet und diesen die Freude am Fischen mitgegeben. Nach dem Beide ihre Demission auf Ende Jahr bekannt gegeben haben, werden ab 2009 René Frei, Hermann Ure und Franz Keller sich um die Ausbildung der jüngsten Jünger Petris kümmern. Rudi Hösli und Hans Menzi wurden für 10 Jahre Jungfischerausbildung geehrt. Für die Betreuung des Fischerei-Museums bei der Fischbrutanstalt sorgen künftig Hansruedi und Regina Weber .

Ein Leben für die Fische


Auf Ende Jahr 2007 ist Fischereiaufseher Hansruedi Weber frühzeitig in den Ruhestand getreten. Gemeinsam mit seiner Frau Regina hat sich das Ehepaar Weber 35 Jahre in der Fischbrutanstalt in Netstal sehr erfolgreich um die Aufzucht der Fische gekümmert. In seiner Laudatio würdigte Verbandspräsident Denzler nochmals die grossen Verdienste von Hansruedi und Regina Weber für das Fischereiwesen im Kanton Glarus. Webers übergeben dem neuen Fischereiaufseher Andreas Zbinden eine intakte, hervorragende Infrastruktur und gleichzeitig sind sie bereit, ihren Nachfolger optimal in sein verantwortungsvolles Amt einführen. Bei der Jagd- und Fischereiverwaltung wird Ruedi Hauser durch Christoph Jäggi abgelöst. Verdiente Ehrung für ihre langjährigen Verdienste erhielten ebenfalls Bruno Walser vom Sportfischerverein Niederurnen und Heinz Zingg von den F+F Klöntal.

Die Fischersaison 2008 steht kurz vor der Türe. Ab 1. April stehen sie dann alle wieder mit ihren Fischerruten, geduldig auf Beute wartend, an Bächen Flüssen und Seen. Wir wünschen unseren Glarner Fischern, welche notabene einen nicht unbedeutenden Beitrag an das ökologische Gleichgewicht unserer fliessenden Gewässern und Seen leisten, ein kräftiges „Petri Heil“!