Passivrauchen ist gesundheitsschädigend, weshalb die meisten europäischen Länder und die Mehrheit der Schweizer Kantone wirksame Nichtraucherschutz-Gesetze eingeführt haben; auch unsere Nachbarkantone Graubünden, St. Gallen und Uri, wo die Stimmbürger klar Ja zu einer konsequenten Regelung sagten. Trotzdem wollen die Glarner Regierung und der Landrat die ungenügende Bundesregelung übernehmen. Die Glarner Gesundheitsorganisationen setzen sich für einen wirksamen Schutz vor Passivrauchen ein und unterstützen den 2006 eingereichten Memorialsantrag eines Bürgers, welcher grundsätzlich rauchfreie Restaurants mit der Möglichkeit von Fumoirs fordert.
Bundesregelung bringt keinen einheitlichen und wirksamen Schutz
Das Bundesgesetz schützt insbesondere das Servicepersonal nicht vor Passivrauchen. Restaurants mit einer Fläche unter 80 m2 können weiterhin als Raucherlokale geführt werden. Ausgerechnet die Angestellten im Gastgewerbe, die dem Tabakrauch am stärksten ausgesetzt sind, werden nicht geschützt. Zudem bringt die Bundesregelung keine einheitliche Regelung für die ganze Schweiz. Die Mehrheit der Kantone hat ihr Recht, konsequentere Regelungen zu erlassen, wahrgenommen.
Positive Erfahrungen mit konsequenten Regelungen
Rauchfreie Arbeitsplätze und öffentlich zugängliche Räume wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Eine Studie des Kantonsspitals Graubünden zeigt, dass die Zahl der Herzinfarkte zwei Jahre nach Einführung des Rauchverbots um 17% zurückgegangen ist. Erfahrungen aus dem In- und Ausland belegen zudem, dass die Einführung der rauchfreien Gastronomie weder die Einnahmen der Wirte geschmälert noch zu einem Abbau an Arbeitsplätzen geführt hat. Im Gegenteil: eine neue Studie zeigt sogar, dass es trotz der Wirtschaftskrise in den rauchfreien Kantonen Graubünden und Tessin mehr Beizen gibt als vor dem Rauchverbot. In Kantonen ohne Regelung findet laut der Studie dagegen ein Beizensterben statt.
Die Glarner Gesundheitsorganisationen empfehlen den Glarnerinnen und Glarnern an der kommenden Landsgemeinde für den Memorialsantrag, der grundsätzlich rauchfreie Restaurants fordert, zu stimmen. Alle profitieren von einer klaren Regelung: sie bringt gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Wirte, schützt die Gesundheit der Arbeitnehmenden und fördert die Lebensqualität der Glarner Bevölkerung.
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