Glarner Heimatschutz – Aktuelles wurde kommuniziert

Thomas Aschmann präsidiert den Glarner Heimatschutz seit drei Jahren. Anlässlich der jeweiligen Hauptversammlung bietet sich Mitgliedern und weiteren Interessenten die willkommene Gelegenheit, zu Traktandiertem Stellung zu nehmen, kompetente Antworten auf drängende Fragen zu erhalten und sich einem stets intensiven Gedankenaustausch hinzugeben. Dieses Jahr fand man sich im Jakobsblick Niederurnen zusammen. Nach der Behandlung der verschiedenen Geschäfte referierte Heinz Pantli, Bauforscher und Inhaber der IBID Winterthur, über das «Inventar der schützenswerten Bauten im Kanton Glarus».



Neben den vielen Mitgliedern wurden Regierungsrat Benjamin Mühlemann, Verantwortlicher des Ressorts Bildung und Kultur, Martin Laupper, Präsident der Gemeinde Glarus Nord, und Maja Widmer, Fachstellenleiterin Denkmalpflege und Kultur, namentlich willkommen geheissen.

Der Jahresbericht lag allen in Form einer bemerkenswert sorgsam gestalteten Broschüre vor. Aufs Verlesen wurde verzichtet. Thomas Aschmann erwähnte an Schwerpunkten des spannenden, zuweilen recht fordernden und intensiven Jahres die Kunstdenkmälerbände der Regionen Glarus Süd und Glarus, das Inventar der schützenswerten Bauten und die Suche nach einem geeigneten Konzept für den Erhalt von schützenswerten alten Ställen, die vom Abreissen bedroht sind.

Der Glarner Heimatschutz hat sich anlässlich der HV 2015 mit einer Petition für die Weiterführung der Kunstdenkmälerbände eingesetzt. Letztendlich hat der Historische Verein des Kantons Glarus erreicht, dass eine von 40 Landräten mitgetragene Motion eingereicht werden konnte.

Eine Motion der SVP betreffend Erhalt von schützenswerten Bauten ist hängig. Vorgesehen ist, dass pro Gemeinde nur noch je ein Gebäude eines bestimmten Typs geschützt werden soll. Wie das umgesetzt werden müsste, stehe – so Thomas Aschmann – mehr als in den Sternen geschrieben. Die Beurteilung und inhaltliche Umsetzung eines Inventars mit 200 entsprechenden Bauten muss wirklich Fachleuten überlassen werden. Thomas Aschmann erwähnte als Beispiel die Gemeinde Glarus mit insgesamt sieben Kirchen und neu einer Moschee grosse Frage: Welche der sieben Bauten sollen nun verschwinden? Die Annahme dieser Motion wäre ein schlechtes Zeichen.

Gar viel Schwung und Publizität hat das Thema «Alte Ställe» erhalten. Es entwickelte sich eine bemerkenswerte Dynamik dank Leserbriefen, Einsprachen, Interviews und anderem.

Die Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Dachverband hat Früchte getragen. Der Landesplattenberg und der Volksgarten Glarus wurden als Orte mit gesamtschweizerischer Bedeutung in die entsprechenden Verzeichnisse aufgenommen.

Breiten Raum nahm die Sanierung des im Jahre 1952 erstellten Kunsthauses im Hauptort ein. Architekt dieses bemerkenswerten, eigenwilligen Baus ist Hans Leuzinger. Der für die Sanierung erforderliche Betrag von gesamthaft 3,2 Millionen Franken wird vom Kanton, dem Denkmalschutz und der Glarner Kunstverein aufgebracht. Diesem Geschäft, einem Kredit von rund 2 Millionen Franken, wurde an der Landsgemeinde bekanntlich zugestimmt.

Mit der Erstellung der neuen Homepage hat sich Severin Aschmann intensiv befasst. Die Einsichtnahme ist unter www.glarnerheimatschutz.ch möglich.

Die Ausführungen des Präsidenten wurden mit verdientem Beifall gutgeheissen. Gleiches betrifft die Ausführungen der Kassierin Kirsten Winkler. Der gesamte Aufwand beziffert sich auf rund 72 500 Franken, der Ertrag aufgrund eines grösseren Legates auf etwas mehr als 95 700 Franken. Es revidierten Martin Leutenegger und Nadja Zogg. Die Mitglieder blieben mit 60 Franken für Einzelpersonen, Paare und Familien, 100 Franken für Fördermitglieder und 150 Franken für Kollektivmitgliedschaften unverändert.

Aus dem Vorstand trat Dr. jur. Karljörg Landolt nach 19 intensiven Jahren zurück. Zehn Jahre wirkte Gerhard Truttmann im gleichen Gremium. Die kompetente Mitarbeit wurde mit viel Anerkennung verdankt. Neues Vorstandsmitglied wurde der in Glarus wohnhafte Jurist Philipp Langlotz.

Es konnten unter «Varia» verschiedene Fragen beantwortet werden, es ergaben sich sachliche und anregende Diskussionen. Gerne nahm man die einführenden Bemerkungen von Regierungsrat Benjamin Mühlemann und die Grussbotschaft von Gemeindepräsident Martin Laupper entgegen.

Die Verantwortlichen des Glarner Heimatschutzes durften von Benjamin Mühlemann den verdienten Dank für ihre ebenso engagierte wie kompetente Arbeit entgegennehmen. Sie setzen sich für eine bessere Lebensqualität im Kanton ein und sensibilisieren die Bevölkerung für erhaltenswerte Baukultur und natürliche Schönheiten. Allgemein berichtete RR Mühlemann über aktuelle Themen aus seinem Departement, natürlich mit Schwerpunkt Kultur- und Denkmalschutz.

Die nächste Versammlung wird am 6. Mai 2017 in Schwanden stattfinden. Das Referat von Heinz Pantli zu den schützenswerten Bauten in unserem Kanton stiess auf viel Beachtung. Definiert wurden Dringlichkeit, Notwendigkeit und Wert eines derartigen Inventars.

Beim abschliessenden Apéro war reichlich Gelegenheit für einen intensiven Gedankenaustausch angeboten.

Sehr empfehlenswert ist das Studium des in gebundener Form publizierten, umfassenden Jahresberichts, sind doch Links zu der Tätigkeit des Dachverbandes, der Arbeit des glarnerischen Vorstandes mit Bauberatungen, Bautätigkeiten, der Arbeit der Anna Elsa Zopfi-Baer Stiftung «Pro Glarus» und den Aktivitäten in den verschiedenen Sektionen (Schwanden und Umgebung, Netstal, Mollis) und den Stiftungen Thomas-Legler-Haus in Diesbach, Hammerschmiede Mühlehorn, Baumgartenalp Linthal, Bürglirain Glarus und andere Bereiche angeboten. Ein nachträglicher Bezug ist beim Sekretariat Glarner Heimatschutz an der Bankstrasse 20 in 8750 Glarus jederzeit möglich.