Glarner Heimatschutz – Beharrlichkeit und Fachkompetenz

Heimatschutz wird mit Bewahren von historisch Gewachsenem, Pflege von Erhaltenswertem und spezifischen Beratungen gleichgesetzt. Die Verantwortlichen arbeiten mit verständlicher Beharrlichkeit und hoher fachlicher Kompetenz. Mit Besitzern von historisch bedeutsamen Bauten treten sie bereitwillig in Kontakt, wenn es um Sanierung und Werterhaltung geht. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit jenen Behörden, die Umbauten zu prüfen und zu bewilligen haben.



Den Glarner Heimatschutz präsidiert seit deutlich mehr als zehn Jahren der Stadtglarner Architekt Thomas Aschmann. Sein Stellvertreter ist Hans-Rudolf Zopfi aus Schwanden. Als Bauberater amtet Franz Frefel, Architekt, Mollis. Finanzchefin ist die Netstalerin Kirsten Winkler. Die Protokollführung liegt bei Dr. med. Renato Kamm, Schwanden. Als juristischer Berater amtete Dr. iur. Karljörg Landolt. Seine Nachfolge übernahm Philipp Langlotz, Glarus. Weitere Vorstandsmitglieder sind die Architekten Judith Gessler, Glarus und Zürich; Lando Rossmaier, Ennenda und Marc Schneiter, Zürich und Ennenda, dipl. Ing FH Raumplanung.

Der Grossteil der Arbeit erfolgt im Stillen. Von Interventionen des Heimatschutzes ist höchstens dann etwas zu vernehmen, wenn nach Meinung von sanierenden Hausbesitzern und Behörden korrigierend eingeschritten worden ist, wenn gar gegensätzliche Ansichten aufeinander geprallt sind. So weit möchten es die Verantwortlichen gar nicht kommen lassen – dies die Erfahrung von Thomas Aschmann. Es brauche Fingerspitzengefühl, gegenseitiges Vertrauen, ein konstruktives Miteinander, das Einbringen und Berücksichtigen von Fakten, die beim jeweiligen Vorhaben von tragender Bedeutung seien.

Thomas Aschmanns Erfahrungen zeugen von verständlicher Gradlinigkeit. «Mä muss mitenand redä!» Er und die weiteren Vorstandsmitglieder leben dieses Credo, sie ziehen am sprichwörtlich bekannten «gleichen Strick». Der Weg mit den verantwortlichen Behörden sei mit der Fusion einfacher geworden. Ämter können schneller kontaktiert werden.

Dass die Mitarbeit des Heimatschutzes nicht immer willkommen ist, wissen der Präsident und die weiteren Vorstandsmitglieder. Wirksames Intervenieren bedeute für die Bauherrschaft eben nicht selten höhere Kosten.

Die Verantwortlichen engagieren sich in vielen Bereichen; im Wissen, dass bauhistorisch Wertvolles zu pflegen und zu bewahren ist. Natürlich weichen die Ansichten über das Ausmass einer Werterhaltung zuweilen stark voneinander ab. Es kann der Fall auftreten, dass der Heimatschutz zu spät interveniert – weil er von einem Bauvorhaben keine oder zu wenig Kenntnis hatte. Das ist dann der Fall, wenn es um Innenausbauten geht, die zuweilen als einfache Baumeldung deklariert sind.

Der Glarner Heimatschutz ist sich seiner Verantwortung durchaus bewusst. Sicher wird auch im Namen jener gehandelt, die zu historischen Bauten Sorge tragen wollen und die wissen, was verantwortungsbewusster Umgang mit Derartigem bedeutet. Es darf nicht sein, dass unbedacht drauflossaniert wird. In derartigen Fällen sind die Verantwortlichen der Institution Heimatschutz gefragt. Sie trennen Erhaltenswertes von anderem, intervenieren und beraten, wenn es angezeigt ist. Damit schafft man sich nicht nur Freunde. Thomas Aschmann schmunzelt bei der Antwort, die mit einer gewissen Portion «Horehuut» und «äm äne rächt breite Rugge» zu tun hat.

Mit der neu gestalteten und um die Landsgemeinde aufgeschalteten Homepage www.heimatschutz-gl.ch wird auf laufende Arbeiten, Verpflichtungen und kommende Aufgaben hingewiesen. Interessierte sind als Mitglieder jederzeit willkommen. In diesem Falle wendet man sich an den Präsidenten Thomas Aschmann. Dessen Sekretariat befindet sich am Arbeitsplatz an der Bankstrasse 20 in 8750 Glarus.

Im Moment setzt sich der Glarner Heimatschutz für das Zustandekommen des Inventars der schützenswerten Bauten im Kantonsgebiet ein. Bei der Realisierung dieses gesamtschweizerisch angeordneten Vorhabens ist der Kanton stark im Hintertreffen.

Realisiert wird ein Argumentarium des Historischen Vereins unseres Kantons über die Kunstdenkmäler. Der Heimatschutz unterstützte das Zustandekommens für Glarus Süd unlängst mit einem grösseren Betrag.

Eine gewisse Diskussion ergab sich über alte Ställe, die abgebrochen werden sollen. Deren Erhaltung unterstützt der Heimatschutz. Er fordert die Erstellung eines entsprechenden Konzepts, damit nicht planlos abgerissen wird. Bedeutsam war die vergangene Landsgemeinde, wurde doch der Sanierung des Kunsthauses Glarus zugestimmt. Erbaut wurde es von Architekt Hans Leuzinger im Jahre 1952. Die erwarteten Gesamtkosten betragen 3,2 Millionen Franken. Leuzinger war einst Gründungspräsident des Glarner Heimatschutzes. Der Heimatschutz macht auch auf private Gärten bei grossen Fabrikantenvillen aufmerksam. Es sind eigentliche Perlen. Sie akzentuieren die Beziehung zwischen Umgebung und Gebäude.

Der Heimatschutz hat keine rechtlichen Kompetenzen, mit denen er im schlimmsten Falle sein Veto bei gar unmöglichen Sanierungen einlegen könnte. Er kann sensibilisierend und korrigierend Einfluss nehmen. An Arbeit wird es nie fehlen. Thomas Aschmann wendet pro Woche einen halben Arbeitstag auf, um in dieser Funktion ehrenamtlich tätig zu bleiben.

Es ist gewiss auch der Beharrlichkeit zu verdanken, dass vieles erhalten blieb, was unter Umständen gar massiv geändert worden wäre. Thomas Aschmann äusserte in diesem Zusammenhang mehrfach berechtigte Bedenken zu Innensanierungen von historischen Bauten. Da sei die Einflussnahme oft zu gering.

Den Verantwortlichen ist ein «langer Schnauf» zu gönnen, damit auch in Zukunft vieles mit behutsamem Einsatz angepackt und gelöst werden kann.