Glarner Ja-Komitee für Fair-Food-Initiative gegründet

Zur Unterstützung der Fair-Food-Initiative hat sich letzte Woche im Glarnerland ein Komitee aus 12 Vereinen, Verbände und Parteien gebildet. In der Markthalle in Glarus stellten sie die wichtigsten Argumente dafür vor.




Am 23. September stimmt das Schweizer Stimmvolk an der Urne unter anderem auch über die Fair-Food-Initiative ab. Diese will Lebensmittel aus einer naturnahen, umwelt- und tierfreundlichen Landwirtschaft mit fairen Arbeitsbedingungen fördern. Auch im Glarnerland hat die Vorlage zahlreiche Befürworter gefunden. 12 Vereine, Verbände und Partien haben sich zusammengeschlossen, um im Komitee und mit Veranstaltungen für das Anliegen zu kämpfen. Vorgestellt wurde das Komitee letzte Woche in der Markthalle Glarus. «Wofür die Markthalle steht, dafür steht auch die Initiative», erklärte dabei Priska Müller Wahl, Co-Präsidentin Grüne das Kantons Glarus. Frische, regionale Produkte von hoher Qualität wären für sie die Sieger der Initiative. Der Bund könne hier Regularien einführen, die gewisse Qualitäten und Standards auch von Produkten aus dem Ausland fordern. «Das ganze knüpft am heutigen Kontrollwesen an, und bedeutet hier keinen Ausbau.»

Der VCS spricht sich zudem für die Initiative aus; weil damit Produkte mit kürzeren Transportwegen gefördert werden, was so zu einer Entlastung dieser Infrastruktur und weniger Belastung für die Umwelt führt. 

Auch für Richard Bamert, Bio Glarus, war die Unterstützung sofort klar. Ihn sprach der Schutz der Tiere an. «Das Leben des Tieres macht die Qualität des Fleisches aus.» Und dass das Tier ein glückliches Leben hatte, wünschen sich doch die meisten Konsumenten. Zusätzlich unterstütze es den jetzt schon hohen Standard in der Schweiz gegenüber dem Ausland.

Sarina Fridli, SP, konzentrierte sich auf die Arbeitsbedingungen nicht nur der Bauern und Arbeiter im Ausland. Für Barbara Diez, Pro Natura, und Martin Stützle, Glarner Natur- und Vogelschutzverein, stelle die Initiative eine Kehrtwende für die Biodiversität in der Schweiz dar. Hier wendete Dominik Hartmann, Fischereiverband, die Verschwendung von Lebensmitteln ein, welche mit der Annahme der Initiative eingedämmt werden können. «Heute ist es Praxis, dass guter Fisch tot ins Meer zurückgeworfen wird, weil er nicht den Normen entspricht.» Hier führte Rahel Knobel, Juso, weiter aus, dass rund ein Drittel der Lebensmittel in der Schweiz weggeworfen werden. «Hier kommt das meiste nicht mal auf den Markt und wird vorher aussortiert. Der Konsument kann es gar nicht kaufen.» Für Müller Wahl gehe es jetzt darum, das Komitee und die Argumente der Glarner Bevökerung bekannt zu machen. Aus diesem Grund laden sie auch am 8. September zu einem Fair Lunch ein mit Mittagessen und Podium im Volksgarten.