Glarner Literatursommer mit Samuel F. Krämer fortgesetzt

Mit einer Matinee des Autors Samuel F. Krämer und seinem Roman «Dem Dasein so fern» wurde der Glarner Literatursommer im Restaurant Rhodannenberg im Klöntal fortgesetzt. Zahlreiche Literaturinteressierte erhielten dabei Einblicke in das literarische Schaffen des Glarner Autors und in eine ungewöhnliche Geschichte zwischen Gegenwart und Zukunft.



Glarner Literatursommer mit Samuel F. Krämer fortgesetzt

Im Mittelpunkt des Vormittags stand Krämers Roman «Dem Dasein so fern». Darin verbindet der Autor Vertrautes mit Fremdem, Realität mit Vorstellungskraft und die Gegenwart mit möglichen Zukunftsszenarien. Was zunächst wie ein beschauliches Dorfleben erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einer düsteren und zugleich faszinierenden Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der Zukunft.

Samuel F. Krämer las im ersten Teil aus seinem Werk und stellte dabei interessante Figuren und unterschiedliche Weltanschauungen vor. Einige der Protagonisten weisen deutliche Ähnlichkeiten mit amtierenden Weltpolitikern auf. Dies sorgte bei den Zuhörerinnen und Zuhörern mehrfach für Schmunzeln und Lacher.

Den zweiten Teil der Lesung übernahm Krämers Neffe und «Götti Bueb» Severin Talamona. Im dritten Teil traten die beiden gemeinsam auf und gestalteten die Lesung als Dialog. Dadurch erhielt der Vormittag eine zusätzliche persönliche und abwechslungsreiche Note.

Krämers Roman führt in eine Welt, in der künstliche Intelligenz, Klimakrise, Zeitreisen und philosophische Fragen aufeinandertreffen. Ein abgelegenes Bergdorf, fernab der weltlichen Stumpfsinnigkeit, und ein geheimnisvoller Wald bilden den Schauplatz für eine Geschichte, in der sich zunehmend Spannungen und Abgründe auftun.

Im Zentrum stehen grosse Fragen unserer Zeit: Wohin entwickelt sich die Menschheit? Welche Wirklichkeiten sind denkbar? Und was geschieht, wenn technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen und persönliche Erfahrungen aufeinanderprallen?

Der Roman bewegt sich dabei immer wieder zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Vertrautem und Fremdem sowie zwischen Realität und Vorstellungskraft. Bemerkenswert ist auch Krämers persönlicher Weg als Schriftsteller: Erst im Alter von 50 Jahren begann er, Bücher zu schreiben.

Die Matinee im Restaurant Rhodannenberg bot den Gästen damit nicht nur eine Begegnung mit dem Autor und seinem Roman, sondern auch Anlass, über gesellschaftliche Entwicklungen, technologische Veränderungen und die Zukunft des Menschen nachzudenken. Ein weiterer literarischer Akzent im Rahmen des Glarner Literatursommers.