Glarner Madrigalchor vor neuen Aufgaben

Der von Niklaus Meyer seit mehr als vier Jahrzehnten musikalisch geführte Glarner Madrigalchor umfasst rund 25 Sängerinnen und Sänger. In und ausserhalb der glarnerischen Kulturlandschaft geniesst er einen verdient hohen Stellenwert.




Anerkennung, Unterstützung und Beachtung geschaffen hat sich die Chorgemeinschaft mit ihrem umsichtig und kreativ leitenden Dirigenten dank der vielen Konzerte mit oft unbekannten Komponisten und Werken, die selten zu hören sind. Das kam im Jahresbericht der Chorpräsidentin Gudrun Illi zum Ausdruck. Der Rückblick war von grosser Herzlichkeit und einfühlendem Schildern geprägt. Der Dank galt den engagierten Sängerinnen und Sängern, dem initiativ handelnden Vorstand und dem musikalischen Leiter, der für jede Probe aus St. Gallen anreist, den Chor mit grosser Geduld und enormer Kompetenz leitet und immer nützliche Tipps zum vertiefenden Üben auf den jeweiligen Heimweg mitgibt. Der führt für einige an den Walensee, in die March, ennet den Ricken und in alle Teile des Kantons. Das nun abgeschlossene Vereinsjahr begann mit der Führung durchs Thomas-Legler-Haus in Diesbach. «Sang und Klang im Übergang» lautet der Titel der ganz besonderen Ausstellung. Roli Schiltknecht war ein gar kundiger Führer, man liess sich von Nicole Cagianuts Klangschalen fast verzaubern. Dann galt es ans Einüben der A-cappella-Gesänge fürs Oktober-Konzert in der reformierten Kirche Netstal. Höhepunkt war gewiss die Aufführung von Paul Gigers (* 1952) «O ignis» mit den vertonten Texten der Mystikerin Hildegard von Bingen. Der Komponist spielte auf einer ganz speziellen Geige. Ihn begleiteten die Cellistin Bettina Messerschmidt und Marie-Louise Dähler an der Orgel. Das Einstimmen auf Gigers Intentionen war fordernd und erfüllend. Das erfreulich zahlreiche Publikum konnte sich einer ganz besonderen Stimmung hingeben. Im Mai kam es zu einem gar reichhaltigen Liederabend im prachtvollen Saal des Gemeindehauses Ennenda. Beim Einüben wurde jedem klar, dass die Lieder von Paul Hindemith (1895 – 1963) nach Gedichten von Rainer Maria Rilke mit ihren französischen Texten ebenso forderten wie der Zyklus «Die schöne Müllerin» von Franz Schubert (1797 – 1828). Der Bariton Manuel Walser sang einfach fantastisch und wurde ebenso herrlich von der aus Georgien stammenden Pianistin Anano Gokieli begleitet. Die Anteilnahme des Publikums war spürbar gross. Gudrun Illi schloss in ihren herzlichen Dank grad alle ein. Denn alle – der Vorstand ganz besonders – tragen etwas zum beseelten Bestehen der Chorgemeinschaft bei. Ohne nachhaltige Unterstützung von Swisslos, Müller Kartonagen, Migros Kulturprozent und Raiffeisen Glarnerland hätten die beiden vergangenen Konzerte kaum durchgeführt werden können. Der herzliche Dank galt auch den Sponsoren, die gegenüber den kulturellen Bemühungen des Chors viel Verständnis gezeigt haben.

Zu Finanziellem äusserte sich der Kassier Thomas Zimmermann. Dank Aktiven, vielen Gönnern und Passiven konnte der Rückschlag in erträglichem Rahmen gehalten werden.

Niklaus Meyer hat sich mit Kommendem bereits intensiv befasst. Er weckte mit seinen Schilderungen viel Vorfreude, sei es für das Konzert vom 1. November in der Stadtkirche Glarus mit vertonten Vaterunsern von Tschaikowsky, Verdi, Strawinsky und Gretchaninoff und einem Liederkonzert am 31. Mai des kommenden Jahres im Gemeindehaussaal Ennenda. Es werden Madrigale von Monteverdi, Brahms, Kodaly und Bartok aufgeführt. Niklaus Meyer wird mit einem Klarinettentrio zusätzlich spielen. Gar Grosses ist für 2015 geplant. Der St. Galler und der Konstanzer Kammerchor und der Madrigalchor werden gemeinsam auftreten. Begleiten wird die Südwestdeutsche Philharmonie. Zur Aufführung werden die von Ernest Bloch vertonte jüdische Liturgie «Avodath Hakodesh» und von Bernstein die «Chichester Psalms» mit Texten aus dem Alten Testament gelangen. Die Aufführungen erfolgen am 21. Februar 2015 in der Stadtkirche Glarus, einen Tag später in der Tonhalle St. Gallen und am 1. März in Konstanz. Für den Madrigalchor – und damit war das Einstimmen auf momentan Aktuelles geschaffen – gilt es, sich auf den Gottesdienst vom 23. Juni in der Stadtkirche Glarus vorzubereiten. Weitergehen wird es, unter anderem mit einem Probewochenende im September, nach den Sommerferien. Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen. Geprobt wird jeweils am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Singsaal des Schulhauses EnnendArtikela.