Glarner Musiktalente, Kammerorchester – Spannendes in der Aula Glarus

Eine derart spannungsreiche Fülle an Interpretierenden, Kompositionen, launigen Ansagen, hochkonzentriertem und gekonntem, spieltechnischem Reichtum gibt es selten. In der leider schwach besetzten Aula der Kantonsschule waren kleine Kostbarkeiten verschiedenster Stilrichtungen angeboten. Am stets erfüllenden Gelingen nahmen alle mit spürbarer Wertschätzung, verdient langem Beifall und echten Juchzern teil.



Glarner Musiktalente, Kammerorchester – Spannendes in der Aula Glarus

Eigentlich schade, dass Derartiges, in enger Zusammenarbeit mit der Glarner Musikschule, «nur» alle vier Jahre stattfindet. Und dennoch ist das nachvollziehbar. Musikalische Talente entwickeln sich über lange Zeitspannen hinweg. Es braucht ein verständnisvolles, kenntnisreiches Begleiten der jeweiligen Lehrkraft der Glarner Musikschule, notwendig sind leidenschaftliches Einüben ebenso wie der Mut, sich dem Publikum hinzuwenden und das erfüllend auszudrücken, was erarbeitet worden ist.

Beim Eingang zur Aula lagen Begleithefte auf, die auf alle Interpreten, deren Werkwahl, das jeweilige Instrument, Auftrittsorte und anderes in konzentrierte Form hinwiesen. Und wenn man mit dem Durchlesen begann, setzten Staunen und Vorfreude ein.
Alle wussten sich vom aufmerksam und kenntnisreich mit vollziehendem Glarner Kammerorchester und Zuzügern unter Leitung von Reto Cuonz bestens begleitet. Jürg Wickihalder, Leiter der Musikschule, war liebenswürdiger, launiger Ansager, der mit Herzlichkeit und spürbarer Anteilnahme sprach. Las man sich in die kurz gehaltenen Lebensläufe mit Schwerpunkt Musik ein, wurde ersichtlich, wie intensiv Einüben und Ausgestalten stets waren.

Christoph Nydegger, Klavier, hatte ein Pop-Concerto von Daniel Hellbach ausgewählt. Caline Wenk, Violine und Leticia Wenk am Klavier spielten Soon He Newbold – Invicta aus, Ausdrucksreichtum, Kraftvolles und viel Eleganz kamen auf.
Lotte Baumgartner und Enya Grünenfelder, Cello, boten mit subtiler Begleitung des Orchesters ein Concerto von Vivaldi an, beschwingt, adrett und farbenfroh. Dann präsentierte sich das Kammerorchester mit einer Norwegischen Melodie von Edvard Grieg; es war ein erfüllendes Erlebnis. Man folgte dem Dirigat von Reto Cuonz mit viel Anteilnahme, seine stille Präsenz, die subtile Gestik, seine klaren Vorgaben waren vorbildlich, ohne übertriebenen Pomp.
Camille Saint-Saens schrieb ein Konzertstück für Tuba. Jason Künzle entlockte seinem riesigen Instrument eine wechselvolle, kurzweilige und absolut spannende Tonwelt, mit seinen Einsätzen verschwand er beinahe hinter der Tuba. Kian Bantli, Saxophon, schloss mit Club des Notes von Gino Samyn in spannender, faszinierender Art an, auch er mit viel Leidenschaft und hohem spieltechnischem Ausdruckreichtum. Mattia Zentners spielerische Eleganz hinter der riesigen Marimba war einzigartig reichhaltig, war ungewohnt und in der attraktiven Vielfalt der Instrumente echt willkommen. Elijah Wüthrich hatte sich mit seinem Akkordeon in Daviid Orlowskys «Juli» eingearbeitet. Er bot eine höchst beeindruckende Vermischung von Stimmungen an.

Alle erhielten verdient starken, langen Beifall. Alles war farbig, faszinierend, wechselreich. Noch erfuhr man etwas übers Begabtenkonzert, die willkommene finanzielle Unterstützung von vielen Seiten, die seit 2015 bestehende, generationenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Kammerorchester und Musikschule, Abschied und Willkomm im Lehrkörper, bevor es zum grossen Dank vonseiten des Musikschulleiters, der Übergabe bunter Blumen und weiterer Präsente und einem nochmaligen Applaus für dieses reich gefüllte musikalische Geschenk kam.