Sie blühen prachtvoll im Garten, am Wegrand und in der Natur, doch ihr Schein trügt: Gebietsfremde Pflanzen, die sich invasiv verbreiten, sind auch im Kanton Glarus ein Problem. Invasive Neophyten wie die Nordamerikanischen Goldruten, der Sommerflieder, das Drüsige Springkraut und der Essigbaum verdrängen die einheimische Flora rasant. Sie gefährden die Biodiversität, destabilisieren Bachufer und können teure Schäden an Bauwerken verursachen. Der Frühsommer ist ein guter Zeitpunkt, um sie zu bekämpfen – bevor die Pflanzen ihre Samen unaufhaltsam verteilen.
Tipps zur Bekämpfung
Etwas mehr als ein Dutzend invasive Neophyten-Arten bereiten momentan im Glarnerland Grund zur Sorge. Eine Übersicht dazu findet man unter www.naturzentrumglarnerland.ch. Für die Bekämpfung auf öffentlichem Boden sind die Gemeinden und der Kanton zuständig. Die Bevölkerung kann mithelfen, Verbreitungsherde in ihrem Garten und auf ihrem Privatland auszumerzen. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Problempflanzen einzudämmen. Die Nordamerikanische Goldrute sollte beispielsweise jetzt tief abgeschnitten oder ganz ausgerissen werden, um unterirdische Ausläufer nachhaltig zu schwächen. Auch den Sommerflieder sollte man möglichst ganz ausgraben, zumindest aber seine Blütenstände im Sommer vor der Samenreife abschneiden. Das Drüsige Springkraut lässt sich jetzt im Juni leicht mitsamt den Wurzeln ausreissen. Sobald sich die reifen Kapseln bilden, schleudert es seine Samen bei der kleinsten Berührung meterweit weg. Beim Essigbaum gilt: Jungpflanzen konsequent mitsamt den Wurzeln entfernen. Ein Absägen oder unsachgemässes Ringeln grosser Bäume verschlimmert das Problem, da die Pflanze massenhaft neue Triebe bildet.
Hilfe für die richtige Entsorgung
Ausgerissene Pflanzenteile und Blütenstände gehören nicht auf den Gartenkompost. Dort vermehren sie sich unbemerkt weiter. Unbedenklich ist eine Entsorgung des Pflanzenmaterials in der Kehricht-verbrennungsanlage. Wer tatkräftig anpacken will, erhält im Naturzentrum Glarnerland im Bahnhofsgebäude Glarus oder bei der Gemeindeverwaltung gratis Neophytensäcke. Diese speziellen Säcke können gefüllt einfach der regulären Kehrichtabfuhr mitgegeben werden. Im Naturzentrum Glarnerland im Bahnhofsgebäude Glarus und auf dessen Website erhält man ergänzende Informationen zu den wichtigsten invasiven Neophyten-Arten im Kanton Glarus.







