Glarner Regierung setzt sich für «Reindustrialisierung» in Schwanden ein

Die am 20. Oktober angekündigte Schliessung des Electrolux-Werkes in Schwanden wird nach Abschluss des Konsultationsverfahrens nicht rückgängig gemacht. Die gute Nachricht ist, dass der Regierungsrat zusammen mit der Führung der Electrolux ein Konzept zur «Reindustrialisierung» des Electrolux-Areales in Schwanden erarbeiten wird.



Die Glarner Regierung bedauert es sehr, dass auch nach Abschluss des Konsultationsverfahrens ein Weiterbetrieb des Electrolux-Werkes in Schwanden ausgeschlossen wird. Ihr Ziel bleibt aber nach wie vor der Erhalt von Industriearbeitsplätzen. Die Regierung lud am 18. November die Konzernleitung zu Gesprächen ein. Dabei hat sie klar die Erwartung ausgedrückt, dass sich die Electrolux aktiv an der Erarbeitung von Massnahmen zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit respektive zur Reintegration von Arbeitnehmenden in den Arbeitsmarkt beteiligt. Damit soll der volkswirtschaftliche Schaden, den die Betriebsschliessung nach sich zieht, minimiert werden.

Einsatz einer Task Force


Eine eigens eingesetzte gemeinsame Task Force – bestehend aus Mitgliedern von Kanton, Gemeinde und der Electrolux-Führung – wird in den kommenden Monaten mögliche Lösungen erarbeiten. Die Electrolux ist bereit, das Vorhaben finanziell und personell zu unterstützen. Ein gemeinsames Vorgehen soll schliesslich das Anlaufen einer Negativspirale verhindern, die letztlich sowohl der Firma als auch dem Wirtschaftsstandort schaden würde.

Projekt «Reindustrialisierung» in Schwanden


Das primäre Ziel der Task Force ist es, unter dem Begriff der «Reindustrialisierung» nachhaltige und durch den Konzern finanzierte Massnahmen zu bestimmen, damit auf dem Electrolux-Areal neue gewerblich-industrielle Arbeitsplätze entstehen. Das Engagement der Electrolux-Führung zeigt, dass sich das Unternehmen seiner Verantwortung gegenüber Betroffenen und dem Standort bewusst ist. Der volkswirtschaftliche Schaden für die Standortgemeinde wird ausserdem in Grenzen gehalten.

Die Werkschliessung und ihre Folgen

Mit Schreiben vom 20. Oktober 2014 wurde die Arbeitsmarktbehörde des Kantons Glarus darüber informiert, dass die Electrolux AG ihr Produktionswerk in Schwanden per Ende 2015 zu schliessen gedenkt. Diese Mitteilung trifft den Wirtschaftsstandort Glarus hart, insbesondere die Gemeinde Glarus Süd. Seit 1907 ist die Therma AG und später die Electrolux AG ein wichtiger Arbeitgeber und ein relevanter Teil der Industriegeschichte in Schwanden. Ohne Gegenmassnahmen würde durch den Abbau von 120 Arbeitsplätzen bzw. durch die Schliessung der Produktionsstätte ein Schaden entstehen, der weit grösser ist als die angekündigten Entlassungen. Auch Familien, direkte und indirekte Zulieferer, der Wohnungsmarkt und die ganze Infrastruktur wären davon betroffen.