«Diese Woche ist eine besondere für den Kanton Glarus, feiert doch unser kulinarischer Botschafter Nummer eins Geburtstag.» Nicht irgendeinen, wie Landestatthalterin Marianne Dürst Benedetti anlässlich einer Medienorientierung im modernen Besucherzentrum der GESKA in den Ygruben sagte, sondern den 550. «Was nach 550 Jahren als alter Zopf bezeichnet werden könnte, ist in Wahrheit top aktuell. Dafür steht diese brandneu umgebaute und erweiterte Fabrik, ein organisatorischer und baulicher Kraftakt.» Als Volkswirtschaftsdirektorin eines kleinen Bergkantons sei sie besonders stolz, einen kulinarischen Botschafter und Wirtschaftsförderer wie den Glarner Schabziger zu haben.
Neue Produktionsanlage als Leuchtturm
Die umgebaute und erweiterte Schabzigerfabrik ist Teil eines wegweisenden Projekts in der landwirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Glarus. Bis vor Kurzem wurden nur 14 Prozent der Glarner Milch im Kanton verarbeitet. Der Rest verliess das Glarnerland als Industriemilch. Dadurch kam ein beträchtlicher Teil der sorgfältig produzierten Glarner Milch zu einem tiefen Preis auf den Markt. Im Mai 2009 gründeten deshalb die Landwirte der Milchproduzenten-Genossenschaft Glarus und die GESKA AG die Glarner Milch AG. Sie hat die neue Produktionsanlage – einen Leuchtturm für die landwirtschaftliche Entwicklung im Kanton Glarus – gebaut. Die Anlage sichert das Bestehen eines Kulturprodukts und dadurch einen beträchtlichen Teil der Zukunft für die Glarner Bergbauernbetriebe.
Effiziente und umweltverträgliche Produktion
Im neu genutzten Gebäude sind die Milchannahme, die Rohzigerproduktion, die Rohzigerreifung und die neu installierten Schabzigerproduktionsanlagen untergebracht, die nach den höchsten internationalen Lebensmittelstandards effizient und besonders ökologisch erfolgen. «Durch den Standort der neuen Rohzigerproduktion im gleichen Gebäude wie die Schabzigerfabrik, können wir die Synergien mit den beiden Firmen maximal ausschöpfen», so Mathis Zobrist, Projektleiter Glarner Milch AG. Durch die neuen Anlagen werden zudem in der Produktion rund 125 Tonnen CO2 sowie 5000 m3 Wasser pro Jahr eingespart – mit ein Grund, weshalb die Klimastiftung Schweiz das Projekt von Anfang an unterstützt hat
Umfassende historische Aufarbeitung
Der Glarner Schabziger ist auf dem Schweizer Markt gut positioniert. Doch auch im Ausland hat er sich über die Jahre einen guten Namen erarbeitet. «Der Export ins Ausland ist für uns nach wie vor wichtig, vor allem der Verkauf nach Holland und Deutschland», sagt Sarah Trümpy, Leiterin Product-Management & Export der GESKA AG. Der Fokus liegt aber auf der Schweiz. Dafür sind beispielsweise Produkteinnovationen zum «Glarner Grüessli» in der Lancierungsphase, der jüngsten Innovation aus dem Hause GESKA.
Spannend ist aber auch der Blick zurück, gilt der Glarner Schabziger doch als ältestes Markenprodukt der Schweiz – und vielleicht sogar der Welt. Die historischen Meilensteine zum Traditionsprodukt werden im neuen Buch «550 Jahre Schabziger – Geschichte und Rezepte» von Historiker Beat Frei und Erika Lüscher erstmals auf wissenschaftlicher Basis beschrieben. Für dieses umfassende Werk hat Frei so viel historisches Material zum Schabziger aufgearbeitet, wie noch niemand vor ihm. Was hat es also mit diesen 550 Jahren genau auf sich? Das Buch gibt Antwort darauf: Am 24. April 1463 war es, als die Glarner Landsgemeinde in einem Beschluss festhielt, wie der Käse mit dem Namen Glarner Schabziger zu produzieren sei. «Die Verordnung zielte darauf ab, einen einheitlichen Qualitätsstandard durchzusetzen. Damit etablierte sich der Glarner Ziger schon damals als Markenprodukt», erklärte Historiker Frei. Das Jubiläumsbuch, das auch 36 Rezepte mit Foto enthält, ist am Tag der offenen Tür oder ab sofort im Buchhandel erhältlich.
Glarner Künstler Dafi Kühne gestaltet Plakate
Mit seiner langen Tradition und der modernen Ausrichtung steht der Glarner Schabziger auch für die gelungene Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Das kommt in den Plakaten von Gestalter und Buchdrucker Dafi Kühne bestens zum Ausdruck. Er hat für das Jubiläum den grafischen Auftritt gestaltet und dafür Bilder von älteren und neueren Zigerstöckli als Vulkan dargestellt. Darüber ist jeweils ein Feuerwerk zu sehen. «Es versinnbildlicht die geschmackliche Explosionskraft des Schabzigers», erklärt der Glarner Künstler. Produziert hat er die Plakate mittels Buchdruck – einer Druckmethode aus früheren Zeiten. Die Plakate werden ebenfalls am Tag der offenen Tür zu bestaunen und zu kaufen sein.
Ein ereignisreicher Start in die 99. Saison des ältesten Tennisclubs im Kanton



































