Glarner Senioren in Chur

Die Seniorenverbände Glarus und Graubünden treffen sich einmal pro Jahr zu einem gemeinsamen Anlass. Diesmal luden die Bündner ein, um Interessierte mit der Hauptstadt ihres Kantons vertrauter zu machen. Das gelang bestens und einige entschieden sich aus begreiflichen Gründen, irgendwann erneut anzureisen, um die heimelige, baulich bestens gepflegte und intakte Substanz und die geschichtsträchtigen Orte nochmals genauer zu betrachten – handelt es sich doch um die älteste Stadt der Schweiz mit einer mehr als 5000 Jahre umfassenden Geschichte.




Mit der frühzeitig zugestellten Einladung wurde man bereits ein wenig eingestimmt. 40 Glarnerinnen und Glarner machten sich auf den Weg. Begrüsst wurde man unweit des Bahnhofs von Hans Joss, dem Präsidenten der Bündner. Die rund 60 Personen wurden in drei Gruppen aufgeteilt und in der Folge mit ungemein sachkundigen Erläuterungen über etwas mehr als anderthalb Stunden hinweg rumgeführt. Chur sei, so Marlen Helmi, eine der drei Führenden, vor allem eine Schul- und Beamtenstadt und jeder fünfte Bündner wohne in Chur. Um die Bedeutung für Beamte schon mal hervorzuheben, ging es ab Bahnhofstrasse zum richtig gediegenen, ungemein grossen Verwaltungsgebäude der Rhätischen Bahn. Dass die RhB ein 400 Kilometer umfassendes Streckennetz zu betreuen habe, machte Eindruck. Und schon bald war man beim unübersehbar modernen Kunstmuseum, einem stattlichen Bau mit faszinierender Fassade. Die Villa Planta, eine silbern glänzende, irgendwie schrille Alien-Figur von HR Giger fanden gebührende Beachtung. Es schloss ein kurzer Querverweis zur Brambrüeschbahn samt Wander- und Skifahrgelegenheiten an. Und schon war zu erfahren, dass die Stadttore im Mittelalter des Nachts geschlossen blieben und jene Nachtschwärmer ausgesperrt waren, die zu spät heimkehrten. Es folgten wissenswerte willkommen kurze Erläuterungen zu den 16 sehr herrschaftlichen von Salis-Häusern, dem Hexen- und Schelmenturm und einer Grotte im herrlichen Fontana-Park. Man verweilte kurz beim Monument des Benedikt Fontana, erfuhr vom Tod des Jenatsch, der an einer Fasnacht mit einem Beil erschlagen wurde und kam an geschichtsträchtigen öffentlichen Brunnen vorbei – jeder mit einer ganz besonderen Geschichte. Gleiches gilt für Gansplatz, Pfisterplatz und andere Orte. Man kam zum Zunfthaus zu den Rebleuten und passierte das Bärenloch samt Bauten mit auffallend kleinen, ins Mauerwerk eingelassenen Fenstern. Und wenig später weilte man in der Hasenstube mit auffallenden Darstellungen, die anlässlich einer Sanierung freigelegt wurden. Wieder hätte so viel erzählt werden können. Zuweilen schien es, als wandle man in einem riesigen Geschichtswerk mit breit aufgeschlagenen Seiten.

Beim gemeinsamen Mittagessen war ein erfreulich lebhafter Gedankenaustausch feststellbar. Gruss und Dank formulierte auch Paul Aebli, Präsident des glarnerischen Seniorenverbandes. Und wenn alles wie geplant klappt, werden die Glarner in rund zwölf Monaten zum Besuch des Landesplattenbergs einladen.