Glarnerinnen und Glarner zeigen Herz für die ukrainische Bevölkerung

Die am vergangenen Samstag und Sonntag von der «Hansjürg Hess Humanitarian Foundation» tatkräftig unterstützte Hilfsgüter-Sammelaktion mehrerer gemeinnütziger Organisationen für die von den Kriegswirren leidgeplagte ukrainische Bevölkerung stiess bei den Glarnerinnen und Glarnern auf ein riesiges Interesse. Die Solidarität kennt bei der Bevölkerung ganz offensichtlich keine Grenzen und das Resultat der Sammelaktion übertrifft die Erwartungen der Organisatoren um ein Vielfaches. Diese wollen sich an dieser Stelle von ganzem Herzen für all die gespendeten, dringend gebrauchten Winterbekleidungen, Medikamente, Erste-Hilfe-Artikel, Nahrungsmittel und Hygieneprodukte von ganzem Herzen bedanken.



Die Hilfsgüter-Sammelaktion im Kanton Glarus war für die organisierende «Hansjürg Hess Humanitary Foundation» ein Riesenerfolg. Rund zwanzig Helferinnen und Helfer, unter ihnen auch Ukraine-Flüchtlige, sichteten und verpackten die tonnenweise hergebrachten Hilfsgüter für die leidgeprüfte Bevölkerung der Ukraine. (Bilder: hasp)
Die Hilfsgüter-Sammelaktion im Kanton Glarus war für die organisierende «Hansjürg Hess Humanitary Foundation» ein Riesenerfolg. Rund zwanzig Helferinnen und Helfer, unter ihnen auch Ukraine-Flüchtlige, sichteten und verpackten die tonnenweise hergebrachten Hilfsgüter für die leidgeprüfte Bevölkerung der Ukraine. (Bilder: hasp)

Hochbetrieb herrschte am Samstag und Sonntag tags hindurch beim Industriequartier Süd in Ennenda, genauer gesagt bei der Abgabestelle der Hilfsgüter-Sammelaktion für die Ukraine bei der Gipshütte 6. Es ging dort über beide Tage buchstäblich zu und her wie in einem Bienenhaus. All die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die sich aus Einheimischen und in der Region wohnenden Flüchtlingen aus der Ukraine zusammensetzten, legten mächtig Hand an und sortierten und verpackten die eingegangenen Sammelgüter für kalte Wintertage wie Winterjacken, winterfeste Schuhen, warme Kleidung, Mützen, Handschuhe, Lebensmittel, Batterien, Erste-Hilfe-Artikel, und vieles mehr, was der ukrainischen Bevölkerung helfen soll, während des kalten Winters einigermassen über die Runden zu kommen. Der Spendenaufruf in den Medien zeigte Wirkung – das Resultat der Hilfsgüter-Sammelaktion übertrifft nach ersten Einschätzungen die Erwartungen der Verantwortlichen bei Weitem. Die Organisatoren wurden dabei von Hilfsgütern buchstäblich überhäuft.

Der grosse Erfolg schafft neue Herausforderungen

Zum Ablauf der erfolgreichen Sammelaktion äusserte sich Thomas Wähling, einer der Koordinatoren der Hilfsgüter-Sammelaktion und Initiator des Freiwilligen-Netzwerkes «Lachen hilft!», das die Umsetzung der von drei verschiedenen Hilfsorganisationen gemeinsam veranstalteten Sammlungen in der Region unterstützte, folgendermassen: «An diesem Wochenende wurde nicht nur im Kanton Glarus gesammelt, sondern auch in Lachen, Uznach und Pfäffikon SZ. Was jetzt schon klar ist – wir haben an den vier Standorten rund um den Oberen Zürisee und Ennenda viel mehr gesammelt, als wir erwartet hatten. Wir hatten mit plus-minus einem 40-Tönner gerechnet. Jetzt werden es wohl drei, eventuell sogar vier sein, was uns vor neue Herausforderungen stellt, da wir jetzt nach zusätzlichen Sponsoren für den Transport der Hilfsgüter suchen müssen. Eine Tour nach Saporischschja beispielsweise kann über 4000 Franken kosten. In Lachen und Uznach zusammen haben wir zirka 750 Kartons beziehungsweise 110-Liter-Säcke an Spenden mit insgesamt über 50 Helferinnen und Helfern sammeln können. In Ennenda und Pfäffikon bekommen wir wohl je über einen 40-Tönner voll. Dazu kommen noch mehrere Paletten Hygiene- und Gesundheitsartikel, die von regionalen Unternehmen gespendet wurden. Jetzt heisst es, mithilfe der in diesen Dingen sehr erfahrenen Hansjürg Hess und Jürg Streuli vom in Uznach ansässigen «Hilfswerk Ukraine», das regelmässig hochwertige Medizinaltechnik-Spenden aus der Schweiz in die Krisenregionen bringt, kostengünstige und schnelle Lösungen zu finden, um die in Bremgarten ansässige Hilfsorganisation «SWITLO» beim Transport zu unterstützen.»

Was passiert mit den gesammelten Hilfsgütern?

Hier die Antwort von Thomas Wähling: «Die LKW’s von SWITLO fahren über Polen und die westliche Ukraine in die durch die Medien inzwischen vielen Menschen bekannten Regionen um Saporischschja beziehungsweise Cherson herum – also in unmittelbare Frontnähe. Die in Zürich ansässige Ukraine Support Group nutzt agilere Transporter und bringt vor allem Wärmespendendes, Wundversorgungs- und Verbandsmaterial direkt in die Kriegsgebiete. «Wir sind sehr froh und dankbar für die enorme Solidarität, die wir jetzt aber nochmals zusätzlich werden strapazieren müssen, um auch alles gut und zügig in die Zielgebiete bringen zu können. Wenn jemand uns dabei finanziell unterstützen möchte, kann man sich sehr gerne mit uns in Verbindung setzen. Die LKWs werden jedenfalls voraussichtlich schon in dieser Woche beladen und fahren in Richtung Ukraine los.»

Laut Andrey Maltsev von SWITLO, einem drahtigen, durchtrainierten Ukrainer, der seit über zehn Jahren in der Schweiz lebt und bis 2016 die schweizerische Ringer-Nationalmannschaft trainiert hat, ist das Ergebnis der Sammelaktionen «fantastisch – nur vergleichbar mit der enormen Solidaritätswelle kurz nach Ausbruch des Krieges». Mit über 15 derartigen Sammelaktionen seit März letzten Jahres wird er es gut beurteilen können – genauso wie Katya Lafranconi, die mit den Freiwilligen der Ukraine Support Group im Zürcher Umland in unzähligen Sammelaktionen ebenfalls immer wieder auf grosse Hilfsbereitschaft der Schweizer Bevölkerung trifft.

«Was diese viertägige Sammelaktion gezeigt hat», ergänzt Thomas Wähling abschliessend, «ist, dass viele kleine Rädchen, die ineinandergreifen, Grosses bewegen können. Es sind alles nur kleine Tropfen auf die vielen heissen Steine in den Kriegsregionen, aber gemeinsam bewegt man halt viel. Jeder noch so kleine Beitrag – von liebevoll selbstgestrickten Wintermützen bis hin zu nicht mehr benötigten Krücken, von ein paar Ravioli-Dosen bis hin zu einer noch gut erhaltenen Skijacke – ist deshalb enorm wertvoll. Wir sind sehr, sehr dankbar für die enorme Unterstützung, die wir in unserer Region haben erfahren dürfen!»