«Glarnerland macht sicher»

Unter dem Motto «Glarnerland macht sicher» stand der vom Stabschef des Kantonalen Führungsstabes, Oberst Mathias Vögeli, geleitete Jahresrapport im Zeughaus Glarus, zu dem sich alle Verantwortungsträger einfanden. Besonders begrüsst wurden u.a. Divisionär Hans Peter Kellerhals, Kommandant der Territorialregion 4, und Dr. Thomas Hefti, Gemeindepräsident von Glarus Süd.



«Glarnerland macht sicher»

Vögeli erwähnte in seinem Rückblick und Ausblick u.a. die Auswertung der Erfahrungen aus der letztes Jahr durchgeführten Hochwasserübung. «Limmerone» sowie die dreitägige Übung «Snow». Vögeli und der frühere Stabschef und heue für Glarus Süd verantwortliche Adrian Kleiner verfolgten auch die grosse Erdbebenübung «Seismo» im Raum Basel und konnten wertvolle Erkenntnisse sammeln.

Geübt wurde mit den Gemeindeführungsstäben. Abgeschlossen ist das Wasser-Alarmierungskonzept; hier leistete Glarus Pionierarbeit. In Bearbeitung befinden sich das für die ganze Bevölkerung bestimmte Merkblatt über das Verhalten bei Wasseralarm, der bei Dammbrüchen ausgelöst wird, die Jodtabletten-Vereilung bei atomarer Gefahr, die Gefährdungsanalyse, die sanitätsdienstliche Versorgung (worüber Kantonsarzt Dr. Martin Mani referierte), und die Verordnung zum Gesetz über den Bevölkerungsschutz, das die letzte Landsgemeinde beschlossen hat.

Der Bevölkerungsschutz ist eine Verbundaufgabe von Kanton und Gemeinden. Die Gemeinden habe als Erste die notwendigen Massnahmen bei Krisen und Katastrophen zu ergreifen; reichen ihre Mittel nicht aus, hilft der Kanton, allenfalls die Armee. Die Koordination der Mittel (Feuerwehr, Zivilschutz, Polizei, usw.) muss gut durchdacht und entsprechend auch geübt werden. Ein leistungsfähiges Alarmierungs- und Verbindungssystem sind wichtige Voraussetzung für wirksame Hilfe.

Erdbeben-Erfahrungen

Die Wichtigkeit der Verbindungen und der Zusammenarbeit aller Helfer wurde von Hans Guggisberg, Chef Stabsschulung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, in seinem «Erfahrungsbericht Erdbeben» am Beispiel des verheerenden Erdstosses mit Zentrum in Izmit am Marmarameer eindrücklich dargestellt. Guggisberg war (1999) an Ort und Stelle und konnte mit viel Bildmaterial seine Erklärung untermauern. Er betonte, dass eine gute Führungsstruktur die Effizienz der Stabsarbeit der Verantwortlichen beeinflusse. Die Einsatzkräfte müssen gezielt ausgebildet und regelmässig geschult werden.

Zur Übung «Seismo», schweres Erdbeben im Raum Basel mit Auswirkungen auf die umliegenden Kantone, ja selbst auf die ganze Schweiz und das benachbarte Ausland, referierte Dr. Patrick Smit, Chef Einsatz der Nationalen Alarmzentrale (NAZ). Smit betonte, dass die Infrastruktur in einem grossen Umkreis gefährdet und dass dabei das Ressourcenmanagement des Bundes von grosser Bedeutung sei. Auf jeden Ernstfall müsse man – geplant – vorbereitet sein.

Der Geologe Dr. Florian Amann vom Geologischen Institut der ETH Zürich befasste sich mit den Besonderheiten des Kärpfs, wo in den letzten Jahren vom Juni bis September, mit Schwergewicht im August, immer wieder grössere und kleiner Felsabbrüche und Felsstürze festzustellen waren. Der Fels ist dort, wie präzisere Messungen ergeben haben, sehr brüchig und ständig in Bewegung, was nichts Gutes erahnen lässt. Ja, es besteht sogar grosse Rutschgefahr, da der Permafrost keine Stabilität verspricht.

Es war ein sehr gehaltvoller Rapport!