Die stabile Annahme, der starke Service, der gemeinsam Kampf – all dies hat man am Donnerstag sehen können, doch gegen Lugano war alles verflogen. Die Ausländerinnen, welche die jungen Glarnerinnen so gut unterstützt hatten, waren nun vor allem mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und konnten dem Team wenig helfen. Lugano setzte sich unter der Führung der neu aus den USA eingeflogenen Kellermann gleich ab und übernahm das Spieldiktat.
Doch noch eine Wende?
Im zweiten Satz hielt Glaronia besser mit, auch wenn man niemals auf dem erwarteten Niveau spielte. Eine Wende wäre möglich gewesen, aber dazu hätte es bessere Services und eine ausreichende Kommunikation in Annahme und Verteidigung benötigt. Doch Glaronia war unbeweglich, verstand es nie, auf das einseitig auf Kellermann ausgerichtete Spiel des Gegners zu reagieren und musste schliesslich trotz einer 22:20-Führung den Satz abgeben.
Angst ist ein schlechter Ratgeber
Die unsicheren Glarnerinnen liessen sich nun richtiggehend überfahren, während Lugano ein praktisch fehlerloses Spiel zeigte. Zwar konnte weiterhin nur die Amerikanerin am Netz Punkte realisieren, doch die anderen Tessinerinnen kämpften aufopfernd und hielten jeden Ball im Spiel. Glaronia agierte glücklos und war weiterhin nicht in der Lage, zu reagieren und die Aufsteiger unter Druck zu setzen. Erst in der Schlussphase, als Lugano Matchbälle hatte und die Partie praktisch verloren war, sah man wieder starke Glarner Aktionen.
Chance verpasst
Mit einem Sieg hätten sich die Glarnerinnen ein schönes Punktepolster in die Abstiegsrunde mitnehmen können, doch nun wird man im Kampf gegen Lugano und Galina praktisch in ein offenes Rennen steigen müssen. Zwei von diesen drei Teams werden voraussichtlich absteigen müssen, und den Tessinerinnen ist durchaus zuzutrauen, dass sie sich auf die entscheidende Phase der Meisterschaft hin noch einmal verstärken werden.
Glaronia – Lugano 0:3 (17:25, 24:26, 22:25) Halle: Kantonsschule Glarus – Zuschauer: 120 – Spieldauer: 68 Minuten – Schiedsrichter: N. Wyler-Hefti, H. Blum.
Glaronia: Aebli, Pozorová, Hauri, Tomsiková, De Azevedo Camargo, Kamer, Isenring, Werfeli, Bottega. Coach: V. Tallo.
Lugano: Berisha, Mutapcic, Kellermann, Radice, Rizzello, J. Stojadinovic, M. Stojadinovic, Sciarini, Lamperti, Fontana. Coach: D. Balsamo.
Bemerkungen: Glaronia ohne Thoma und Schneider (verletzt).
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