Glaronia mit Hochs und Tiefs

In der Meisterschaft überzeugen die Glarnerinnen weiterhin, dafür verpassten sie die Chance, im Cup gegen ein Spitzteam spielen zu dürfen.



Anglin (4) und Dal Fuoco (6) strecken sich nach dem Ball
Anglin (4) und Dal Fuoco (6) strecken sich nach dem Ball

Die Innerschweizerinnen zeigten von Anfang an, weshalb sie zusammen mit Aadorf die NLB-Ostgruppe dominieren: Als Team harmonierten sie ausgezeichnet, die Abstimmung in Annahme und Verteidigung passte, und sie gingen mit grossem Engagement zur Sache. Lange Zeit hatte Glaronia Mühe, den Ball zu Boden zu bringen. Immer wieder verstand Luzern es, die Glarner Annahme zu verunsichern, und schliesslich ging der erste Satz verdient an die Gäste.

Mehr Leben im Glarner Spiel

Die emotionslos wirkenden Glarnerinnen fanden erst im zweiten Satz ins Spiel und gewannen dadurch auch ihre Spielfreude zurück. Plötzlich konnte sich Senftleben im Angriff durchsetzen, und nun zeigten auch die Glarner Hinterspielerinnen den nötigen Kampfgeist. Captain Dal Fuoco demonstrierte, dass es sich lohnt, den Ball im Spiel zu halten. Denn wenn Glaronia für einmal am Luzerner Block scheiterte, klappte es meistens im zweiten Anlauf.

Frühen Sieg verpasst

Glaronia hätte die Partie nun resolut abschliessen müssen, doch einmal mehr zeigte das die nicht die dafür nötige Reife. Zwar führten die Einheimischen mit 2:1 Sätzen und standen nun nicht mehr wirklich unter Druck, doch genau in dieser Situation leisteten sie sich immer wieder dumme Eigenfehler und bauten dadurch den Gegner auf. Die routinierten Luzernerinnen nahmen dieses Angebot an und glichen auf 2:2 Sätze auf. Im Tiebreak hingegen brach der FC Luzern ein und musste, wie am Vorwochenende gegen Jona, die Gegnerinnen ziehen lassen.

Cupspiele bringen Unerwartetes

Nach einer langen Fahrt Richtung Lausanne begann Glaronia überraschend gut, und es gelang, mit einem starken Service die Erstligistinnen, die in der Meisterschaft noch keine Partie verloren haben, unter Druck zu setzen. Erst im zweiten Satz spürte das junge und motivierte Team von Ecublens, dass Glaronia nicht unbezwingbar war. Nun war es die Glarner Annahme, die Schwächen zeigte, und im Angriff hatte Senftleben über längere Zeit ein totales Blackout. Beide Teams hatten mehrere Satzbälle, doch schliesslich behielt das Heimteam die Nerven und glich nach dem 30:28-Satzgewinn aus.

Glaronia desolat

Der knappe zweites Satz hatte den Glarnerinnen offenbar das Genick gebrochen: Man gab sich noch Mühe, kämpfte hier und krampfte dort, aber vieles lief schief. Ecublens nutzte die Gelegenheit, die physisch und psychisch schwachen Glarnerinnen unter Druck zu setzen. Auch Trainer Tallo gelang es nicht, nochmals eine Wende herbeizuführen, obwohl eigentlich alle Spielerinnen, vielleicht mit Ausnahme der 15-jährigen Dominique Hauri, in der Lage sein müssten, eine solche Situation durchzustehen. Doch was die Glarnerinnen boten, war ein peinlicher Auftritt.

Matchtelegramme:

Meisterschaft NLB:

Glaronia – FC Luzern 3:2 (18:25, 25:16, 25:17, 19:25, 15:8) Halle: Kantonsschule Glarus – Zuschauer: 190 – Spieldauer: 101 Min. – Schiedsrichter: M. Wüthrich, M. Dorah.

Glaronia: Dal Fuoco, Knobel, Aebli, Senftleben, Anglin, Thoma, Tabunscic-Kovaltchuk, Hauri, Weibel. Coach: V. Tallo

FC Luzern: Kutek, Wesseling, Fischer, Huber, Seiler, Zehnder, Egli, Suter, Hueber, Bitzi, Gehrig, Baschung. Coach: I. Kutek

Schweizer Cup 16-Final:

Ecublens (1. Liga) – Glaronia 3:1 (19:25, 30:28, 25:23, 25:18) Halle: Croset, Ecublens –

Zuschauer: 160 – Spieldauer: 98 Min. – Schiedsrichter: P. Spijker, A. Zerika.

Ecublens: Djikstra, Troesch, Ndebele, Minder, Haederli, Chevalley, Berger, Rumley, Wälchli, Stasiak, Rota, Lecci. Coach: P. Berger

Glaronia: Dal Fuoco, Labudova, Aebli, Senftleben, Anglin, Thoma, Tabunscic-Kovaltchuk, Hauri. Coach: V. Tallo

Bemerkungen: Glaronia ohne Weibel und Knobel