Cup statt Meisterschaft im Kopf
Zwei Tage vor diesem Highlight hatte Glaronia das Meisterschaftsspiel gegen Volley Näfels klar verloren. Einige Spieler waren angeschlagen, und im Kopf war längst mehr der Cupsonntag als der Liga-Alltag präsent. Von Beginn weg war aber zu sehen: Hier will der Erstligist den Höherklassigen wirklich fordern – und nicht nur «dabei sein».
Libero-Zweifel und Aebli-Duo legen die Basis
Libero Andris Zweifel liess sich vom Namen und Rang des Gegners nicht beeindrucken. Zusammen mit Annahmespieler David Aebli brachte er die Services der Waadtländer immer wieder sauber zu Passeur Kai Aebli. Dieser konnte so das gesamte Repertoire ausspielen – von schnellen Bällen über die Mitte bis zu den Angriffen über aussen.
Immer wieder im Zentrum: Mittelblocker Philip Skorjanec, eigentlich Fussballer und Innenverteidiger beim FC Glarus, der mit wuchtigen Angriffen und Blocks glänzte. Und auch Gian-Luca Thuner war über die Mitte nur schwer zu stoppen – ganz so, wie es die Matchfotos zeigen. Trotzdem holte sich Lutry-Lavaux, aktuell Vierter der NLB-Tabelle, den ersten Satz knapp mit 25:23.
Joker Wunderle dreht die Partie
Im zweiten Durchgang brachte Coach Glaronia-Routinier Pascal Wunderle. Er sorgte genau für den Unterschied, den es brauchte: clevere Angriffslösungen, ein sicheres Auftreten in der Annahme und viel Ruhe auf dem Feld.
NLB-Team wankt – und lebt doch noch
Im vierten Satz schien die Entscheidung gefallen: Glaronia erspielte sich gleich fünf Matchbälle. Doch dann trat Lutry-Passeur Corentin Liechti an die Service-Linie – erst 17 Jahre alt, 195 cm gross, und mit einem Service, der die Glarner Annahme unter massiven Druck setzte. Punkt um Punkt holten die Gäste auf, drehten den Satz noch und retteten sich mit 26:24 in den Tiebreak. Das Momentum schien nun klar auf Seiten des NLB-Teams zu liegen.
Abgeklärt im Tiebreak zum Coup
Die Glarner wirkten kurzzeitig platt, fanden dann aber nochmals einen Gang. Mit Routine, Geduld und grossem Kämpferherz entschieden sie den Entscheidungssatz mit 15:12 für sich und machten die Überraschung perfekt.
Schlussendlich stand ein Sieg, der nicht auf Zufall beruhte, sondern auf einer starken Teamleistung, taktischer Disziplin und einem unerschrockenen Auftritt gegen einen höherklassigen Gegner.




