Glarus erhält Anna-Göldi-Denkmal

Das Anna-Göldi-Mahnmal in Glarus nimmt Gestalt an. Das erste Hexendenkmal der Schweiz hat seinen Standort beim Gerichtshaus unweit jenes Ortes, wo Anna Göldi 1782 zum Tod verurteilt wurde.




Die von der Anna-Göldi-Stiftung und einem glarnerischen Komitee eingesetzte Fachjury unter Leitung von Prof. Peter Jenny hat die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs sorgfältig ausgewertet und unter 50 künstlerischen Beiträgen drei auserkoren, wobei eine Lichtlösung zur Ausführung kommen soll. Zwei Lichter werden vom nordwestlichen Dachgeschoss des Gerichtshauses in die Nacht leuchten. Eine Gedenktafel an der Fassade informiert über die Bedeutung der Lichter. Eine durch ihre Schlichtheit überzeugende und bestechende Lösung, wie die Verwaltungskommission der Gerichte an ihrer Sitzung vom 8. August 2013 befand. Die Jury stand in engem Kontakt mit den glarnerischen Gerichtspräsidenten sowie mit der kantonalen Denkmalpflege und mit dem Chef des kantonalen Hochbauamtes. Entworfen haben das Lichtprojekt die aus Basel stammenden Künstler Hurter und Urech. Das Mahnmal dient dem sichtbaren Andenken an Anna Göldi, die 2008 vom Glarner Landrat als «erste Hexe» durch demokratischen Beschluss rehabilitiert wurde. Zudem enthält das Mahnmal die aktuelle Botschaft an uns alle, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung weiterhin wachsam zu sein. Auch in unserer Zeit gibt es Opfer staatlicher Willkür. Die drei von der Jury ausgezeichneten Beiträge werden von morgen Mittwoch an in der Landesbibliothek in Glarus ausgestellt, sodass sich die Öffentlichkeit darüber ein Bild machen kann. Die Anna-Göldi-Stiftung und das glarnerische Komitee wollen das schlichte Mahnmal in Form eines Lichtes privat finanzieren.