Fast vollzählig konnten die Glarner ins Knonaueramt anreisen. Auch Spielertrainer Marco Jäggi hatte seine Verletzung fast vollständig auskuriert und stieg ins Matchdress. Beim Gegner hiess vollzählig etwas anderes. Sie liefen mit der höchst möglichen Anzahl erlaubten Spielern auf, zwei davon gar zur Verstärkung aus der 2.-Liga-Mannschaft. Aus vergangenen Partien gegen solche Mannschaften hatten die Glarner gelernt und gingen von Beginn weg konzentriert zur Sache. Hinten standen die Gäste kompakt und agierten anfangs resolut, sodass die Zürcher kaum Löcher fanden und zu Torchancen kamen. Auch mit Distanzschüssen war es für die Platzherren schwierig, an den gross gewachsenen Glarnern vorbeizuwerfen. So ging Glarus nach wenigen Angriffen in Führung und konnte den Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Obwohl auch seitens der Gäste einige Fehlversuche zu verzeichnen waren, lagen sie in der 22. Minute 7:2 im Vorsprung. Die Abwehr der Rookies wurde von nun an offensiver, aber auch aggressiver. Dies brachte ihnen dann einige Verwarnungen ein, aber der Torerfolg seitens der Glarner konnte somit auch unterbrochen werden. Zwei unglückliche Fehlentscheide des Unparteiischen verhalfen dem Gastgeber zusätzlich, sich im Anschluss aus der Rücklage zu befreien. Wenige Minuten später hatten es die Zürcher zum Leid der Gäste geschafft und lagen beim 7:7 plötzlich wieder gleichauf. Nach einem abgewehrten Angriff der Rookies forderten die Glarner ihr Time-out, um sich kurz zu sammeln und nicht in den letzten drei Minuten vor dem Pausenpfiff noch in Rückstand zu geraten. Den wichtigen Treffer schaffte Glarus dann aber noch, ohne dass der HSV erneut ausgleichen konnte und verwandelte zum 8:7, ehe die erste Halbzeit endete.
War der HC Glarus mit seiner Leistung zufrieden? Sieben Gegentreffer sprachen für eine akzeptable Defensive, aber mit den acht eigenen Toren konnten die Gäste nicht ganz zufrieden sein.
Zurück auf dem Parkett starteten die Glarner mit derselben Aufstellung, wie sie die erste Halbzeit begonnen hatten. Dies funktionierte über einen langen Abschnitt ziemlich gut, doch reichte es nicht, sich von den Säuliamt Rookies distanzieren zu können. Fehlwürfe und gefeierte Torerfolge der Glarner wurden vom Gastgeber kaltblütig ausgenutzt und mit schnell ausgeführten Gegenangriffen gekontert. Etwa zur Mitte der zweiten Halbzeit war das Spiel beim Stand von 12:12 wieder ausgeglichen und der Ausgang der Partie völlig offen. Die Platzherren kämpften nun aber noch verbissener und gingen folgedessen in der 17. Minute erstmals in Führung, welche sie kurz darauf um ein weiteres Tor zum 15:13 erhöhen konnten. Der übereifrige und grobe Einsatz in ihrer Abwehr wurde vom Schiedsrichter aber nicht toleriert und mit Verwarnungen quittiert. So hatten die Glarner wieder ihre Chancen und münzten diese gekonnt in Tore um. Ruedi Umberg konnte sich abermals durch eine kleine Lücke tanken und verkürzte für die Glarner. Als kurz darauf der Ausgleichstreffer folgte, beflügelte dies die Gäste nochmals. Mit vollem Einsatz in der Defensive erzwangen sie einen wenig erfolgversprechenden Abschluss der Rookies und wehrten diesen ab. Im Gegenzug landete das Leder in den Maschen des Zürcher Kastens und die Glarner lagen wieder mit einem Tor in Führung.
Die Schlussphase war an Spannung kaum zu überbieten. Glarus gelang es tatsächlich, den Vorsprung schon fast matchentscheidend auf zwei Treffer zu erhöhen. Im Anschluss vermochten die Zürcher zwar wieder zu verkürzen, doch blieb nun nur noch gut eine Minute zu spielen. Davor verlangten die Glarner ihr zweites Time-out und verschnauften nochmals kurz. Für den letzten Angriff sahen sich die Gäste mit einer Manndeckung konfrontiert. Umberg vermochte sich dabei aber von seinem Gegenspieler zu lösen und kam fast ungehindert zum Schuss. Es war zugleich das letzte Tor der Partie und bedeutete den 19:17-Erfolg zugunsten der Glarner gegen die sichtlich frustrierten HSV Säuliamt Rookies.
Am 26. November empfängt der HC Glarus zu Hause in der Kantihalle die HSG Pfäffikon/Fehraltorf. Mit der gleichen Anzahl Punkte, aber dem besseren Torverhältnis, liegen die Zürcher Oberländer vor den Glarnern auf dem zweiten Tabellenplatz. Es darf ein hart umkämpftes Spiel erwartet werden.




