Alle zwei Jahre geht das Ostschweizer Ensembletreffen über die Bühne. Diesmal war Glarus der Gastgeber. Das Musikfestival und der Flohmarkt bescherten der Bevölkerung einen unbeschwerten Tag in bester Feststimmung.
Auch die Kleinsten machten mit
Bildungs- und Kulturdirektor Jacques Kamm hielt den musikalischen Tag für gelungen und zeigte sich besonders erfreut über die Auftritte auch der Kleinsten und Jüngsten. Und wirklich, da spielten auch Kinder mit, die noch keine zehn Jahre alt gewesen sein dürften. Und sie machten ihre Sache toll. Auch wenn’s mit der Dynamik noch nicht so recht klappte, so hatten die angereisten Eltern doch sehr viel Freude beim Zuhören und Zuschauen. So wurde zum Beispiel die Gruppe „Quegice“ der Musikschule am Alten Rhein im Soldenhoffsaal vom Applaus fast „erschlagen“. Aber auch sonst ging das Publikum mit und schunkelte, klatschte im Rhythmus, fotografierte und machte Videoaufnahmen.
Verschiedene Musikstile
Es gab für jeden Geschmack etwas: Klassische Musik – vornehmlich etwas leichtere Stücke -, Pop und Rock natürlich, gespielt zum Beispiel von der Glarner Band „Tenize“ mit ihrer Leadsängerin Rahel, Jazz mit den Musikschulen Landquart und Unterrheintal, irische Volksmusik und Volksmusik überhaupt usw. Auch die Freunde von Bigband-Sound und Blasorchestermusik sowie Latin und Folklore kamen auf ihre Rechnung. Die lautesten Konzerte fanden auf der Bühne in der Hauptstrasse statt, die leisesten und zartesten Töne drangen vom Soldenhoffsaal nach draussen.
In der Kirchstrasse spielten die „Whistling Thieves“ irische Volksmusik: „The King of the Ferries“ und „The Blacksmith“, die typischen melancholischen Melodien, in denen trotz allem eine gewisse Lebensfreude durchscheint. Dabei gab eine Solosängerin öfters ihr Können zum besten. Oder das Gitarrenensemble „Sternlifreaks“, das im Soldenhoffsaal mit „Ich wollt, ich wär` ein Huhn“ und „Der Mond ist aufgegangen“ auftrat. Wo sonst kriegt man schon so junge Nachwuchstalente zu hören? Das Ensembletreffen war das geeignete Podium dafür.
27 Ensembles
Leider ist kein Platz, um lückenlos alle Auftritte aller 27 Ensembles zu würdigen. Drum noch ein paar Highlights: Die Ensembles „ABC“ und „Intermezzo“ der Musikschule Toggenburg füllten die ganze Bühne des Schützenhaussaals. Ein Meer von Musikerinnen und Musikern bot einen Strauss von Ländlern und Liedern aus dem Bereich der Volksmusik, währenddessen andere Musiker und die Helfer sich verpflegten. Laut Hans Brupbacher klappte punkto Organisation – und natürlich auch in künstlerischer Hinsicht – alles wie am Schnürchen. Oder das Streicherorchester Oberrheintal, das mit Melodien wie „I Will Follow Him“ aus dem Film „Sister Act“ oder dem Tango „Habanera“ sowie zwei Sätzen aus der G-Dur-Sinfonie KV 124 von W.A. Mozart den Spagat zwischen E und U (Ernst und Unterhaltung) wagte. Die Liechtensteinische Musikschule brachte uns Volksmusik aus aller Welt zu Gehör, im Zelt vor dem „Baeschlin“, und dies mit fünf (!) Hackbrettern, einer Harfe, einer Violine, Flöte und Rassel sowie akustischer Gitarre.
Einheimisches Musikschaffen
Eine spezielle Erwähnung verdient vielleicht noch das einheimische Musikschaffen: Als da wären die bereits erwähnte Band „Tenize“, die mit einer Coverversion von ABBAs Hit „Money, Money, Money“ für Stimmung sorgte sowie Mundartrock mit harten Riffs präsentierte. „Ich cha nöd vo dir laa“ hiess eine weitere Eigenkomposition. Neben den „Whistling Thieves“ vertraten noch ein Afroensemble mit afrikanischen Traditionals sowie die Gruppe „Luz do Cais“ mit Musik aus dem Latin-Bereich das hiesige Musikschaffen. Wenn man bedenkt, wie viel Probenarbeit nötig ist, damit so gelungene Auftritte daraus resultieren, dann haben alle – die Gäste und die Gastgeber – an dieser Stelle einen kräftigen Applaus verdient.






