Glarus stellt die Weichen

Keine akute Gefahr, aber viele ungenutzte Chancen: Rund 70 Glarnerinnen und Glarner haben am öffentlichen Forum vom 15. Februar über die wichtigsten Ziele des Parkierungskonzepts diskutiert. Im zweiten Teil bezogen sie Stellung zu den vier Projektvarianten des Verkehrsberuhigungskonzepts.



1. öffentliche Forum zum Verkehrsberuhigungskonzept und zum Parkierungskonzept. (Archivbild: e.huber)
1. öffentliche Forum zum Verkehrsberuhigungskonzept und zum Parkierungskonzept. (Archivbild: e.huber)

Die wichtigsten Ziele des Parkierungskonzepts

Massgeschneiderte Parkplatzbewirtschaftung
Einig waren sich die Anwesenden in der Frage der Parkplätze: Ein gezielter Umgang mit Parkplätzen im Strassenraum soll die Bedürfnisse der motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden sowie der Gewerbetreibenden berücksichtigen. Gefordert wurde ein massgeschneidertes Bewirtschaftungskonzept, das eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Parkplätze für die jeweils erwünschten Nutzungen gewährleistet.

Neuer Parkraum und Begegnungsplätze statt Parkplätze

Es besteht kein Mangel an Parkplätzen. Ein Teil der Parkplätze befindet sich allerdings am falschen Ort. Diese gilt es entsprechend umzuplatzieren – einmal mehr geht es um die Attraktivität des öffentlichen Raums: Aus Parkplätzen sollen Begegnungsplätze entstehen! Um zu gewährleisten, dass im Zentrum weiterhin genügend bezahlbare Parkplätze zur Verfügung stehen, wird die Prüfung verschiedener Standorte für die Erstellung eines Parkhauses befürwortet.

Inhalte und Varianten des Verkehrsberuhigungskonzepts

Weniger Verkehr in den Wohnquartieren
Deutlich befürwortet haben die Beteiligten verkehrsberuhigende Massnahmen in den Wohnquartieren. Sie sollen die Sicherheit und die Lebensqualität der Wohnquartiere erhöhen und erlauben, verkehrsarme Strassen in Wohnquartieren auch als Lebens- und Aufenthaltsraum zu nutzen. Wie der Schleichverkehr vermieden und verkehrsberuhigende Massnahmen umgesetzt werden können, zeigen vier entsprechende Konzeptvarianten. Sie wurden am Forum präsentiert und von den Anwesenden begrüsst. Step by step sollen sie umgesetzt werden, als transparenter, offener Prozess.

Verstetigung des Verkehrs auf der Hauptstrasse
Vor allem im Zentrum ist die Belastung durch den Autoverkehr gross. Die Hauptstrasse ist bis an ihre Kapazitätsgrenze belastet. Das soll sich ändern. Breiter Zustimmung erfreute sich der Ansatz, mit einem Betriebs- und Gestaltungskonzept den Verkehr zu verstetigen und das Erscheinungsbild der Strasse aufzuwerten. Da die Hauptstrassen in der Hoheit des Kantons liegen, wurden diese Anregungen von den Projektleitenden entgegengenommen. Sie werden den Kanton entsprechend informieren.

Begegnungsorte im Zentrum
Plätze im Zentrum sollen mit hoher Aufenthaltsqualität aufgewertet werden − dies wurde bereits in den Foren zur Richtplanung gewünscht und am letzten Samstag bestätigt. Dabei sind gute Rahmenbedingungen für das Gewerbe zu gewährleisten, denn nur mit funktionierendem Gewerbe lässt sich das Zentrum lebendig halten. Die Analyse für das Verkehrsberuhigungskonzept belegt, dass das Potenzial in der Gemeinde vorhanden ist. Auch zu diesem Thema liegen verschiedene Varianten vor.

Wie geht es weiter?


Das Parkierungskonzept wird aufgrund der Ergebnisse des Forums nun erarbeitet und der Bevölkerung in einem zweiten Forum ‒ nach den Sommerferien ‒ nochmals präsentiert. Das Verkehrsberuhigungskonzept wird bereinigt und im Frühjahr 2014 in die Vernehmlassung gegeben. An der Gemeindeversammlung vom Frühjahr 2015 legt der Gemeinderat den Antrag für die 1. Umsetzungsetappe vor.