Gloria and the Doctors – Schwungvolles im Wortreich Glarus

Bereits beim Betreten der Buchhandlung Wortreich ahnte man, dass sich Beseeltes, Schwungvolles abwickeln werde. Der Zuschauerbereich war übervoll, es herrschte eine Stimmung, die Wechselvolles erahnen liess. Und als nach der Begrüssung durch Christa Pellicciotta die kleine Bühne freigegeben war, ging es riesig beseelt, laut und enorm gefühlvoll los, dies über zwei Stunden hinweg, in deren Verlauf einige zu tanzen begannen.



Gloria and the Doctors – Schwungvolles im Wortreich Glarus

Es traten einige auf, die man schon vor drei Jahren – so Christa Pellicciotta – in ihrer Kulturbuchhandlung hören durfte, diesmal sei es eine etwas andere Besetzung. Gloria Turrini agierte riesig munter, stimmgewaltig, mit dem Schlagzeug den Takt vorgebend. Sie war gern gehörte Ansagerin, Geniesserin, gekonnt agierende Sängerin, die fast alle Gefühle dieser Welt in sich zu tragen und preiszugeben schien. Sie war ebenso liebenswürdig wie ausdrucksreich, spannte weite Bogen mit Macht, Innigkeit, mit viel Schalk und hohem Können. Simone Scifoni war versierter, ausdrucksreicher und gefühlvoller Begleiter, tat sich mit kurzen Soli hervor, das aufmerksam hinhörende Publikum dankte mit verdientem Beifall, der auch dem Gitarristen Riccardo Ferrini galt. Er begleitete kunstreich, beseelt, mit hohem Können.

Man wurde durch eine wahre Fülle mit Blues, Balladen, Romanzen, damit enorm Unterhaltsamem geführt. Es kam dank Gloria Turrini eine Internationalität der Extraklasse auf. Man liess sich gerne darauf ein, wusste sich echt verwöhnt – derart, dass es einige auf ihren Sitzen nicht mehr aushielten und mittanzten, ihre Begeisterung noch so gerne zeigten. Mal war es laut, schmissig, dann wieder innig und verhalten. Die Interpretierenden bewiesen ihr hohes Können bereitwillig, sie wirkten riesig abgestimmt. Es war eine Vielfalt der Extraklasse. Ans Aufhören war kaum zu denken, stürmisch wurden Zugaben gefordert – bis nach einem herzlichen, langen Applaus irgendwann einmal Schluss war. Die musikalischen Gäste hatten Ruhe verdient, für sie ging es fernab von Glarus weiter.
Das Angebot im Wortreich ist mit Filmen, Lesungen, Diskussionen und Musikalischem weit gespannt. Es sei noch darauf hingewiesen, dass Lesung & Audiovision mit Hanspeter Bäni auf den 17. Februar verschoben werden muss, dies unfallbedingt. Informieren kann man sich via Webseite, Presse und Flyer. Gloria and the Doctors sind längst weitergezogen, das schwungvolle Erinnern bleibt.