glp Glarus Nord um Gemeindefinanzen besorgt

Ein Schwerpunkt in ihrem Sektionshögg der glp Glarus Nord bildeten die Gemeindefinanzen. Das ausgewiesene Defizit entspricht wohl in etwa dem budgetierten Verlust, ist jedoch keineswegs eine Punktlandung, wie es von den Verantwortlichen des Finanzbereiches dargestellt wird.




Massgeblich zur Erreichung des Ergebnisses 2012 beigetragen hat die Auflösung des Strassenbaufonds Niederurnen von 1,4 Mio. Franken sowie die Neubewertung der Genossenschaftsanteile der lintharena sgu inklusive deren Verschiebung vom Verwaltungsvermögen in das Finanzvermögen. Aufgrund dieses Vorgangs konnten rund 700 000 Franken an Abschreibungen «gespart» werden, die die Erfolgsrechnung aufpolieren, jedoch den Selbstfinanzierungsgrad in den Keller rasseln lassen. Auch die erhöhten Entnahmen der Spezialfinanzierungen Wasser/Abwasser lassen aufhorchen. Der Fehlbetrag aus der betrieblichen Tätigkeit von 7,5 Mio. Franken kann schlicht nicht mehr nur durch eine Sparübung und weitere Synergieeffekte aufgefangen werden. Auch die Einmaleffekte sind irgendwann mal aufgebraucht, an der Ertragsschraube muss gedreht werden. Analog der Gemeinde Glarus, wo Gemeindepräsident Christian Marti von möglichen 3 Prozent Steuererhöhung spricht, hat glp-Gemeindeparlamentarier Franz Landolt an der letzten Parlamentssitzung dies als ersten Schritt propagiert. Mit dem von der Landsgemeinde zugestandenem ein Prozent Entlastung auf kantonaler Ebene, ergäbe es unter dem Strich eine Erhöhung von 2 Prozent, was durchaus vertretbar ist. Ansonsten drohen, wie der Regierungsrat so schön formuliert, diverse «Verzichtsplanungen», die auf eine Einschränkung des Service Public abzielen könnten.

Zu den Rechnungen der Technischen Betriebe und den Alters- und Pflegeheimen Glarus Nord ist an-zumerken, dass beide selbstständigen Institutionen durchaus ein solides Geschäftsjahr 2012 präsentiert haben. Bei der TBGN ein Gewinn und bei der APGN ein Verlust, der durch die Erhöhung des Delkredere (Totalverlust offener Rechnungen) zurückzuführen ist. Beide Institutionen stehen auf einer guten Basis und werden Schwankungen sowohl in der Energieproduktion (TBGN) sowie den Bewohnertagen (APGN) verkraften können.

Als problemlos taxiert die glp die geplanten Nutzungsänderungen. Die Anpassungen in Teilbereichen machen durchaus Sinn und werden entsprechend unterstützt. Keine Diskussion entstand bei den Wahlgeschäften. Alle Vorschläge des Gemeinderates werden vorbehaltlos unterstützt. Keine Gnade hingegen fand der «Antrag Menzi», der das durch die Gemeindeversammlung bestimmte politische System, Gemeindeversammlung – Parlament – Gemeinderat, in Glarus Nord unterlaufen würde. Diesbezüglich soll die «Gesamtrevision» der Gemeindeordnung abgewartet werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeindeversammlung im Freulergarten wiederum vom Wetterglück profitieren kann.