Es war ein besonders festlicher Gottesdienst in Linthal zu Ehren der beiden neuen Behördenmitglieder, die an der Herbst-Synode Ja zur neuen Aufgabe gesagt hatten. «Heute wollen wir Gott bitten, zum Ja-Wort noch sein Amen in göttlicher Kraft zu geben», sagte der Grosstaler Pfarrer Richard J. Bloomfield.
Nicht vorschnell richten
Pfarrer Alfred Meier, Präsident des kantonalen Kirchenrates der Evangelisch-Reformierten Landeskirche, befasste sich nach einer Lesung der Grosstaler Kirchenrätin Margrit Walder mit den Erwartungen, die an Leitungsämter geknüpft sind – und mit vorschnellem Urteilen und Richten. «Der menschliche Richtgeist verdunkelt, dass Gott an uns glaubt, auf uns setzt», sagte der Kirchenratspräsident. Wir seien Diener von Christus und müssten als Haushalter vor allem dem göttlichen Geheimnis gegenüber treu sein. «Wenn der richtet, dem das zusteht, Gott und dem Herrn, dann bekommt jeder von Gott sein Lob. Denn das göttliche Lob steht über allem, über der Bereitschaft, das Beste zu geben, über Gelingen und Misslingen, über allem Richten und vorschnellem Urteilen. Es überstrahlt alles.» Pfarrer Richard J. Bloomfield zeigte anhand eines Gleichnisses auf, wie wir vielleicht aus Versehen Unkraut streuen: «Erst am Schluss wissen wir, wie es wirklich herauskommt.» Er forderte die beiden neuen Behördenmitglieder auf, in ihrer Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen Saatgut auszustreuen, nicht zu schnell über das, was wachse, zu urteilen, sondern zu warten, bis die Früchte sichtbar würden: «Überlasst das Urteilen am besten einem anderen: Gott selber.»
Mit Geduld und Gottvertrauen
Dekanin und Pfarrerin Almut Neumann oblag die Aufgabe, Christian Marti ein Sendungs- und Segenswort mit auf den Weg zu geben. Sie legte dar, dass das Handeln von Kirchenleitungen immer am Auftrag der Kirche orientiert sein müsse, sich nicht beschränke auf die Erhaltung des Bestehenden, sondern der Gestaltung des Bevorstehenden gelte. Das Kirchenrecht werde für den neuen Synodepräsidenten eine grosse Rolle spielen, was auch Vertrauen bedinge. «Wir brauchen Kraft, Zuspruch von aussen, Schutz, Heilung, Bestärkung», meinte die Dekanin und wünschte Christian Marti in seiner neuen Aufgabe Gelassenheit, Geduld und Gottvertrauen. Der neue Synodepräsident wiederum gab Ruth Schärer das Sendungs- und Segenswort mit auf den Weg – «als besonderes Zeichen der Wertschätzung und der kirchlichen Gemeinschaft», wie er betonte. Die Aufgabe werde für die neue Kirchenrätin «in einer Zeit, da wir reformieren und gewachsene Strukturen verändern», nicht immer leicht sein. Doch wir könnten vertrauensvoll in die Zukunft blicken: «Uns trägt und inspiriert das Fundament von Jesus Christus.» Die Gedanken von Ruth Schärer sollten Blüten treiben wie beim geschenkten Rosenstock: Zuerst zaghaft und fein, dann immer kräftiger und intensiver und an vielen Stellen mit Erfolg.
Nach den Fürbitten von Margrit Walder folgte nochmals festliche Musik von Hermann Huber, Orgel, und Markus Meli, Trompete. Abgeschlossen wurde der Gottesdienst mit einem Apéro, «um die Gemeinschaft zu spüren, die Kirche ist», wie es Richard J. Bloomfield formulierte.
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